
Posts by :
Natürliches Wohnen!
Juli 16th, 2011
Innovatives In- & Unterwasser Leben des Schwedischen Architekten Daniel Andersson (Quelle: shownd.com/danielandersson)
Heißt nicht nur wohnen in der Natur, sondern auch mit natürlichen Werkstoffen. Die „Häusle- bauer“ von Heute erkennen immer mehr, das es nicht nur Sinn macht in Niedrigenergie- häuser, sondern auch in natürliche Werkstoffe zu investieren. Somit hat sich die Bauindustrie bzw. auch die Werkstoffhersteller, diesem Trend in den letzten Jahren angepasst.
Im Bereich Design hatten die Ideenwerkstätten wirklich nichts unversucht gelassen. Von Daniel Andersson (SWE) wurde ein Haus halb unter Wasser im Seen geplant oder gar zwischen Bäume mit Ausblick in luftigen Höhen wie uns Pezo von Ellrichshausen Architects (CHI) zeigt. Aber auch in den Baustilen spielten die Architekten mit jeglichen Formen, wie der Wohnpark der Rhomberg Bau GmbH (AUT) als „Doppel-Helix“, bis hin zu einem Muschelhaus der Architekten Gruppe ARTechnic (JPN). Hier sind den Ideen kaum Grenzen gesetzt, wie die Fotos von ein paar Beispielen zeigen.

Wenn hier der Wind in den Bäumen spielt! Von Designer Pezo von Ellrichshausen (Quelle: www.solo-houses.com)
Doch eben nicht nur in der Architektur, sondern auch im Bau- und Werkstoffbereich sind neue Innovationen umgesetzt worden und es werden täglich mehr. Vielfach wurde auch auf Werk- stoffe von „anno domini“ zurückgegriffen, da erkannt wurde das auch der Lebens- und Schlafkomfort dadurch verbessert wird. Eben genau diese Qualität der Naturmaterialien spiegelt sich im Lebensgefühl und Wohlbe- hagen der Bewohner wieder. Auch hier sind den Möglichkeiten und der Ideenreichtum uneingeschränkt. Diesbezüglich hat auch der asiatische Einfluss von „Feng-Shui“ im Bau- wesen und der Raumgestaltung nicht halt vor der Westlichen Welt gemacht, was anschein- end nachgewiesenermaßen auch wirklich funktioniert, denn sonst würde dieses Vermächtnis nicht schon seit Jahrhunderten überliefert. Was jeder fühlen und erfahren kann, ist wenn er sich selbst mal in einen Garten stellt, der nach diesem Prinzip errichtet wurde!
Natürliche Recycling Materialien, werden zu Verbund- und Dämmstoffen verarbeitet. Aus Altpapier werden höchst belastbare, energie-effiziente Wand- und Hauselemente gefertigt, wie von Swiss Cell entwickelt. In der Rohstoff-erzeugung wird nun mehr auf schnell nach- wachsende Pflanzen gesetzt, wie z.B. Dauer- holz, Hanf, Bambus und andere! Die Grund- materialien für Dämmstoffe und Isolierung, reichen hier von Abfallrohstoffen wie Holz- spänen, Hanffasern bis zu Strohballen, die die Luftzirkulation des Hauses unterstützen und aber gleichzeitig Passivhausstandard bieten. Ein führender Hersteller für Ökodämmung ist sicher Thermo Hanf in Deutschland. Aber auch aus Naturstein gefertigte Wände mit mit einem Mix aus Naturmaterialien sind wieder sehr gefragt. Da es für den Hausbau heute wirklich schon fast alles auch aus natürlichen bzw. recyclebaren Materialien zu erwerben gibt. Der Häuslebauer hat somit kaum noch Grenzen in seiner Ausführung und der Materialwahl. Nur die zuständige Baubehörde kann hier eventuell noch Einschränkung erteilen.
