Mehrere Anschläge auf Wahllokale
21. Februar 2012
Einen Tag vor der Präsidentschaftswahl im Jemen ist bei Angriffen auf zwei Wahllokale im Süden des Landes ein Soldat getötet worden. Außerdem töteten mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Extremisten außerhalb der von ihnen kontrollierten Stadt Sindschibar zwei Soldaten. Bei der Wahl am (morgigen) Dienstag tritt lediglich der bisherige Vizepräsident Abed Rabbo Mansur Hadi an. Der Kompromisskandidat von Regierungs- und Oppositionskräften soll den Jemen in einer Übergangsphase führen, nachdem sich Präsident Ali Abdullah Saleh nach mehr als 30 Jahren im Amt unter Druck von Protesten und aus dem Ausland zu einer Machtübergabe bereit erklärt hatte.
In der Hauptstadt Sanaa wurden kurz vor der Wahl Bilder und Banner mit Hadis Porträt aufgehängt. Tausende Menschen besuchten am Montagmorgen eine Wahlveranstaltung für den Vizepräsidenten. In seinen Jahren im Dienste Salehs trat Hadi nicht prominent in der Öffentlichkeit hervor. Selbst im Wahlkampf tauchte er bei kaum einer Veranstaltung persönlich auf oder hielt Reden.
Im Zuge des Aufstands gegen die 33 Jahre andauernde Herrschaft Salehs verschlechterte sich die Sicherheitslage im Land massiv. Die USA und der Nachbarstaat Saudi-Arabien hoffen, dass Jemen nach einem geordneten Machtwechsel weiterhin ein verlässlicher Partner im Kampf gegen Al-Kaida bleibt.
Die gegen Wahllokale ausgeübte Gewalt ging Behördenangaben zufolge nicht auf religiöse Extremisten zurück. Ein Soldat wurde in der Stadt Dale bei einem Feuergefecht mit Rebellen getötet, die für einen unabhängigen Südjemen kämpfen. In der Hafenstadt Aden beschossen Bewaffnete ein Wahllokal mit einer Granate und flohen anschließend. Verletzt wurde dabei niemand. In der Provinz Schabwa stürmten Bewaffnete ein Wahllokal in der Stadt Atak und besetzten das Gebäude.
(rockefeller-news/dapd)
David
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