Grand-Prix Rennen in Bahrain von Protesten überschattet – Ermittlungen nach Tod von Aktivisten eingeleitet

22. April 2012

Sicherheitsvorkehrungen vor Rennen drastisch verschärft. (Foto: H.Jamali/dapd)
Sicherheitsvorkehrungen vor Rennen drastisch verschärft. (Foto: H.Jamali/dapd)

 

Gewaltsame Auseinandersetzungen haben am Wochenende den Formel 1 Grand Prix im Golfstaat Bahrain überschattet. Die Proteste richteten sich gegen die Sicherheitskräfte, die von der Opposition für den Tod eines Mannes bei einer Kundgebung am Tag zuvor verantwortlich gemacht wurden. Die Demonstranten skandierten Parolen gegen König Hamad bin Isa al Chalifa. Einige riefen: “Wir wollen die Formel 1 nicht!”

Kurz vor dem Beginn des Rennens wurden die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal drastisch verschärft: In Hochburgen der Opposition wurden Kontrollposten errichtet und gepanzerte Wagen stationiert, um mögliche Proteste im Keim zu ersticken. Der Grand Prix endete schließlich ohne Zwischenfälle.

Bereits am Samstag waren im ganzen Land Menschen auf die Straße gegangen und hatten Parolen gegen das Königshaus und die Rückkehr der Formel 1 in ihr Land skandiert. Die Demonstranten machten die Sicherheitskräfte für den Tod des Aktivisten Abbas Habib Musa am Freitag verantwortlich. Er ist nach Angaben der Opposition eine prominente Figur der Bewegung des 14. Februar, die die seit mehr als einem Jahr andauernden Proteste der Schiiten gegen das sunnitische Königshaus anführt. Nach dem Fund einer Leiche kündigte die Regierung am Samstag eine Untersuchung an. Die Behörden würden nun wegen Mordes ermitteln, teilte das Innenministerium mit.

In der Oppositionshochburg Diras kam es am Samstag zu Zusammenstößen. Die Polizei feuerte Tränengas auf Demonstranten, die Reifen in Brand gestreckt hatten.

Von den rund 500.000 Einwohnern Bahrains sind rund 70 Prozent Schiiten. Ihre Proteste gegen König Hamad bin Isa Al Chalifa haben den Westen in eine schwierige Lage gebracht. Die USA können die westlich orientierte bahrainische Regierung schon aus eigenem Interesse nicht zu sehr unter Druck setzen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, rief deshalb die Regierung von Bahrain zur Achtung der Menschenrechte auf und ermahnte gleichzeitig die Opposition, bei friedlichen Protesten zu bleiben.

Bei den Unruhen in Bahrain kamen seit Februar 2011 mindestens 50 Menschen ums Leben.

(rockefeller-news/dapd)

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