Wer jedoch die etwas höheren Preise mit dem Nutzen dieser Baumaterialien aufwiegt, wird schnell erkennen, das sich die Mehrinvestition bei richtiger Planung in Grenzen hält bzw. auf Zeit bezahlt machen. Doch nicht immer muss es teurer sein als herkömmliches Bauen, bei richtiger Umsetzung kann es sogar sein das Sie auch unter dem Preis liegen. Auch die Fertigteilhaus Hersteller haben diesen Trend erkannt und schnell auf diese Möglichkeit reagiert. Wie ein Beispiel der Firma Pichler Haus zeigt! Es gibt auch hier die tollsten und luxuriösesten Varianten von Häusern, die das natürliche Wohnen im Schnellbauverfahren umsetzen.

Traum in Grün! Natur rings ums Haus verwirklicht durch Guz-Architects (Quelle: www.guzarchitects.com)
Was den Energiesektor betrifft, brauchen wir auch hier auf nichts zu verzichten. Das i-Tüpfelchen jedes Bauvorhabens, bietet bis hin zur autarken Versorgung im Zu-/Abwasser-bereich, wie auch Stromgewinnung heute wirklich alles, ein tolles Beispiel ist hier unter das Autarke-Dorf zu finden. Hier ist es sehr wichtig die verschiedensten Werte genau zu prüfen und natürlich den jeweiligen Gegenden anzupassen, da nicht jegliche Form von Energie Gewinnung überall gute Effizienz gewährleistet. Somit macht meist ein Mix aus verschieden Systemen denn meisten Sinn, hier ist Rat vom Fachmann gefragt.
In der Fassaden- bzw. neuartigen Außengestaltung von Wohn- wie auch Firmengebäuden ist ein Firma aus Österreich sehr innovativ gewesen, Außenverkleidung durch Kunststoffgewebebespannung, vor

Farbenreiche Fassadenlösung zu erschwinglichen Preisen bietet Konak-Netze (Quelle: www.konak-netze.com)
allen für jeden leistbar und bei nicht mehr ge- fallen der Farbe, kaufen Sie sich einfach ein Neues Outfit fürs Haus, bei dem Preis immer eine finanzierbare Maßanfertigung, auch für Renovierungen eine Zeit- und Geldsparende Lösung von Konak-Netze.
Falls Sie nicht schon selbst über das nötige „Know-How“ verfügen, um Ihren Traum vom Eigenheim umzusetzen, macht sich die richtige Beratung wirklich meist bezahlt. Achten Sie hier darauf das auf Ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Somit hat der Bauherr/-frau nun die Qual der Wahl, doch kann er sich an Hand der Möglichkeiten völlig frei und kreativ entfalten.
| Title | Votes | Rating | Review |
(rockefeller-news, ma)
FC Barcelona gewinnt die CL 2011 überragend gegen Manchester United
Mai 29th, 2011Mit dem FC Barcelona hat das beste Team der Welt die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball errungen. Trainer Pep Guardiola hat damit schon in jungen Jahren alles erreicht. Normalerweise wäre jetzt ein Wechsel logisch – aber der Coach könnte sich nur verschlechtern.
Fußball ist auch deswegen immer wieder so überraschend und faszinierend, weil er oft ungerecht ist. Wie häufig siegt nicht das bessere Team, sondern das glücklichere. An diesem Samstagabend im Londoner Wembleystadion jedoch wurden die Dinge ins rechte Licht gerückt. Nach dem 3:1-Sieg des FC Barcelona gegen Manchester United im Endspiel der Champions League kann man ruhigen Gewissens festhalten: Die beste Mannschaft der Welt hat den wichtigsten Vereinstitel der Welt gewonnen. Es war eine magische Nacht, die allerdings durch schwere Ausschreitungen in der katalanischen Hauptstadt getrübt wurde. Am frühen Sonntagmorgen, so berichten spanische Medien, sollen 89 Menschen bei Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei verletzt worden sein. Die Krawalle in Spanien wollen so gar nicht zu diesem außergewöhnlichen Endspiel passen. Wer nach dem Finale von London noch den Vorwurf erhebt, der Fußball des FC Barcelona mit seinen berückenden Kurzpasskombinationen sei langweilig, der ist als verstockter Real-Madrid-Anhänger entlarvt. Es mag sein, dass mancher die Zuspiel-Arien des Teams von Josep Guardiola als ermüdend empfindet. Aber keine Mannschaft auf diesem Erdball wird per se daran gehindert, den Kombinationsfußball der Katalanen zu unterbinden. Nur: Es schafft keine Mannschaft. Auch Manchester United nicht, das zweitbeste Team der Welt.
