Jürgen Höller über Motivation in Zeiten der Finanzkrise

25. August 2011

Rockefeller-News: Interview mit Jürgen Höller.

Jürgen Höller ist erfolgreicher Motivationstrainer. Bereits mit 19 Jahren gründete er sein erstes Unternehmen, mit dem er jedoch fast pleite ging. Danach studierte er die “Gesetzte des Lebens”. Heute hilft er Millionen Menschen, darunter Sportler und Prominente, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Exklusiv für Rockefeller-News spricht er über die Motivation in Zeiten von finanziellen Krisen und Wirtschaftstiefs.

Jürgen Höller

Motivationstrainer Jürgen Höller zum Thema Motivation in Zeiten der Finanzkrise. (Foto: Life Learning & Motivation

rockefeller-news: Herr Höller, wie sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen? Wie motivieren Sie sich selbst?

Jürgen Höller: Ich habe mich 1983 als 19-Jähriger selbstständig gemacht – 2 Jahre später
stand ich zum ersten Mal in meinem Leben kurz vor der Pleite. 1985 habe ich dann, in meiner Not, das erste Weiterbildungsbuch meines Lebens gelesen „Sorge dich nicht, lebe!“ von Dale Carnegie. Mit diesem Buch veränderte sich mein Leben zum Positiven. Von diesem Zeitpunkt an, las ich ein Buch nach dem anderen und schließlich begann ich ein Jahr später das erste Seminar zu besuchen – ich war nicht nur hellauf begeistert, sondern konnte innerhalb von nur 3 Jahren meine Millionenschulden ins Plus wandeln. 1989 gründete ich die Inline Unternehmensberatung, die dann verschiedene Branchen beraten hat, u. a. die größte Unternehmensberatung für Fitness- und Freizeitbetriebe (daraus entstand später die größte Fitness-Franchise-Kette Europas Injoy), die größte Unternehmensberatung Europas für IT-Betriebe (I-Team) usw. Im Rahmen dieser Unternehmensberatungen begann ich dann ab 1989 Seminare für unsere Kunden durchzuführen, mit großem Erfolg. Ende 1994 gab ich dann alle
Unternehmensberatungen ab und konzentrierte mich ausschließlich auf meine Tätigkeit als Referent.
Wie motiviere ich mich selbst? In dem ich weiß, was ich will und die „Gesetze des Lebens“ nicht nur kenne, sondern eben lebe. Genau die Lebensgesetze, die ich in meinen Lifing®-Seminaren an alle Menschen weitergebe. Und wer nach den „Gesetzen des Lebens“ lebt, ist automatisch motiviert. Auch bei Rückschlägen und Schwierigkeiten wird ein solcher Mensch immer wieder neue Kraft und Motivation schöpfen können.

rockefeller-news: Die aktuelle Wirtschaftslage ist sehr schwierig. Denken Sie, dass dies ein
vorübergehender Zustand ist, oder wird es längerfristig so sein?

Jürgen Höller: Die aktuelle Wirtschaftslage ist sehr schwierig. Diese einzuschätzen ist mir
unmöglich. Wirtschaft ist ein ewiger Wechsel der Gezeiten, auf Ebbe folgt Flut, auf Flut folgt Ebbe und auf Ebbe folgt wieder Flut. Nachdem wir nunmehr 2 Jahre eine kräftige Flut in Deutschland hatten, könnte es durchaus
sein, dass es auch wieder einmal eine Ebbe gibt. Aber was soll´s? Auch auf die nächste Ebbe, wird die Flut folgen – und wer dies weiß, ruht in sich selbst und kann die richtigen Maßnahmen so oder so ergreifen.

rockefeller-news: Wie gelingt es mir, Motivation in Zeiten der Finanzkrise zu entwickeln?

Jürgen Höller: Wer sein Geld in das Wichtigste investiert, dass es gibt, nämlich in sich
selbst, hat niemals Angst. Das Leben kann einem die eigene Firma nehmen – man geht pleite. Das Leben kann einem den Job nehmen – man wird entlassen. Das Leben kann einem das Geld nehmen – die Geldanlage stürzt ab. Das Leben kann einem die Gesundheit nehmen – innerhalb von einer Sekunde erfährt man von einer Krankheit. Das Leben kann einem den Partner nehmen – plötzlich steht man alleine da. Das Leben kann einem sogar seinen Namen, sein Image, seine Freiheit nehmen – aber das, was man an Wissen und Weisheit in sich aufgenommen hat, bleibt immer in einem. Egal was man verliert, egal wohin man geht – dies ist der einzige Schatz, den man immer behält. Und wer in das richtige Wissen investiert hat, wird auch in Zeiten der größten Krisen aufstehen und wieder erfolgreich und glücklich leben können. Mein Ratschlag deshalb für alle Leser: Beginnen Sie Ihr Geld stärker in den
Bereich zu investieren, der Ihnen immer noch die höchsten Renditen bringt (dies sagte schon der Mitbegründer der Vereinigten Staaten von Amerika Benjamin Franklin): In Ihr Wissen!

rockefeller-news: Wie schaffe ich es, die täglichen Meldungen, die sich auf das Wirtschaftstief
beziehen, trotzdem positiv zu sehen?

