Air Berlin – Auch Promis müssen jetzt blechen

02. Oktober 2011

Vorbei die Zeiten, in denen Prominente gratis die Air Berlin Flüge nutzen konnten. Bis vor kurzem gab es bei Air Berlin ein umfangreiches Programm, das es Prominenten erlaubte umsonst zu fliegen.

Doch nun hat die Fluggesellschaft Air Berlin das komplette Programm gestrichen. Wie die “Bild am Sonntag” berichtete waren bisher hunderte Prominente und auch ihre Familien kostenlos mit Air Berlin unterwegs. Jetzt wurde jedoch beschlossen, das Programm bis Jahresende einzustellen, wie ein Firmensprecher mitteilte.

Die “Bild am Sonntag” berichtet, dass es Prominente aus allen Sparten waren, die das umfangreiche Gratis-Flugprogramm nutzen durften. Egal ob VIP’s aus Kultur, Sport, Wirtschaft oder Unterhaltung, den Promis war es jederzeit gestattet weltweit umsonst zu fliegen. Und nicht nur das, auch ihre Familien profitierten von dem Angebot.

Wer im Besitz einer goldfarbenen “Counter Card Premium Plus” war, durfte das Angebot nutzen.

Air Berlin

Air Berlin will das Gratis-Flugprogramm für Prominente nicht weiterführen. (Foto: dapd)

Das Programm gibt es laut Bild-Informationen schon jahrelang. Doch erst jetzt ist es wieder spruchreif geworden. Als der langjährige Air Berlin-Chef Joachim Hunold bekannt gab, dass er sein Amt niedergelegt habe und so die Konzernleitung wechselte fiel das Flugprogramm der neuen Leitung direkt ins Auge. Wie es scheint hat Hunolds Nachfolger, der ehemalige Bahn-Chef Hartmut Mehdorn, nicht die Absicht, das Promi-Flugprogramm weiter laufen zu lassen.

Vielmehr verfolgt er die Linie, dass in dieser Hinsicht alle gleich sind und auch den vollen Preis zu zahlen haben.

Zudem könnte der Faktor, dass das Geschäft in den letzten Jahren nicht sehr gut lief, eine entscheidende Rolle gespielt haben. Bereits vor 20 Jahren wurde Air Berlin gegründet. 2008 war der Zeitpunkt erreicht an dem das Unternehmen in die roten Zahlen geriet. Air Berlin, die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands hat deshalb ein straffes Sparprogramm angesetzt. Innerhalb eines Jahres soll auf rund jede zehnte Maschine verzichtet werden.

(rockefeller-news)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.0/10 (1 vote cast)

Written by Rockefeller David

This article has 1 comment Comment this article »

Revolution auf dem Markt der Bildschirm Produktion

31. August 2011

IPad2 Tablet

Das IPad ist der große Vorreiter in Sachen Tablet. (Foto: ddp)

Die Bildschirm Produktion hat sich zum großen Geschäft entwickelt. Das dachten sich auch die Köpfe hinter den japanischen Namen Sony, Toshiba und Hitachi und beschlossen kurzerhand, ihre Produktion von kleineren und mittleren Displays zusammen zu legen.

Dadurch entsteht ein neuer Riese in der Bildschirm Produktion.

Ein neues Großunternehmen, das unter Regie der japanischen Innovationsagentur Innovation Network Corporation fungieren soll. Das Projekt wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 starten. Das kündigten die Beteiligten am Mittwoch an.

Nach dem IPad boomt der Markt für die berührungsempfindlichen Bildschirme. Die Tablets sind auf dem Vormarsch und in naher Zukunft sieht es nicht so aus, als würde sich die Nachfrage verringern.

Da das Angebot der Tablets und Touch-Displays steigt, geht der Preis jedoch zurück. Das merkten im vergangenen Jahr auch Sony und Hitachi, die in den roten Zahlen steckten.

Ganze 70 Prozent des neuen Unternehmens sollen an die Innovation Network Corporation gehen. Die Investitionsgesellschaft, die vom Staat und der Wirtschaft gefördert wird, dient dazu, neue Errungenschaften zu fördern.

