Freitag der 13., mehr als ein Viertel der Deutschen misst der 13 eine besondere Bedeutung bei

12. April 2012

Stephan Bachter, von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. (Foto: J.Koch/dapd)
Stephan Bachter, Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. (Foto: J.Koch/dapd)

 

Im Januar war es zuletzt der Fall und in wenigen Tagen ist es wieder so weit: Der 13. des Monats fällt auf einen Freitag. Im Juli gibt es die Kombination 2012 zum dritten Mal, häufiger ist das pro Jahr im gregorianischen Kalender nicht möglich. Das Datum Freitag, der 13. gilt als Unglückstag. Doch woher kommt dieser Mythos und die Furcht vor dem Datum, die mit “Paraskavedekatriaphobie” sogar einen eigenen Namen hat?

Nach Recherchen des Volkskundlers Stephan Bachter ist die Verbindung zwischen dem Freitag und der 13 eine relativ junge Erscheinung. In einem Buch aus dem Jahr 1950 hat er die erste Erwähnung der Kombination als Tag des Pechs gefunden. Nach seinen Recherchen geht der Aberglaube in erster Linie auf ein Buch eines Finanzmanagers aus Boston zurück. Sein Werk über Börsenspekulationen hieß “Friday the 13th” und war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Bestseller.

Behauptungen, dass die Verhaftung und Ermordung zahlreicher Angehöriger des Templerordens auf Geheiß des französischen Königs Philipp IV. am Freitag, den 13. im Oktober 1307, zu der Bedeutung geführt habe, müssen dagegen wohl ins Reich der Legenden verwiesen werden. Auch der als “Schwarzer Freitag” in die Geschichte eingegangene Absturz der New Yorker Börse im Oktober 1929 ist nicht – wie vielfach angenommen – der Ursprung. Dieser fand nämlich am 25. des Monats statt.

Kein statistischer Beleg

Statistisch belegbar ist die Unglücksthese im Zusammenhang mit dem Datum im Übrigen nicht – zumindest nicht im Straßenverkehr: Laut ADAC gibt es an Freitagen zwar generell mehr Unfälle. Diese seien aber auf die höhere Zahl von Pendlern zurückzuführen. Eine exemplarische Auswertung von Unfallmeldungen von Freitag, dem 13. August 2010, ergab sogar, dass lediglich 912 Unfälle gemeldet wurden, während an anderen Tagen im gleichen Monat bis zu 1.200 Unfälle passierten.

Dennoch glaubt laut einer vor einigen Jahren vom Institut für Demoskopie Allensbach veröffentlichten Studie mehr als ein Viertel der Deutschen an eine besonderen Einfluss der Zahl 13. Dem Freitag messen demnach immerhin 11 Prozent der Menschen eine spezielle Bedeutung bei.

Der Regensburger Volkskundler Gunther Hirschfelder begründet die Furcht vor der 13, in Fachkreisen “Triskaidekaphobie” genannt, damit, dass die Zahl knapp aus dem uns vertrauten Zwölfersystem herausfällt. So gebe es zwölf Tierkreiszeichen, zwölf Monate oder zwölf Jünger Christi.

Der Freitag habe vor allem im Mittelalter eine besondere Bedeutung gehabt, schrieb Hirschfelder einst in der von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) herausgegebenen Zeitschrift “Skeptiker”. Immerhin sei der Todestag Christi ein Freitag. Eine Umfrage in den 1930er Jahren habe jedoch auch ergeben, dass der Freitag zum Beispiel in Teilen Ostpreußens und im südlichen Mainfranken als Glückstag gesehen wurde, in Bayern, im Rheinland und einigen anderen Gegenden dagegen als Unglückstag.

(rockefeller-news/dapd)

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