Die letzten Tage der Titanic
02. September 2010
Kurz nach 1 Uhr morgens am 1. September 1985. Robert Ballard und die Mitglieder seines Teams an Bord des Forschungsschiffs R/V Knorr starren auf die Bilder, die das unbemannte U-Boot Argo über ein Kabel aus der Tiefe herauf schickt. Seit Tagen suchen sie nach jedem noch so kleinen Wrackteil. Denn wenn ein Schiff in so großer Tiefe sinkt, dann implodiert der Rumpf durch den Druck des Wassers. Tausende Wrackteile werden über eine große Fläche des Meeresbodens verstreut.
Dass die den Weg zum Wrack weisen hat Ballard auf einer Geheimmission für die US-Marine gelernt. 1982 hat er die Navy um Geld für seine Suche nach der Titanic gebeten, doch die Militärs interessieren sich kaum für den 1912 gesunkenen, zivilen Dampfer. Aber für zwei 1960 gesunkene Atom-U-Boote, die USS Scorpion und die USS Thresher. Die Navy finanziert die R/V Knorr und stellt Ballard befristet an. Er soll erst die beiden U-Boot-Wracks finden und erforschen, dann darf er die Titanic suchen. Erst 2008 enthüllt der Meeresforscher, woher das Geld für seine Expedition kam. Im Kalten Krieg war die Suche nach dem Luxusliner für die Navy eine willkommene Tarngeschichte.
“Mein Gott, wir haben die Titanic gefunden”, ruft Ballard aus. Später schreibt er, es sei wie “das Wiedersehen mit einer alten Geliebten” gewesen, der er viele Jahre Briefe geschrieben habe. Viel Zeit bleibt ihm nicht mit der Liebsten denn die Knorr ist nur noch für vier Tagen reserviert. Ballard betrachtet den Ort des Untergangs, der rund 1500 Todesopfer forderte, als Friedhof, den er nicht entweihen will. Das tun bald andere.
Die Tauchfirmen argumentieren, dass bald gar nichts mehr von der Titanic übrig wäre, wenn sie es nicht herausholten. Deshalb arbeitet das Projekt RMS Titanic jetzt an einer Art digitalem 3D-Modell des Wracks. Zwei ferngesteuerte U-Boote filmen seit Mitte August das gesunkene Schiff Zentimeter für Zentimeter, vermessen es mit Schallwellen. Bei RMS Titanic spricht man von einem “virtuellen Bergen”. Die Tauchgänge sollten auch zeigen, wie stark Strömung, Salzwasser, Druck und Eisenbakterien dem Wrack wirklich zugesetzt haben. Denn trotz aller Geschichten weiß niemand wirklich, wie es aussieht. RMS Titanic nennt keine genauen Zahlen über die Höhe der Kosten.
In knapp zwei Wochen hat das Team Tausende Fotos und viele Stunden Videos gesammelt, dann vertrieben Tropenstürme das Team von ihrer Position über dem Wrack. Derzeit wartet sie in einem Hafen in Neufundland auf die Fortsetzung der Expedition. Frieden bekommt die Titanic wohl erst, wenn die Eisenbakterien sie bis zur Unkenntlichkeit verdaut haben.
« Männer geben mehr Geld aus für KosmetikaTschechische Politikerinnen als Calendar-Girls »
-
Dani
-
Vias
-
Gast
-
florina
-
St Alessio
-
Edina_rexhepi
-
Rock1
-
Gast
-
Lora
-
Budbean1
-
Mirco
-
Missksgirl
-
Urs
-
Noel
-
Heiko Hundrack
-
M Stol1
-
Bernd
-
Cfinn
-
Sunny Julia