200 Milliarden Yen, was 1,8 Milliarden Euro entspricht, sollen in das neue Unternehmen einfließen. Vor dem Zusammenschluss muss das Unterfangen jedoch noch von den Aufsichtsbehörden genehmigt werden.

(rockefeller-news/ks)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Written by Scholl Kerstin

This article has no comments yet. Comment this article »

Nachfrage nach Personal steigt

31. August 2011

Maschinenbau

Auch im Maschinenbau wird nach neuem Personal gesucht. (Foto: ddp)

Die Konjunktur macht viel Sorge, doch trotzdem steigt die Nachfrage nach Personal. In fast allen Bereichen wird nach qualifiziertem Personal gesucht.

Wie die Bundesagentur für Arbeit erst kürzlich veröffentlichte ist der Stellenindex im Vergleich zum Vormonat um fünf Punkte gestiegen. Die Behörde teilte mit: “In fast allen Branchen steigt die Nachfrage.”

Derweil gibt es neue Diskussionen über den Niedriglohnsektor. Eine Studie hatte diese neu entfacht, nachdem bekannt wurde, dass ein Viertel der Niedriglohn-Empfänger den Sprung zum Normalverdienst schaffen. Umgekehrt sind es weniger als 5 Prozent.

Die Studie basiert auf Aussagen von 20.000 Personen. Um zwischen Normallohn und Niedriglohn differenzieren zu können, wurde eine Grenze von 9 Euro bestimmt. Die Studie bestätigt ebenfalls, der der Niedriglohnsektor vor Armut schützt. Denn unter den Geringverdienern sind lediglich 16 Prozent von Armut gefährdet, unter Arbeitslosen beträgt die Zahl 60 Prozent.

Auch der Bereich der Normalverdiener ist in den letzten Jahren konstant geblieben, was heisst, dass es keine Gefahr gibt, dass die sogenannte Mittelschicht in den Niedriglohn-Bereich abrutschen könnte.

Der Niedriglohn kann daher auch als Einstiegslohn gesehen werden. Gefährlich sind lediglich Mindestlöhne, denn diese erschweren den Einstieg in die Arbeitswelt und verhindern gegebenenfalls den finanziellen Aufstieg.

Nichtsdestotrotz steigt in den Sektoren Bauvorbereitung, Maschinenbau, Metallindustrie sowie in Architktur- und Ingenieurberufen die Nachfrage nach Personal. Auch im Handel und der Logistik hat die Nachfrage nach Arbeitskräften seit dem vergangenen Jahr um ein Viertel zugenommen.

(rockefeller-news)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 7.5/10 (2 votes cast)

Written by Rockefeller David

This article has no comments yet. Comment this article »

Opel muss erstmals Mitarbeiter entlassen

30. August 2011

Opel Ampera

Der Opel Ampera soll bald in Bochum gebaut werden. (Foto: dapd)

Der deutsche Autobauer Opel muss das erste Mal in seiner Geschichte Mitarbeiter entlassen. In der Dienstagsausgabe der “Rheinischen Post” sagte Chef Karl-Friedrich Stracke, dass 78 Beschäftigte das Werk in Bochum verlassen müssen.

Die betriebsbedingte Änderungskündigung tritt in Kraft, wenn die Arbeiter das Angebot, in das Werk nach Rüsselsheim zu wechseln, abschlagen. Auf einer Veranstaltung der Universität Duisburg gab Stracke die Maßnahme, den Arbeitern Ersatzarbeitsplätze anzubieten, bekannt. Bereits am Dienstag sollen die Schreiben an die Betroffenen Mitarbeiter versandt werden.

Betriebsrats-Chef Rainer Einenkel kündigte jedoch an, dagegen vorgehen zu wollen, gegebenenfalls auch juristisch.

1.800 Arbeitsplätze sollen im Bochumer Werk gestrichen werden, um die Mitarbeiter der Nachfrage anzupassen, rechtfertigte Stracke sein Vorgehen weiter.

Bis auf die 78 verbliebenen hätten alle 1.800 die Maßnahme akzeptiert. Sie hätten entweder Abfindungen erhalten, oder hätten im Werk in Rüsselsheim eine neue Beschäftigung gefunden.

