Behörden fahnden nach Dioxin-Quelle – Ursache der Verunreinigung von Bio-Eiern weiter unklar

07. April 2012

Immer mehr Gesundheitsrisiken durch verunreinigte Lebensmittel. (Foto: D.Kopatsch/dapd)
Immer mehr Gesundheitsrisiken durch verunreinigte Lebensmittel. (Foto: D.Kopatsch/dapd)

 

Nach dem Fund von Dioxin-belasteten Eiern in Nordrhein-Westfalen suchen die Behörden fieberhaft nach der Ursache. Der Kreis sei zudem angewiesen worden, im betroffenen Betrieb nicht nur den Bereich der Bio-Erzeugung, sondern auch die Ställe der konventionell gehaltenen Legehennen zu sperren, erklärte das Verbraucherschutzministerium in Düsseldorf am Freitag.

Die Verbraucherzentrale NRW sieht derweil keine unmittelbaren Gesundheitsrisiken durch den Verzehr belasteter Eier. Eine akute Gesundheitsgefahr für die Verbraucher bestehe “bei kurzfristigem Konsum” der Dioxin-Eier nicht, erklärte die Organisation. Experten gingen davon aus, dass gesundheitliche Schäden erst bei einem mittel- bis langfristigen Konsum drohten. Dioxin gilt als krebserregend.

Experten des Landesamts für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und des Kreises Minden-Lübbecke suchten auch am Freitag auf dem betroffenen Hof nach der Quelle des Dioxins. Nach Angaben des Ministeriums entnahmen sie Boden- und Wasserproben. Die Ergebnisse werden in der kommenden Woche erwartet.

Bislang waren nur die Ställe mit Bio-Erzeugung in dem Betrieb gesperrt worden, weil in den von dort stammenden Eiern dioxinähnliches PCB (Polychlorierte Biphenyle) gefunden worden war. Nun sollen auch die anderen Ställe vorübergehend geschlossen werden. In einer neuen Probe waren erneut erhöhte PCB-Werte gemessen worden. Dies bedeute, dass es weiterhin eine “aktive Quelle” auf dem Eier-Hof gebe, erklärte das Ministerium.

Am Donnerstag hatte es davor gewarnt, dass immer noch verunreinigte Eier im Handel sein könnten. “Es besteht der erhärtete Verdacht, dass der Erzeugerbetrieb entgegen erster Aussagen weitere Betriebswege hatte”, teilte das Ministerium mit. Zunächst hatte es geheißen, dass seit dem 7. März aus dem Großbetrieb im ostwestfälischen Stemwede keine Eier mehr in den Handel gegangen seien.

Doch auch die Firma selbst ruderte nach Angaben des Ministeriums inzwischen zurück. Wegen eines Fehlers bei der Etikettierung sind demnach Eier auch noch nach dem Datum ausgeliefert worden. Daher würden jetzt zusätzliche Betriebsprüfer entsandt, um alle Unterlagen des Bio-Hofes zu sichern und die Vertriebswege zu ermitteln.

Neben einem Großbetrieb sind auch zwei kleine Direktvermarkter in Duisburg wegen des Fundes von mit PCB belasteten Eiern gesperrt. Bei den Vermarktern in Duisburg handelt es sich nach Angaben des Ministeriums um den “AWO Ingenhammshof” mit 150 Legehennen und einen Bio-Betrieb mit 120 Tieren. Die Höfe sind damit deutlich kleiner als der Hof in Ostwestfalen, in dem pro Tag 23.000 Eier gelegt werden.

Kritik an der Stadtverwaltung Duisburg

Laut dem Sprecher des Ministeriums gibt es derzeit keine Hinweise dafür, dass die PCB-Belastung in den Betrieben aus derselben Quelle stammen. So erhielten die Betriebe ihre Futtermittel von unterschiedlichen Händlern. Die Futtermittel für den Biohof in Ostwestfalen stammen demnach aus Niedersachsen. Dort seien mehrere Proben genommen worden, bislang allerdings keine Belastung durch PCB festgestellt worden. Zu prüfen sei zudem, ob die Hennen das Dioxin durch das Scharren im Boden aufgenommen haben.

Zugleich kritisierte das Ministerium die Stadtverwaltung Duisburg dafür, dass die Betriebe nicht schon am 20. März geschlossen wurden, nachdem bei einer Routinekontrolle die erhöhten Dioxin-Werte festgestellt wurden. Nach Angaben eines Stadtsprechers habe man zunächst das Ergebnis einer weiteren Probe abwarten wollen. Zudem würden in den beiden Betrieben nicht mehr als insgesamt 110 Eier pro Tag produziert – die verkauften Mengen seien dementsprechend gering.

(rockefeller-news/dapd)

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