Opel-Aufsichtsrat wählt neue Führungsspitze

26. März 2011

Opel Werke

Der Opel-Aufsichsrat will am 11. April neu abstimmen. (Foto: Roberto Pfeil/dapd)

Essen. Der Opel-Aufsichtsrat will einem Medienbericht zufolge am 11. April über die geplanten Umwälzungen in der Chefetage abstimmen.

In einer Sondersitzung solle dann die Wahl Karl-Friedrich Strackes zum neuen Vorstandschef stattfinden, berichteten die Zeitungen der “WAZ”-Gruppe in der heutigen Ausgabe unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der bisherige Opel-Chef Nick Reilly werde dannan die Spitze des Aufsichtsrates rücken. Ein Unternehmenssprecher sagte, er wolle sich zu dem Bericht und über den Zeitpunkt der Wahl nicht äußern.

Der Vorstoß von Konzernbetriebsratschef Klaus Franz, der mit einem Gegenvorschlag zur Personalie Stracke gedroht hatte, findet nach Informationen der “WAZ”-Gruppe keine Unterstützung am Opel-Standort in Bochum. “Das halten wir nicht für klug”, erklärte der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel demnach.

Für die Bochumer Belegschaft “gibt es wichtigeres als solche Spiegelfechtereien“. Die Eigenständigkeit der Opel AG dürfe aber durch die Personalien nicht gefährdet werden.

Lena Meyer-Landrut als Auszubildende bei Opel – für einen Tag:

(dapd; rockefeller-news/up)

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Written by UrsPid

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Zeitungsverleger setzen auf Tablet-Computer

26. März 2011

Tablet-Computer

Tablet-Computer wecken bei Zeitungsverlegern große Hoffnungen auf Umsätze (Foto: Charles Rex Arbogast/dapd)

Berlin. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sieht positive Chancen durch die sogenannten Tablet-Computer.

Sie bieten eine tolle Möglichkeit, das Lesemedium Zeitung mit der digitalen Welt optisch und inhaltlich attraktiv zu verbinden und dem Leser/Nutzer zu präsentieren”, sagte BDZV-Sprecherin Anja Pasquay am Freitag Anfrage. Abgesehen davon seien die Nutzer aber auch mit dem Aufkommen von digitalen Applikationen für Smartphones und Tablets erstmals in großer Zahl bereit, für redaktionelle Inhalte aus dem Netz zu bezahlen.

Mit Blick auf die Einführung des Tablet-PC iPad 2 von Apple betonte sie: “So bemerkenswert die iPad-2-Version sein mag, so sehr setzen die Verlage aber auch auf Tablet-Entwicklungen anderer Anbieter, etwas Samsung und Motorola.” Diese Geräte ermöglichten den Vertrieb der Apps über unabhängige Plattformen. “Daher blicken wir natürlich erwartungsvoll auch auf Geräte, die mit Android-Software arbeiten.”

Bisher sollen laut BDZV 600.000 bis 800.000 Exemplare des iPad in Deutschland verkauft worden sein. Man sei gespannt, ob die neue Version dem Markt zusätzliche Impulse gebe. Prognostiziert würden bis zu 1,4 Millionen verkaufte Geräte bis Ende des Jahres.

Die deutschen Verlage werden weiterhin mit Apple zusammenarbeiten und ihre Angebote als Apps für das iPad auf den Markt bringen. Und dies bei allen Schwierigkeiten, die wir mit Apple haben und die die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger jüngst auch gegenüber dem Unternehmen artikuliert haben”, betonte die Sprecherin. “Die Apple-Spitze kennt unsere Kritik.” Zwischen den Verlegern und Apple gibt es Differenzen über die Nutzungsbedingungen für App-Angebote auf dem iPad.