Barça-Trainer Guardiola ist erst 40 Jahre alt – und dennoch fragt man sich, was er künftig mit diesem Team noch erreichen soll. Er hat jetzt nach 2009 bereits zum zweiten Mal die Champions League errungen, er hat die spanische Meisterschaft mit komfortablem Vorsprung auf Real Madrid gewonnen, er hat eine Mannschaft zur Verfügung, die dem Anspruch nach Perfektion in diesem Jahr noch ein Stückchen näher gekommen ist. Was kommt als nächstes? Was kann überhaupt als nächstes kommen? Guardiola verspürt noch “die nötige Leidenschaft” “Ich werde auf jeden Fall weitermachen. Ich verspüre noch die nötige Leidenschaft”, hat Guardiola nach dem Match gesagt. Man möchte sich wünschen, dass er auf ewig dem FC Barcelona, dem Club, den er schon als Spieler als Mittelfeldregisseur geprägt hat, treu bleiben möge. Allein: Man kann es sich nicht recht vorstellen. Der Coach ist ehrgeizig. Irgendwann wird es Guardiola reizen, das Modell Barcelona in die Welt zu tragen, beispielsweise zum FC Chelsea oder zu Inter Mailand. Oder gar zum Gegner vom Samstag, Manchester United, der bereits zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren die Überlegenheit von Barça in einem Finale anerkennen musste. Die Ära des Alex Ferguson als Big Boss bei United neigt sich dem Ende zu. Ewig wird der 69-Jährige das Team nicht mehr betreuen. Ohnehin geht bei den Engländern eine Epoche zu Ende: Torwart Edwin van der Sar, 40, beendet seine einzigartige Karriere; Ryan Giggs (37) und Paul Scholes (36) werden ihm in absehbarer Zeit folgen. Manchester wird sich wieder einmal neu erfinden müssen. Wie nach Eric Cantona, wie nach Ruud van Nistelrooy, wie nach Cristiano Ronaldo. Für einen wie Guardiola wäre es eine Herausforderung, allen zu beweisen, auch anderswo erfolgreich zu sein. Nur ein Coach, der es schafft, unter unterschiedlichen Bedingungen gleichermaßen erfolgreich zu sein, hat es verdient, in den Trainer-Olymp aufgenommen zu werden. Diesen Beweis ist Guardiola noch schuldig.
Paradiesische Bedingungen bei Barça:
Bei Barça hat er ideale Voraussetzungen vorgefunden. Er kennt den Verein in- und auswendig. Er hat im Grunde nie einen anderen wirklich kennengelernt. Die Jugendarbeit des Vereins ist beispielgebend, hier wird von der ersten Mannschaft bis hin in den Nachwuchsbereich sportlich durchregiert, ein einheitliches Spielsystem nicht nur gelernt, sondern eingebläut.
Vor allem aber hat Guardiola Spieler zur Verfügung, die man nicht erfinden oder klonen kann. Der Samstagabend von London hat eindrucksvoll belegt, wie unersetzlich ein Lionel Messi ist. Wie genial ein Xavi vorbereitet, wie punktgenau die beiden von einem Andres Iniesta unterstützt werden. Das Trio der kleinen Männer. Das System Barça ist auch ein System Messi-Xavi-Iniesta. Diese Achse ist einzigartig im Weltfußball.
