Guttenberg: Plagiat-Statement vor “ausgewählten Medienvertretern”

18. Februar 2011

Karl-Theodor zu Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg erklärte sich hinsichtlich der Plagiat-Vorwürfe nur vor ausgewählten Medienvertretern. (Foto: Oliver Lang/dapd)

Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat angekündigt, seinen Doktortitel vor dem Hintergrund der erhobenen Plagiat-Vorwürfe bis zum Abschluss der offiziellen Untersuchungen nicht mehr zu nutzen. Gleichzeitig kündigte er an, bei der Aufklärung des Sachverhalts tatkräftig mitzuwirken.

In einer diesbezüglichen Pressekonferenz heute in Berlin kam es allerdings zu einem einmaligen Eklat in der über 60-jährigen Geschichte der Bundesrepublik. Guttenberg hatte sich dazu entschieden, sein kurzes Statement nur “ausgewählten Medienvertretern” vorzutragen. Viele Hauptstadtkorrespondenten verließen daraufhin verärgert und protestierend den Saal. Sie hatten erwartet, der Verteidigungsminister würde in der Bundespressekonferenz sprechen.

Karl-Theodor zu Guttenbergs Statement im Wortlaut:

“Für diese Stellungnahme bedurfte es keiner Aufforderung und sie gab es auch nicht. Meine von mir verfasste Dissertation ist kein Plagiat, und den Vorwurf weise ich mit allem Nachdruck von mir. Sie ist über etwa sieben Jahre neben meiner Berufs- und Abgeordnetentätigkeit als junger Familienvater in mühevoller Kleinstarbeit entstanden und sie enthält fraglos Fehler. Und über jeden einzelnen dieser Fehler bin ich selbst am unglücklichsten.

Es wurde allerdings zu keinem Zeitpunkt bewusst getäuscht oder bewusst die Urheberschaft nicht kenntlich gemacht. Sollte sich jemand hierdurch oder durch inkorrektes Setzen und Zitieren oder versäumtes Setzen von Fußnoten bei insgesamt 1300 Fußnoten und 475 Seiten verletzt fühlen, so tut mir das aufrichtig leid. Die eingehende Prüfung und Gewichtung dieser Fehler obliegt jetzt der Universität Bayreuth.

Ich werde selbstverständlich aktiv mithelfen festzustellen, inwiefern darin ein wissenschaftliches, ich betonte ein wissenschaftliches Fehlverhalten liegen könnte. Und ich werde gerne bis zum Ergebnis dieser Prüfung vorübergehend, ich betone vorübergehend, auf das Führen des Titels verzichten, allerdings nur bis dahin, anschließend würde ich ihn wieder führen.

Ich werde mir keine anderen Maßstäbe anlegen, als ich bei anderen angesetzt hätte. Jede weitere Kommunikation über das Thema werde ich von nun an ausschließlich mit der Universität Bayreuth führen. Die Menschen in diesem Land erwarten, dass ich mich um das fordernde Amt des Verteidigungsministers mit voller Kraft kümmere und das kann ich auch. Wir stehen vor einer historischen Bundeswehrreform. Und ich trage die Verantwortung für die Soldaten im Einsatz, wie ein Ereignis an dem heutigen Tag einmal mehr auf bittere Weise zeigt.”

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Verweise:

Karl-Theodor zu Guttenberg: Mit Plagiaten zum Doktor-Titel?

(rockefeller-news/up)

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