Abofallen-Prozess: 28-Jähriger zu fast vier Jahren Haft verurteilt – Bande betrog Tausende Internetnutzer um 4,5 Millionen Euro

22. März 2012

Betrogene Internetnutzer tragen laut Richterin Mitschuld. (Foto: M.Christians/dapd)
Betrogene Internetnutzer tragen laut Richterin Mitschuld. (Foto: M.Christians/dapd)

 

Wegen millionenschweren Betrugs mit Internetangeboten ist am Mittwoch ein 28-Jähriger zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Das Hamburger Landgericht sah es im sogenannten Abofallen-Prozess als erwiesen an, dass der Mann gemeinsam mit sechs Komplizen innerhalb von drei Jahren rund 65.000 Internetnutzer um mehr als 4,5 Millionen Euro betrogen hatte. Die übrigen Angeklagten erhielten Bewährungsstrafen bis zu 22 Monaten oder müssen Geldstrafen zahlen. Einer der sieben Männer wurde verwarnt.

Die Bande betrieb über Scheinfirmen mehrere Internetseiten, auf denen verschiedene Anwendungen zum Download bereitgestellt wurden. Die auf den Seiten angebotene Software konnte jedoch bei anderen Anbietern meist kostenfrei heruntergeladen werden. Auch die Betrüger erweckten den Anschein, ihre Angebote seien kostenlos. Tatsächlich aber waren diese kostenpflichtig, was allerdings nur im Kleingedruckten zu lesen war. Dadurch hätten sie unaufmerksame Internetnutzer in Abofallen gelockt, urteilte das Gericht.

Betrogene Internetnutzer tragen laut Richterin Mitschuld

Für das Herunterladen der Software wurden von den Nutzern teilweise über 80 Euro verlangt. Man hätte beim genaueren Hinschauen auf der Internetseite aber durchaus die Kostenpflicht erkennen können, sagte die vorsitzende Richterin in ihrem Urteilsspruch. Daher sei den geschädigten Nutzern eine Mitschuld zuzurechnen.

Dennoch habe sich der 28-Jährige sich als Kopf der Bande des schweren gewerbs- und bandenmäßigen Betruges schuldig gemacht, hieß es im Urteil. Die Richter blieben im verhängten Strafmaß nur knapp unterhalb der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für den Hauptangeklagten eine Freiheitsstrafe von vier Jahren verlangt hatte. Im Laufe des Prozesses, der im vergangenen Oktober begonnen hatte, legten alle Angeklagten Geständnisse ab. Die Männer können innerhalb einer Woche Revision gegen das Urteil einlegen.

(rockefeller-news/dapd)

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