Barça ist mehr als Messi, aber der Erfolg der Elf ohne Messi ist schwer abzuschätzen. Zwölf Treffer hat der Argentinier in dieser Champions-League-Saison erzielt, dazu kommen 31 Tore in der spanischen Liga – und all das, ohne wirklich als Stürmer ganz vorn in der Spitze zu gelten. Eine phänomenale Bilanz. Messi war 2011 so stark wie möglicherweise noch nie. Und der Argentinier ist erst 23 Jahre alt.
Von daher darf sich Guardiola auch glücklich schätzen, eine goldene Generation zur Verfügung zu haben, die man noch um Dani Alves, Sergi Busquets oder David Villa ergänzen kann. Ein solches Team gibt es so schnell nicht wieder. Pep Guardiola sollte es sich sehr gut überlegen, ob er dies für einen FC Chelsea unter dem launischen Geldgeber Roman Abramowitsch oder ein Manchester United im Umbruch der Post-Ferguson-Phase eintauscht.
Manchmal ist es gut, das festzuhalten, was man hat. Etwas Besseres findet er zurzeit ohnehin nirgends.
FC Barcelona – Manchester United 3:1 (1:1)
1:0 Pedro (27.)
1:1 Rooney (34.)
2:1 Messi (54.)
3:1 Villa (69.)
Barcelona: Valdes – Alves (88. Puyol), Mascherano, Pique, Abidal – Busquets – Xavi, Iniesta – Pedro (90.+2 Afellay), Messi, Villa (86. Keita)
Manchester: van der Sar – Fabio (69. Nani), Ferdinand, Vidic, Evra – Carrick (77. Scholes), Giggs – Valencia, Park – Rooney, Chicharito
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 87.695 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Alves (2), Valdes – Carrick, Valencia
(rockefeller-news/ma)
K1 Millionenbetrüger – Prozess gegen den Deutschen Mini Madoff
Mai 28th, 2011Die klebrigen Bilanztricks des deutschen Mini-Madoffs
Mit seiner ersten Aussage vor Gericht bringt Helmut Kiener Zuhörer zum Staunen. Der angebliche Hedge-Fonds-Manager legt dar, wie dilettantisch er mit Schere, Kleber und Faxgerät Banken und tausende Kleinanleger foppen konnte.
Es ist der Anzug für die besonderen Anlässe. Zur Weihnachtszeit 2008 trug Helmut Kiener ihn bereits, als der damals gefeierte Hedge-Fonds-Guru bei einer Weihnachtsgala in Würzburg ein Medley auf der Bühne sang. Heute ist seine Magie verblasst. Der schwarz glänzende Nadelstreifen, der um die schmalen Schultern des in Untersuchungshaft ausgemergelten “deutschen Mini-Madoff” wabert, wirkt eher clownesk. Die Hose zu kurz, die dunklen Stiefeletten in Wildwest-Anlehnung. Selbst Kieners Anwalt mustert seinen Mandanten skeptisch, als der am Mittwoch früh aufgeräumt den Saal im Würzburger Landgericht betritt. Wahrscheinlich glaubt Kiener, dass auch dieser Tag ein großer Auftritt wird.
Er irrt. Erstmals seit jenem Tag im Oktober 2009, als er verhaftet wurde, will er sich öffentlich äußern. Bislang ließ er seine Anwälte sprechen. Wie vor drei Wochen, als er überraschend ein Geständnis ablegte. Er hätte seine Anleger belogen und betrogen. “Nachdem ich einmal damit durchkam, schliff sich dieses unsägliche Vorgehen ein”, ließ er seinen Verteidiger verlesen. “Das bereue ich bitter.”
Die Staatsanwaltschaft wirft Kiener vor, Anleger um 345 Mio. Euro geprellt zu haben. Die Anklage spricht von gewerbsmäßigem Betrug in besonders schweren Fällen, von Urkundenfälschung und Steuerhinterziehung.
