Streiks legen Athen lahm
18. Januar 2012
Wieder herrscht Ausnahmezustand in der Hauptstadt Griechenlands. In Athen sind erneut mehr als 10.000 Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Sparmaßnahmen des in die Schieflage geratenen Staates zu protestieren.
Vor allem die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch über Lohnkürzungen stehen im Fokus der Protestanten. Die bevorstehenden Maßnahmen lassen nichts Gutes für das Jahr 2012 erwarten.
Auch die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zog es derweil auf die Straße. Der gesamte Bus- und Bahnverkehr wurde lahmgelegt. Auch zahlreiche Behörden bleiben geschlossen. Auch die Journalistenverbände legten für 48 Stunden ihre Arbeit nieder.
Leider gab es bereits auch Verletzte, die den Demonstrationen zuzurechnen sind. Ein Polizist in Zivilkleidung wurde durch Prügel schwer verletzt. Gleich 30 Demonstranten schlossen sich zusammen und überfielen den einzelnen Mann. Sie nahmen ihm seine Waffe weg und drangsalierten ihn mit Schlägen. Ansonsten blieben die Demonstrationen in einem weitgehend friedlichen Rahmen.
Am Dienstag reisten Experten des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der EU nach Athen, um weiter über internationale finanzielle Hilfe zu diskutieren und zu beraten, wie man Griechenland erfolgreich aus der Krise lotsen kann.
Am Mittwoch soll weiter über einen Schuldenschnitt Griechenlands beraten werden. Vor allem die Banken stehen dabei in Verhandlung mit der griechischen Regierung. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, will für diese Verhandlungen nach Athen zurückkehren. Die Entschlossenheit, ein Abkommen zu schließen, dass die freiwillige Umschuldung Griechenlands beinhaltet, sei weiterhin gegeben, hatte Dallara im Vorfeld erklärt.
Zwar waren die Verhandlungen bereits am Freitag ergebnislos abgebrochen worden, doch bereits im Oktober hatten sich Banken und Fonds bereiterklärt, auf ganze 50 Prozent ihres eigenen Geldes zu verzichten, um Griechenland so zu unterstützen.
Es soll nun darüber diskutiert werden, wie viel Zinsen sie für ihre neuen Anleihen erhalten sollen.
(rockefeller-news/dapd)
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