Das Werk in Bochum soll nach Strackes Aussagen noch mindestens fünf Jahre Bestand haben. Zur Zeit werden dort der alte Astra und der alter Zafira gebaut. Zudem hofft Opel auf einen Zuschlag, der den Bau der nächsten Opel-Ampera-Generation unterstützen soll. Für das Elektroauto lägen bereits jetzt, laut Stracke, 6.000 Bestellungen vor. Dieses wird noch beim Mutterkonzern General Motors in Detroit gebaut.

(rockefeller-news)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.0/10 (1 vote cast)

Written by Rockefeller David

This article has no comments yet. Comment this article »

Air Berlin auf Sparkurs – Hunold tritt zurück

19. August 2011

Air Berlin

Air Berlin muss sparen. (Foto: ddp)

Die Zweitgrößte deutsche Fluglinie, Air Berlin, muss sparen. Daher werden viele Strecken, die bisher geflogen wurden, gestrichen.

Der Chef von Air Berlin, Joachim Hunold, der die Fluggesellschaft 1991 gegründet hatte, bot bereits seinen Rücktritt zum ersten September an. Sein Nachfolger soll Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn werden, der Mitglied im Aufrichtsrat von Air Berlin ist. Ob Hunold seinen Posten ganz aufgibt oder nur übergangsweise ist ungewiss.

Air Berlin macht den hohen Ölpreis, de Luftverkehrrsteuer und die Unruhen in Nordafrika für ihre Verluste verantwortlich. Die bisherigen Sparmaßnahmen reichen nun nicht mehr aus.

Nun müssen Flugrouten gestrichen werden.
Darunter fallen die Strecken Hamburg – Neapel, Frankfurt – Neapel, Stuttgart – St. Petersburg, München – Kairo und Düsseldorf – Paris. Im Winter werden noch zusätzliche Strecken gestrichen. Auch der Standort Erfurt soll ganz den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.

Auch soll die gesamte Flotte um ganze acht Flugzeuge verringert werden. Damit soll die Kapazität der Fluggesellschaft um 5 Prozent abnehmen. 2012 fallen dadurch rund 16.000 Flüge weg. Air Berlin möchte sich vorwiegend auf Berlin, Düsseldorf, Wien und Palma de Mallorca konzentrieren.

Ob sich die Einsparungen bezahlt machen wird sich am Ende des Jahres zeigen. Sicher ist dies jedoch nicht. Zudem werden viele der Sparmaßnahmen erst im nächsten Jahr wirksam.

(rockefeller-news/ks)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.0/10 (1 vote cast)

Written by Scholl Kerstin

This article has no comments yet. Comment this article »

Die Norm ist zu langweilig – Frauen in Männerdomänen

04. August 2011

Der Mann hat einen handwerklichen Beruf und die Frau ist Sekretärin. So stellen sich heute noch viele die Rollenverteilung im Berufsleben vor. Die Klischees mit denen Frauen oft zu kämpfen haben lasten schwer. Doch es gibt viele Ausnahmen. Immer mehr emanzipierte Frauen ergreifen Berufe, die ursprünglich als typische Männerdomänen galten. Auch Katrin Rehm ist eine dieser Frauen. Auch wenn sich die 24-Jährige innerhalb ihres Maschinenbau Studiums an der Hochschule Pforzheim University mit Normen beschäftigt, so lässt sie sich doch nicht von der gesellschaftlichen Rollenverteilung einschränken.

Katrin Rehm

Katrin Rehm und ihre Projektgruppe nach Beendigung ihres Erstsemesterprojektes (Foto: privat)

Katrin, wie bist du darauf gekommen, Maschinenbau zu studieren?

Ich bin eigentlich über viele Umwege erst zum Maschinenbau Studium gekommen. Nach meiner mittleren Reife habe ich zuerst einen kaufmännischen Beruf gelernt. Nachdem ich mit der Ausbildung fertig war, wurde ich in einer Abteilung eingesetzt, die beides vereinte, sowohl den kaufmännischen, als auch den technischen Bereich. Da habe ich erst gemerkt, dass ich mich sehr für Technik interessiere. Daher beschloss ich nach einigen Jahren meine Fachhochschulreife nachzumachen um ein Studium aufnehmen zu können. Zuerst wollte ich Wirtschaftsingenieurwesen machen. Nachdem ich mich eingehend informiert hatte, war mir dies aber zu untechnisch. So kam ich auf Maschinenbau.