Auch am Mittwoch ließ Kiener zunächst seine Anwälte sprechen. Doch die Reue schien gewichen. Ein Schneeballsystem? Keineswegs! Er habe anfangs erfolgreich Fonds verwaltet, sei ein Opfer der Finanzkrise. Sein Luxusleben auf Kosten der Anleger mit Villa in Miami und einer Flotte Privatjets? Habe es nicht gegeben. Die Flugzeuge und die Immobilien seien eine Anlageform gewesen. Die Banken, die Millionen in seine Fonds steckten? Sie hätten nichts überprüft oder nichts wissen wollen.
Kiener lächelt. Doch das vergeht ihm schnell. Der Richter konfrontiert ihn mit gefälschten Belegen. Wie ein Schuljunge steht Kiener wippend, die Hände in den Hosentaschen vergraben, vor dem Richterpult, wird immer nervöser, stottert. “Ja, die K1 Invest Limited Fonds habe ich von Anfang an manipuliert”, gesteht Kiener. Sprich, bereits seit Januar 2006. Hatte Kiener nicht eben erst behauptet, ein Opfer der Finanzkrise zu sein? Später kann ihm das Gericht sogar Manipulationen bis ins Jahr 2003 nachweisen.
Der Richter ist ob der dilettantischen Fälschungen verblüfft. Kiener schildert, wie er Zahlen aus Dokumenten ausgeschnitten, sie auf Originale aufgeklebt, kopiert und dann an die Wirtschaftsprüfer gefaxt hat. Hin und wieder fälschte er die Dokumente auch am Computer.
Die manipulierten Zahlen waren mathematisch oft falsch (“Ich habe gar nicht gewusst, dass die Zahlen den Endbetrag ergeben mussten”), er verwechselte Euro und Dollar und erkannte eine fortlaufende Nummer nicht als solche. Da er immer die gleiche Vorlage benutzte, tragen sämtliche Belege über Jahre hinweg die gleiche Nummer. “Ich habe nicht realisiert, dass das unlogisch ist”, sagt Kiener. Er mag es nicht, als Depp dazustehen, er, der einst vom Anzeigenverkäufer zum Multimillionär wurde. Doch das Gefühl gibt ihm die Kammer.
Warum ist niemandem die Manipulation aufgefallen? Der Richter kann es nicht fassen. Wie Kiener denn reagiert hätte, wenn jemand die Manipulationen entdeckt hätte. Kiener grinst spitzbübisch. “Dann hätte ich mir etwas einfallen lassen. Ich hätte mich schon rausgeredet. Die Leute vertrauten mir eben.”
Im Prozess gegen Helmut Kiener wird deutlich, auf welcher Basis auch Banken dem mutmaßlichen Schwindler zweistellige Millionenbeträge anvertrauten: Präsentationen und Beschwichtigungen.
Investmentbanker Carlo P. hat es hinter sich. Erleichtert atmet er auf, raunt auf Englisch seinem Ex-Kollegen mit den zurückgekämmten, welligen Haaren von Barclays Capital zu: “Es ist nicht so schlimm wie erwartet.” Er nimmt erleichtert einen Schluck aus seiner Wasserflasche und lächelt. Der angesprochene Christian T. wirkt hingegen nervös. Denn er hat es noch vor sich. Nach der Pause am Mittag muss auch er vor der Strafkammer des Würzburger Landgerichts aussagen.
Es ist ein unangenehmer Termin. Noch sind beide Zeugen in dem Prozess vor dem Landgericht Würzburg gegen den mutmaßlichen Betrüger Helmut Kiener, dem die Anklage vorwirft, Anleger um 345 Mio. Euro geprellt zu haben. Etwa 170 Mio. Euro davon hat laut Klageschrift allein Barclays Capital versenkt. Doch schon bald könnten die beiden heute 40- und 32-jährigen Investmentbanker wieder vor Gericht stehen. In den kommenden Tagen reicht der Münchner Anwalt Peter Mattil Dutzende Klagen gegen Barclays ein. Er pocht auf Prospekthaftung.
Denn das Geldhaus ist auf den Fälscher hereingefallen, hat Subfonds für Kiener aufgelegt, Kiener vertraut, seine Versprechungen ungeprüft übernommen und ordentlich Kapital verbrannt – eigenes wie auch das von etlichen Anlegern.