Jürgen Höller: Man sollte schon einmal die täglichen Meldungen gar nicht lesen. Jede „Ebbe“
ist immer nur vorübergehend und es wird wieder eine Flut folgen. Außerdem: Auch in einer Boom-Phase gehen tausende von Firmen und Menschen pleite – und auch in einer Phase der Rezession, gibt es tausende von Firmen und hunderttausende von Menschen, die mehr als erfolgreich sind. Im Krisenjahr 2009 haben wir z. B. unseren Umsatz um 40 % gesteigert. Letztendlich liegt es an jedem Einzelnen, was er aus den äußeren Umständen macht. Diese äußeren Umstände sind mal einfacher oder schwieriger – aber entscheidend sind sie nicht. Nicht der Wind entscheidet über den Kurs, sondern derjenige, der die Segel setzt. Allerdings muss man eben wissen, wie
man die Segel auch bei Gegenwind so zu setzen hat, dass man schließlich sein Ziel erreicht. Wir sind also wieder beim Thema Wissensaufnahme!

rockefeller-news: Ist es sinnvoll meine gesamten Finanzen umzustrukturieren und alles in Gold anzulegen?

Jürgen Höller: Natürlich ist eine Anlage in Gold, Silber etc. immer ein „sicherer Hafen“. Andererseits ist der Goldpreis bereits extrem gestiegen und niemand weiß, wie er sich entwickeln wird. Die alte Weisheit, 10 bis 15 % seines Vermögens in Gold und Silber anzulegen ist sicherlich nicht falsch. Darüber hinaus
muss jeder selber wissen, ob er diesen Anteil noch höher setzen möchte. Neben Gold gibt es ja auch weitere Sachwerte, wie Anlage in Aktien (Beteiligung an Firmen), Immobilien, Kunststücke etc.

rockefeller-news: Wie schaffen Sie es, täglich mit Motivation an Ihre Arbeit zu gehen?

Jürgen Höller: Jeder Mensch sollte täglich aufstehen, sich vor den Badezimmerspiegel stellen, in die eigenen Augen schauen und die Frage stellen: „Welche Ausstrahlungskraft geht heute von diesem Gesicht aus?“ Und dann wird sich das Gesicht sicher automatisch verändern, die Mundwinkel werden nach oben gehen, die Gesichtszüge und damit der ganze Körper werden gestrafft sein. Und wer sich dann noch vor dem Spiegel in die Augen sieht und ein Lächeln gönnt, eine kraftvolle Haltung einnimmt und mehrmals nacheinander laut zu sich selber sagt (auch wenn der Partner und die Kinder zu lachen anfangen…): Du schaffst es! Ich gebe mein Bestes! Ich erreiche meine Ziele!, der wird sofort erleben, wie er mehr Energie, mehr Power und mehr Motivation für den Tag erhält.

Ein zusätzliches Schmankerl bietet Jürgen Höller den ersten 10 Lesern an, die sich auf seiner Homepage juergenhoeller.biz melden. Diese werden kostenfrei zu seinem 2-Tages-PowerDay-Seminar am 15.+ 16.10.2012 in Schweinfurt eingeladen.

(rockefeller-news/ks)

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  • Gerd Salvadori

    So quasi als Gegenströmung zur medial breitgespülten Depression und konzentriert gepflegtem Angstklima hinsichtlich der Einschätzung der globalen – und damit der persönlichen – Wirtschaftsentwicklung, der ökologischen, sozialen und sonstiger Prozesse, mehren sich die Ansagen professioneller Lebensberater, die das positive Lebensgefühl (wieder..) kulitivieren möchten.

    Faszinierenderweise zeigt uns das zuallererst einmal die Funktionsweise des Marktes, dessen Schwerpunkte sich permanent verschieben, und somit die Depression des Einen zum Markt des Anderen werden lässt. Zudem scheint dies auch ein kollektiver, evolutionär gewachsener Kompensationsreflex der Menschheit zu sein, dass in Zeiten der Not Propheten der unterschiedlichsten Provenienz und Motivation wie Pilze aus dem Boden schießen. Diese – oberflächlich betrachtet – positiven Impulsgeber voraussehend einzuordnen ist eine schier unlösbare Aufgabe. Große Prediger werden erst ans Kreuz genagelt und posthum als DER Impulsgeber rehabilitiert um dann erst wieder vom politischen/klerikalen Establishment vereinnahmt zu werden, andere erscheinen erst als Licht der Zivilisation und versinken schließlich in dessen Schutt, den sie selbst verantworten hätten müssen. Ein recht sicheres Beurteilungskriterium scheint es dennoch zu geben: Die Rückführung zu sich selbst, zur Eigenverantwortung und zum Bewusstsein, dass jeder selbst für sich verantwortlich ist, und damit auch dafür, wie er von der Umwelt wahrgenommen wird. Dies scheint immerhin eine der Kernbotschaften Herrn Höllers zu sein.

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