Deine Mitstudenten sind ja hauptsächlich männlich, wie reagieren diese auf dich als weibliche Kommilitonin?

Einige waren mit gegenüber zuerst etwas skeptisch. Jungs haben es auf diesem Gebiet etwas einfacher, da sie sofort akzeptiert werden. Ich musste mich durch gute Noten und viel Fachwissen erst ihnen gegenüber behaupten. Doch als sie gesehen haben, dass ich als Frau es genauso gut drauf habe wie sie selbst, war ich voll integriert. Mit meinen Mitstudenten verstehe ich mich super.

Gab es speziell negative oder auch positive Erfahrungen?

Wirklich negative Erfahrungen habe ich keine gemacht. Ich musste mir lediglich meinen Respekt erarbeiten, aber das war mit vorher eigentlich schon klar. Ich finde es auch nicht schlimm, denn in der wirklich Berufswelt wird genau das wieder auf mich zukommen. Der Beruf ist nun einmal immer noch in Männerhand.
Positiv finde ich, dass man sich sehr um die wenigen Frauen bemüht, die diesen Studiengang ergreifen. Die Hochschule hat auch dieses Jahr wieder am Girls Day teilgenommen, bei dem 14- bis 16-jährigen Mädchen technische Studienfächer näher gebracht werden. Ich finde das super, denn ich denke, man sollte Mädchen unterstützen, das zu tun, was sie wirklich wollen und ihnen nicht irgendwelche Berufe aufzwängen, nur weil das die Gesellschaft eben so vorgibt.
Bis jetzt hatte ich auch leider nur eine weibliche Professorin. Ich fände es schön, wenn sich auch das in Zukunft etwas ändern würde und es mehr weibliche Professoren an der technischen Fakultät geben würde.

Wie reagieren die Leute, wenn du ihnen erzählst, dass du Maschinenbau studierst?

Sie schauen mich ungläubig an. Versichern sich, ob das wirklich wahr ist. Die nächste Reaktion ist die schlichte Frage: Wie bist du denn darauf gekommen? Wenn ich ihnen diese Frage dann beantworte, dann verstehen sie es aber doch meistens und sind begeistert. Den meisten Frauen, die ich kenne, die auch etwas technisches studieren, geht es genauso.

Wo siehst du dich in 10 Jahren?

Hoffentlich arbeite ich dann glücklich in meinem Beruf und lerne noch viele neue aufregende Dinge kennen. Familie stelle ich daher erst einmal hinten an. Momentan ist das für mich noch kein Thema.

Was würdest du anderen Frauen raten, die sich in einem technischen Studiengang behaupten wollen?

Selbstsicher auftreten und sich vor allem grundlegend informieren. Denn die meisten Jungs haben doch Vorwissen, wenn sie mit ihren Vätern an den Autos rumschrauben oder dergleichen. Denn nur mit fundierten Wissen kann man sich den Respekt der männlichen Mitstudenten erarbeiten. Und auf keinen Fall von den Männern verunsichern lassen. Wenn man es wirklich machen will, soll man es auch durchziehen und sich nicht reinreden lassen.

(rockefeller-news/ks)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 8.4/10 (7 votes cast)

Written by Scholl Kerstin

This article has no comments yet. Comment this article »

Gold erreicht Rekordpreis

27. Juli 2011

Goldbarren (dapd)

Gold ist so wertvoll wie nie zuvor. (dapd)

Die US-Schuldenkrise hat den Goldkurs auf ein Allzeithoch steigen lassen. An den Börsen in Tokio, London und New York erreichten die Notierungen einen Rekordwert. Am Vormittag lag der Preis je Feinunze (etwa 31 Gramm) bei 1.625,20 Dollar. Der Goldkurs fiel im Tagesverlauf wieder leicht, stieg aber in der Mittagszeit noch einmal an. Gegen 15.00 Uhr notierte das Edelmetall bei 1624,00 Dollar.

