“Gegen Kapital, Krise und Kriege” – Willi van Ooyen, ruft zu friedlichem Protest auf

07. April 2012

Ostermarschierer van Ooyen propagiert Protestaufruf. (Foto: M.Vedder/dapd)
Ostermarschierer van Ooyen propagiert Protestaufruf. (Foto: M.Vedder/dapd)

 

Der hessische Linksfraktionschef Willi van Ooyen hat zu friedlichen Demonstrationen bei den Ostermärschen aufgerufen. “Wir sind dafür, Aktionen der Aufklärung zu machen und Menschen mitzunehmen, um uns gegen Kapital, Krise und Kriege zu wehren”, betonte van Ooyen, der auch Sprecher der Informationsstelle Ostermarsch ist, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd.

“Individualistische Gewaltexzesse” wie bei der Antikapitalismus-Demonstration vergangenen Samstag in Frankfurt seien unangebracht. Beim Protest von mehreren tausend Menschen gegen Kapitalismus und die Politik in der Euro-Krise war es zu massiven Ausschreitungen mit mehreren Verletzten gekommen. “Da ist viel Kleinbürgertum, das die Gewalt als Prinzip gutheißt”, kritisierte van Ooyen. “Das ist einfach Quatsch, das machen wir natürlich auf den Ostermärschen nicht.”

Die Ostermarschbewegung in Deutschland lebe vor allem von kleinen Initiativen, sagte der 65-Jährige. “Wir haben in allen Teilen der Republik solche, die immer noch in der Lage sind, Aktionen vorzubereiten.” Die Friedensbewegung habe eine starke örtliche Verankerung. Neben dem Protest gegen Krieg und Aufrüstung gehe es inzwischen auch um die sozialen Auseinandersetzungen “in diesem Land”.

Schwerpunkt liegt bei Protest gegen Kriege

Thematisch gebe es immer eine gewisse Anpassung, das sei typisch für die Ostermarschbewegung und schon in den 60er-Jahren so gewesen. Damals sei es um die Abschaffung der Atomwaffen gegangen und das sei bis heute ein zentrales Thema geblieben, betonte van Oooyen. “Jetzt befassen wir uns aber schwerpunktmäßig mit den Kriegen.”

Es gebe derzeit immerhin 39 Kriege. “Das ist die größte Zahl seit dem Zweiten Weltkrieg.” Van Ooyen zählte den Einsatz in Afghanistan, den Syrien-Konflikt und die “Kriege, die in Israel und dem Iran drohen” dazu. “Den Libyen-Krieg mit mehr als 50.000 Toten haben wir auch noch aufzuarbeiten”, betonte er. Es werde einfach übergangen, “dass das ein Blutbad war und auch weiter sein wird”.

Van Ooyen ist selbst schon lange Teil der Ostermarschbewegung, “seit 1965, damals noch in Nordrhein-Westfalen”, wie er sich erinnert. Die Bewegung sei als Teil der Friedensinitiative mittlerweile stabil, sagte er. In Hessen wurden zu den Aktionen zwischen 5.000 und 6.000 Ostermarschierer erwartet.

(rockefeller-news/dapd)

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