Lage nach der Havarie der “Costa Concordia” vor Italien!
19. Januar 2012
Italienische Schiffstaucher naehern sich vor der Insel Giglio (Italien) dem am vergangenen Freitag (13.01.12) havarierten Kreuzfahrtschiff “Costa Concordia”. Die Rettungsarbeiten am gekenterten Kreuzfahrtschiff “Costa Concordia” sind am Mittwoch (17.01.12) erneut unterbrochen worden. Messgeraete verzeichneten bei dem auf einem Felsen liegenden Wrack eine leichte Bewegung, sodass die Suche nach den noch 21 Vermissten eingestellt werden musste.
Das Unglück des Kreuzfahrtschiffs “Costa Concordia” vor der toskanischen Küste könnte nach Expertenansicht zu einem Umdenken beim Erstellen von Seekarten führen. Erst zehn Prozent der Meeresfläche seien bisher detailliert erfasst, sagte der Leiter der Abteilung Nautik am Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH), Mathias Jonas, in Rostock. Durch den Boom der Kreuzfahrtbranche drängen die Schiffe aber in Gebiete vor, die bislang für die Seefahrt keine Rolle spielten, wie die Antarktis. Und für diese Regionen gebe es oft keine genauen Karten.
Eine Idee ist laut Jonas, die Kreuzfahrtschiffe mit Sonar auszurüsten, um so an Daten für neue Karten zu gelangen.
Crewmitglieder der havarierten “Costa Concordia” sollen mehreren Passagieren den Zutritt auf eine Rettungsinsel verwehrt haben. “Not for Passengers, for Crew only” habe ein Schiffsmitarbeiter erklärt, berichtete einer der Passagiere des Kreuzfahrtschiffs, Matthias Hanke, am Mittwoch im RTL-Magazin “Stern TV”. Einige Besatzungsmitglieder seien offenbar der Situation nicht gewachsen gewesen. “Ich dachte, ich bin hier im falschen Film”, sagte Hanke, der in Markranstädt bei Leipzig wohnt. Aber es waren auch Crewmitglieder, die ihn später aus dem Wasser zogen und vor dem Tod bewahrten.
Hanke hat gemeinsam mit einem Freund die Tragödie nur knapp überlebt. Die Männer erzählten in der Sendung, wie sie durch den überfluteten Luxusliner schwimmen mussten, um sich zu retten. Vergebens hätten sie dabei versucht, andere Menschen in Sicherheit zu bringen.
Die Rettungsaktion an der havarierten “Costa Concordia” vor der toskanischen Insel Giglio wird am (heutigen) Donnerstag voraussichtlich fortgesetzt. Am Mittwoch verzeichneten Messgeräte eine leichte Bewegung, sodass die Arbeiten eingestellt werden mussten. Sobald die Suche nach Opfern beendet ist, soll die niederländische Bergungsfirma Smit bis zu 2.300 Tonnen Öl aus dem Unglücksschiff abpumpen. Bislang wurden elf Menschen tot geborgen, 21 werden noch vermisst. Der Kapitän, Francesco Schettino, steht nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft unter Hausarrest. Ihm werden Totschlag und Verlassen seines Schiffes vorgeworfen.
(rockefeller-news/dapd)
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