Bereits in den vergangenen Tagen und Wochen war der Goldpreis infolge der Eurokrise und der Schuldenproblematik in den USA immer weiter gestiegen. Auch bei den Verbrauchern wird Umfragen zufolge das Gold als Anlage immer beliebter.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Goldhändlers Pro Aurum, ergab, dass jeder zweite Deutsche Gold derzeit für eine lohnende Kapitalanlage hält. Der Umfrage zufolge haben acht Prozent der Bürger Geld in Gold oder Silber angelegt. Zwei Prozent der Befragten beabsichtigten, sich in den kommenden sechs Monaten Edelmetall-Anlagen zu kaufen.

Eine Umfrage im Auftrag des Magazins “Stern” ergab, dass etwa jeder dritte Deutsche erwägt, seine Ersparnisse künftig in Gold anzulegen. Vor allem jüngere Menschen spielten mit diesem Gedanken. Grund sei die Sorge vor einem Wertverfall des Euro. So befürchteten 63 Prozent der Befragten einen Wertverlust ihrer Ersparnisse. 25 Prozent äußerten große, 38 Prozent etwas Sorge.

(dapd/rockefeller-news/ss)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Written by Sebastian

This article has 1 comment Comment this article »

Euro-Länder einigen sich auf weiteres Rettungspaket

22. Juli 2011

Merkel beim Euro-Gipfel (dapd)

Mit ihrer Forderung auf Beteiligung des Privatsektors hat sich Kanzlerin Merkel durchgesetzt. (dapd)

Nach monatelangen Verhandlungen wagt die Eurogruppe den Befreiungsschlag: Mit einem neuen Rettungspaket für Griechenland von 109 Milliarden Euro, einem Bankenbeitrag von 37 Milliarden Euro bis 2014 und Kreditzusagen für andere Sorgenkinder wie Italien und Spanien soll die Schuldenkrise eingedämmt werden. Der Sondergipfel am Donnerstag in Brüssel einigte sich auf einen überraschend weitreichenden Plan. “Wir sind uns einig, weiterhin Unterstützung für Länder mit Sparprogrammen zu leisten, bis sie Marktzugang haben”, sicherten die Staats- und Regierungschefs zu.

Der Euro-Rettungsfonds EFSF wird aufgewertet. Er soll Vorsorgeprogramme fahren, Finanzinstitutionen rekapitalisieren können – auch in Ländern, die nicht unter seinen Schutz geschlüpft sind – und sogar Anleihen aufkaufen können. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy nannte ihn sogar “Europäischen Währungsfonds”.

Merkel sprach von einem “wichtigen Tag”, der ein Mehr an Sicherheit für den Euro und damit für die Menschen in Deutschland bedeute. Die Zinsen für Griechenland sollen auf 3,5 Prozent begrenzt werden, was dem Land in den kommenden Jahren 30 Milliarden Euro spare, sagte Sarkozy. Die Beteiligung des Privatsektors werde die Schuldenlast noch einmal um den gleichen Betrag reduzieren.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) gab sein Plazet. “Wir haben die klare Absicht, ein aktiver Teilnehmer an dem neuen Programm zu sein”, sagte seine neue Chefin Christine Lagarde in Brüssel. Der genaue Betrag müsse aber noch berechnet werden.

Mit ihrem Plan wagt sich die Eurozone in vielen Bereichen auf Neuland. Erstmals wird der Privatsektor in die Rettung einbezogen. Banken und Fonds sollen dafür ihre Griechenland-Anleihen in neue Papiere mit niedrigeren Zinsen und längeren Laufzeiten umtauschen oder die Konditionen ihrer Titel verbessern. Deren Beitrag liege bis 2014 bei “geschätzten” 37 Milliarden Euro, bis zum Jahr 2019 bei 106 Milliarden Euro, heißt es in der Gipfelerklärung.

Tagesthemen vom 21.7.2011.

