Drastische Stellenkürzungen nun auch bei Areva
14. Dezember 2011
Der französische Atomtechnik-Konzern Areva kündigte massive Stellenstreichungen an. Bis 2016 will das Unternehmen in Deutschland rund 1.500 Stellen streichen.
Zur Zeit sind bei dem französischen Atomtechnik-Konzern in der Bundesrepublik rund 6.000 Menschen angestellt.
Areva tut es damit RWE und E.on gleich, die ebenfalls drastische Stellenkürzungen planen. Der Grund für die Stellenstreichungen liegt jedoch auf der Hand. In diesem Jahr wurden in Deutschland die Hälfte aller Atomkraftwerke abgeschalten. In einer Mitteilung seitens Areva hieß es, dass sich dies negativ auf die Arbeitsbelastung ausgewirkt hat.
Zur völligen Schließung deutscher Standorte werde es jedoch nicht kommen.
Auch wolle der Konzern betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Man wolle daher die Stellen mit Hilfe von Altersteilzeit und freiwilligen Vereinbarungen erreichen, wie eine Areva-Sprecherin gegenüber der Nachrichtenagentur dapd angab.
Die Arbeitnehmer hingegen kündigten an, gegen diese Maßnahme vorgehen zu wollen. Das Ziel der Konzerspitze, das auf dem vorgelegten Geschäftsplan basiert, sei jedoch “sehr ambitioniert”, wie Wolfgang Niclas, Geschäftsführer der IG Metall Erlangen, sagte. Die Arbeitnehmer wollen daher versuchen, den Konzern zu einer konkreten Aussage zu bewegen.
“Wir wollen mit allen juristischen und gesellschaftlichen Mitteln gegen diesen Kahlschlag vorgehen”, sagte die Vorsitzende des Konzernbetriebsrates von Areva Deutschland, Heidi Heinlein. Der Hintergrund der Stellenstreichungen basiere nicht auf ökonomischen Zielen, sondern lediglich auf politischen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bestreitet derweil, dass der Stellenabbau in einem direkten Zusammenhang mit zum Atomausstieg steht. Die Streichung der Stellen solle man eher auf längere Sicht betrachten. Mit der Energiewende habe das nicht zu tun. Die Energiewende selbst werde in naher Zukunft sogar mehr Stellen schaffen.
(rockefeller-news/dapd)
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