Vor sechs Jahren waren es Carlo P. und Christian T., die auf den selbst ernannten Börsenguru aus dem Fränkischen reingefallen sind. Für Kiener war es der Ritterschlag. Zweifelten potenzielle Anleger an seiner perfekten Performance, wedelte er mit dem Prospekt von Barclays für ein Kiener-Zertifikat. Eine so renommierte Bank wird schon die Strategie und die K1-Fonds von Kiener unter die Lupe genommen haben, ehe sie Zertifikate auflegen – das glaubten viele.
Hatte sie aber nicht. Das wurde jetzt bei der Zeugenaussage deutlich. Carlo P. war damals für die Risikoabschätzung bei Derivaten zuständig. Mittlerweile arbeitet der in London lebende Banker nicht mehr für Barclays. Wie Carlo P. sagte, habe die Überprüfung Kieners sich auf zwei Bereiche beschränkt: Kieners Vergangenheit und sein selbst entwickeltes “semiautomatisches Allokationssystem”, über das Kiener angeblich seine Investitionen managte. Das habe – bei den irren Renditen – beeindruckt.
Bei der Überprüfung sei man zwar auf die Probleme Kieners mit der Finanzaufsicht BaFin aufmerksam geworden. Die Bafin hatte Kiener 2001 verboten, als Fondsmanager zu arbeiten und Beteiligungskapital zu verwalten. Kiener selbst hätte Ende November 2005 aber bei einem Kennenlerntreffen gesagt, die BaFin hätte generell Probleme mit Hedge-Fonds. Das schien Barclays zu reichen. Das Allokationssystem habe Barclays gereizt, sagte Christian T., bei Barclays im Sales-Team tätig. Kiener habe am PC eine Präsentation gegeben. “Es ist gut, wenn die Investmentmanager nicht nur aus dem Bauch heraus entscheiden”, sagte er. Was Barclays aber nicht überprüfte, waren die Fonds, in die Kiener investierte. Dann hätten sie gemerkt, dass Kieners System ein Bluff war. Über Subfonds nämlich wanderte das investierte Geld zu einem großen Teil wieder zu Kiener. “Nach außen hin”, sagte Carlo P., “sah es so aus, als hielte sich Kiener an die Richtlinien. Wir haben keine Fonds gecheckt, nur das Portfolio im Allgemeinen.”
Dabei sei es vornehmlich um zwei Punkte gegangen: Um die Vermeidung eines Klumpenrisikos und die Prüfung der Liquidität. Verlassen habe man sich auf die monatlichen Berichte Kieners.
Erst im Sommer 2008, als die Finanzkrise eskalierte, sei auch das Misstrauen gegenüber Kiener gewachsen. Ein neues Prüfungsteam habe Unstimmigkeiten festgestellt. Bei der Analyse habe man festgestellt, dass hinter verschiedenen Fonds wiederum Kiener-Produkte standen. Ein klassisches Klumpenrisiko, das ausgeschlossen werden sollte. Daraufhin habe man Kiener untersagt, weitere Investitionen zu tätigen, sagte Carlo P. Doch da war es bereits Anfang 2009, wenige Monate später klickten bereits die Handschellen.
Warum das nicht viel eher hätte stattfinden können, will der Richter wissen. “Das war unsere Hauspolitik, das nicht zu tun”, sagte Carlo P. Allein Kiener war verantwortlich für die Investitionen. Nie wurden sie im Vorfeld geprüft. Entschuldigend schiebt er nach: “Ich vermute, auch bei anderen Banken war das so.”
Wie groß der Schaden für Barclays insgesamt ist, können die Zeugen nicht beziffern. Auch nicht, wie viel Geld das Bankhaus mit dem Subtrust an Gebühren von Anlegern kassiert hat. Aber das wird Gegenstand anderer Verfahren sein.
(rockefeller-news/ma)