Dafür wird riskiert, dass die Ratingagenturen Griechenland für die Zeit des Anleihen-Umtausches auf bankrott herabstufen. “Diese Möglichkeit wird nicht ausgeschlossen”, sagte Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker. Dennoch gab auch die Europäische Zentralbank (EZB) am Ende nach. Der Pleite-Zustand soll laut Diplomatenangaben auf wenige Tage beschränkt werden, indem für sämtliche Anleihen quasi über Nacht neue Verträge geschlossen werden.

Für die Überbrückungszeit müssen die Euroländer bei der EZB allerdings 35 Milliarden Euro als Sicherung einzahlen. Das werde ausreichen und sei eine akzeptable Lösung, verlautete aus Zentralbankkreisen.

Der Präsident der EZB, Jean-Claude Trichet, äußerte sich zufrieden über den Ausgang des Gipfels. Die Bedingungen der Zentralbank seien erfüllt worden. Griechenland sei ein Sonderfall, bei dem der Privatsektor einbezogen werde in die Hilfen. Die Staats- und Regierungschefs hätten sich aber dazu verpflichtet, dass es dabei bleibe.

Die heikle Operation des Umtausches werde wohl im Herbst erfolgen, hieß es in EU-Diplomatenkreisen, wenn alle komplizierten technischen und juristischen Details geklärt sind. Die Hoffnung ist, dass die Ratingagenturen so lange mit der Herabstufung warten.

Als zusätzliche Notmaßnahme wird der Euro-Rettungsfonds EFSF griechische Altschulden zu Marktpreisen aufkaufen, im Nettovolumen von 12,6 Milliarden Euro in den kommenden zwei Jahren. Besonders das war für die Berliner Koalition bislang eine rote Linie, die Merkel angesichts des massiven Drucks zu einer Überwindung der Schuldenkrise aber überschritten hat.

Durch die Beteiligung des Privatsektors droht dennoch eine erhebliche Ansteckungsgefahr, weil die Zinsen für Staatsanleihen anderer Wackelkandidaten nach oben schießen könnten. Aus dem Grund hatte sich die EZB erbittert dagegen gestemmt. Um die Gefahr zu bannen, sollen auch für Portugal und Irland die Zinsen der laufenden Kreditprogramme gesenkt und die Laufzeiten verlängert werden. Darüber hinaus werden für andere Wackelkandidaten wie Italien oder Spanien “vorbeugend” günstige Kredite bereitgehalten, ohne dass sie genutzt werden. Das Geld “im Schaufenster” soll die Finanzmärkte beruhigen und nur im Notfall ausgezahlt werden, und dann auch nur gegen neue Konsolidierungsauflagen.

Frankreich und Deutschland hatten sich für den Kompromiss deutlich aufeinander zubewegt und damit den Durchbruch ermöglicht. Sarkozy willigte schließlich in die deutsche Kernforderung nach einer Privatsektor-Beteiligung ein und ließ seinen Wunsch nach einer Bankensteuer fallen. Und Merkel machte den Weg zu weit umfassenderen Hilfen für Griechenland und für neue Aufgaben für den Rettungsfonds EFSF frei. Ob dieser für den Schuldenaufkauf aufgestockt werden muss, blieb am Donnerstag zunächst offen. Sollten die bereit stehenden 440 Milliarden Euro ausreichen, müsste Berlin für den neuen Rettungsplan keine neuen Garantien hinterlegen.

(dapd/rockefeller-news/ss)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Written by Sebastian

This article has 1 comment Comment this article »

Zigarettenabsatz leidet unter Preiserhöhung

20. Juli 2011

Zigaretten (dapd)

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr weniger Zigaretten gekauft. (dapd)

Nach der kräftigen Preiserhöhung für Zigaretten Anfang Mai ist der Absatz kräftig eingebrochen. Im zweiten Quartal wurden 10,9 Prozent weniger Zigaretten versteuert als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Ebenfalls rückläufig war die Menge des versteuerten Tabak-Feinschnitts (minus 9,7 Prozent).

Am 1. Mai war der Preis pro Schachtel um 20 Cent gestiegen. Hintergrund war die am selben Tag steigende Tabaksteuer. Allerdings satteln die Tabakkonzerne zusätzlich zu den Steuern beim Preisanstieg noch kräftig obendrauf.

Die Zigarettenindustrie hält den Absatzeinbruch nicht für dauerhaft: “Die Kunden haben vor dem Mai Vorräte angelegt und dann weniger nachgefragt. Nach unserer Erfahrung gleicht sich dieser Effekt aber nach einem Quartal wieder aus”, sagte die Sprecherin des West-Herstellers Reemtsma, Svea Milena Schröder, in Hamburg.

Insgesamt wurden nach Berechnungen der Statistiker im zweiten Quartal 2011 Tabakwaren im Wert von 5,4 Milliarden Euro versteuert. Das waren 388 Millionen Euro beziehungsweise 6,8 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Gestiegen ist der Absatz von Zigarren und Zigarillos um 5,8 Prozent und der von Pfeifentabak sogar um 15,0 Prozent. Vor allem Zigarillos sind vergleichsweise günstiger als Zigaretten, so dass preisbewusste Raucher auf diese Produkte ausweichen.

Der Preis für eine 19er-Schachtel Markenzigaretten stieg am 1. Mai um etwa fünf Prozent: Ein Päckchen der Sorte Lucky Strike kostet nun 4,80 Euro. Noch teurer wurde die meistverkaufte Marke Marlboro, die mit 4,90 Euro nur noch knapp unter der 5-Euro-Marke liegt.

Zum Mai stiegt die Tabaksteuer um vier bis acht Cent. Doch dabei bleibt es nicht. Beschlossen ist eine jährliche Anhebung bis 2015 in ähnlicher Größenordnung. Damit drohen von 2012 bis 2015 Preissteigerungen pro Schachtel von mindestens zehn Cent. Der nächste Steuerschritt kommt zum 1. Januar. Ob die Konzerne die Steuererhöhung schlucken oder an die Kunden weiterreichen werden, sagen sie bisher nicht.

Aber es deutet sich an, dass die Tabakindustrie auch die für 2012 bis 2015 beschlossene Steueranhebung nutzen wird, um zusätzliche Preiserhöhungen durchzusetzen: Traditionell steigt der Preis für eine Schachtel in Deutschland immer nur in Schritten von vollen zehn Cent. So sollen krumme Summen an der Kasse vermieden werden. Zum 1. Januar wird die nächste Steuererhöhung von vier bis acht Cent wirksam. Es scheint klar, dass der Endverbraucherpreis um mindestens zehn Cent steigen wird.

Raucher sind für den Staat eine ergiebige Quelle: 13,5 Milliarden Euro brachte allein die Tabaksteuer 2010 ein, dazu kommen noch die Mehrwertsteuer und die Ertragssteuern der Zigarettenindustrie. Die Bundesregierung will mit der jüngsten Erhöhung einen Teil der Einnahmeausfälle ausgleichen, die entstanden sind, weil Unternehmen mit hohem Energieverbrauch bei der Ökosteuer entlastet werden. Die Erhöhung soll 2011 rund 200 Millionen Euro mehr in die Staatskasse spülen und 2015 eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr bringen.

In der Vergangenheit wurden immer wieder verschiedene politische Zwecke von den Rauchern finanziert: Im Zeitraum von 2002 bis 2005 wurde die Tabaksteuer insgesamt fünfmal erhöht, zur Finanzierung von Maßnahmen zur Anti-Terror-Bekämpfung und zur Finanzierung von Teilen der Gesundheitsreform.

Allerdings sind die Einnahmen nicht verlässlich: Immer mehr Schmuggelzigaretten kommen nach Deutschland, außerdem wechseln immer mehr Verbraucher zu billigeren Produkten oder geben das Rauchen ganz auf. In den vergangenen Jahren sind viele Raucher zu selbst gestopften Zigaretten gewechselt, weil loser Tabak weniger stark besteuert war. Diesen Preisvorteil beschnitt die Bundesregierung jetzt mit der überdurchschnittlichen Anhebung der Abgaben auf Dreh- und Stopftabak.

(dapd/rockefeller-news/ss)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.5/10 (2 votes cast)

Written by Sebastian

This article has no comments yet. Comment this article »

Online Magazin Konzept & Realisation Oberhauser.com Geladen in 2,748 Sekunden. Abfragen ausgeführt 37. Peak-Speichernutzung 62697 KB.