Der Nachfolger von Apples erfolgreichem Tablet-PC iPad sollte ab Freitag in Deutschland zu haben sein. Der Ladenverkauf sollte nach Angaben des Unternehmens um 17.00 Uhr starten. Neben Deutschland beginnt der Verkauf an diesem Freitag in 24 weiteren Ländern. Das Vorgänger-Modell kam in den USA im März vergangenen Jahres auf den Markt, seit Mai ist es auch in Deutschland erhältlich. Das Gerät ermöglicht unter anderem die Wiedergabe von Videos und Musik und dient als Lesegerät für Bücher und Zeitungen. Zahlreiche Verlage bieten ihre Produkte bereits für das iPad an.

(dapd; rockefeller-news/up)

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Written by Ortwin Oberhauser

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Erste Versorgungsengpässe in Japan

26. März 2011

In Japan wächst weiterhin die Angst vor der tödlichen radioaktiven Strahlung aus dem leckenden Atomkraftwerk von Fukushima. Laut Regierungsangaben war zwar am Donnerstag die Strahlenbelastung des Trinkwassers in der Millionenmetropole wieder unter den für Kleinkinder erlaubten Grenzwert gesunken. Zu Panikkäufen, vor allem von Trinkwasser, kam es aber dennoch.

Die Strahlenbelastung im Trinkwasser ist bereits so hoch, dass Säuglinge nicht mehr ungefährdet davon trinken können. (Foto: Lee Jin-man/AP/dapd)

So wird abgefülltes Trinkwasser inzwischen in manchen Teilen Japans schon knapp, doch es sind bereits andere Lebensmittel von Verstrahlung betroffen: Vor allem in Milch und verschiedenen Gemüsesorten aus der Region Fukushima wurden bereits eindeutig überhöhte Strahlenwerte gemessen.

Mehrere Länder haben bereits die Einfuhr von Lebensmitteln aus Japan gestoppt, in Deutschland soll ab diesem Wochenende damit begonnen werden, aus Japan stammende Lebensmittel nur noch unter bestimmten, sehr strengen Auflagen in den Handel zu lassen.

Große internationale Transportunternehmen haben bereits verfügt, dass ihre Frachtschiffe die Häfen von Tokio und Yokohama in nächster Zeit nicht mehr ansteuern dürfen; dabei steht für die Reedereien der Schutz der Schiffsbesatzungen vor der gefährlichen Strahlung an erster Stelle. Doch gerade diese Vorsichtsmaßnahme könnte für die leidgeprüfte Bevölkerung Japans die Lage zusätzlich verschärfen: Bereits jetzt leidet die japanische Wirtschaft unter Lieferengpässen dringend benötigter Industriegüter; wenn sich noch mehr der großen internationalen Transportunternehmen für dieses Vorgehen entscheiden, könnte die Versorgungslage in Japan noch angespannter werden.

Derweil stemmt sich im AKW Fukushima immer noch eine Handvoll Arbeiter mit der Kraft der Verzweiflung dem Super-GAU entgegen; ein Kampf, von dem immer weniger Experten glauben, dass er noch gewonnen werden kann. Vor allem Block 3 des havarierten Kraftwerks gibt Anlass zu grösster Sorge: Dort wurde mit Mischbrennstäben Energie erzeugt, die zum Teil aus Plutonium bestehen.

Plutonium ist einer der gefährlichsten Stoffe überhaupt, bei seiner Entdeckung haben die Physiker ihm ob seiner zerstörerischen Eigenschaften den Namen Plutos, des römischen Gottes der Unterwelt gegeben. Die Halbwertzeit wird mit ca. 24.000 Jahren (!!!) angegeben. Das würde bedeuten, dass die Region rund um Fukushima praktisch für immer und ewig unbewohnbar bleibt – und das immer vorausgesetzt, dass die Kernschmelze doch noch im letzten Moment aufgehalten werden kann.

So bleibt für Zehntausende Flüchtlinge aus der Region weiterhin die Frage offen, ob sie überhaupt irgendwann wieder zurück in ihre Heimat können; angesichts der Tatsache dass die Regierung bereits allen Menschen die im Umkreis von 30 km des Kraftwerks leben empfohlen hat, sich ebenfalls in Sicherheit zu bringen dürften die Aussichten dafür nicht all zu gut stehen.

(rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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Tennessee Williams wäre heute 100 Jahre alt geworden

26. März 2011

Tennessee Williams

Vor genau 100 Jahren wurde der berühmte Schriftsteller Tennessee Williams geboren. (Foto: Marty Reichenthal/AP/dapd)

Berlin. Heute wäre Tennessee Williams 100 Jahre alt geworden. Williams gilt als einer der bedeutendsten US-Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Berühmt wurde er mit Werken wie “Die Katze auf dem heißen Blechdach” und “Endstation Sehnsucht”. Stars wie Marlon Brando und Elizabeth Taylor spielten in den Verfilmungen seiner Werke mit.

Als Williams am 26. März 1983 in einem New Yorker Hotel starb, war seine Karriere seit Jahren ins Stocken geraten. Fast 40 Jahre nach seinem Durchbruch am Broadway waren gute Kritiken selten geworden, die New York Times nannte ihn in ihrem Nachruf “fett und heruntergekommen”.

Geboren wurde Williams 1911 unter dem Namen Thomas Lanier Williams. Sein Vater, ein reisender Textilkaufmann, soll ein Trinker und Poker-Spieler gewesen sein, seine Mutter hoch neurotisch. Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er zu schreiben. “Ich denke, ich war ein geborener Schriftsteller”, sagte er einmal in einem Interview mit “The Paris Review”.

1931 begann er ein Studium der Theologie und Literatur, das er aus wirtschaftlichen Gründen unterbrechen musste. Zwei Jahre lang arbeitete er als kaufmännischer Angestellter in einer Schuhfabrik, versuchte in den Nächten zu schreiben, erlitt dabei allerdings einen Nervenzusammenbruch. Erst 1938 schloss er mit einem Bachelor of Arts an der Staatsuniversität von Iowa ab.

Sein erstes abendfüllendes Werk “Schlacht der Engel” wurde 1940 in New York mit nur geringem Erfolg aufgeführt. Es folgten für ihn harte Jahre, in denen Williams sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlug. Der Durchbruch gelang dem Schriftsteller 1945 mit dem Familiendrama “Die Glasmenagerie”, das autobiografische Züge trägt. Für “Endstation Sehnsucht” erhielt er 1947 den Pulitzer-Preis. Das Werk wurde mit Marlon Brando und Vivien Leigh verfilmt.

Den zweiten Pulitzer-Preis bekam Williams 1955 für das Schauspiel “Die Katze auf dem heißen Blechdach”, in dessen Verfilmung Liz Taylor und Paul Newman die Hauptrollen spielten. Taylor war auch 1959 neben Katherine Hepburn in der Verfilmung von “Plötzlich im letzten Sommer” zu sehen.

In den folgenden Jahren nahm die Kritik Williams Werke meist kühl auf und der Schriftsteller geriet in eine tiefe Lebenskrise. Berichte über Drogenabhängigkeit und psychiatrische Behandlungen machte die Runde. Die geistige Instabilität seiner Schwester Rose und der Tod seines Sekretärs und Lebensgefährten trafen ihn schwer. Sein Streben nach Sicherheit und Glück blieb am Ende erfolglos. Als er 1983 starb, war er 71 Jahren alt.

(dapd; rockefeller-news/up)

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Sorge um chinesischen Menschenrechtsaktivisten Liu Xiaobo

26. März 2011

Liu Xiaobo

Seit Oktober gibt es keinerlei Informationen zum Aufenthaltsort von Liu Xiaobo. (Foto: dapd)

Oslo. Das norwegische Nobelpreiskomitee sorgt sich um den chinesischen Menschenrechtsaktivisten und Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo.

Das Komitee habe seit Oktober keinerlei Informationen über den Aufenthaltsort Lius erhalten, sagte der Sekretär des Komitees, Geir Lundestad.

Damals war die Verleihung des Preises an den inhaftierten Liu verkündet worden. Kurz darauf durfte ihn seine Ehefrau im Gefängnis besuchen.

Die chinesische Regierung kritisierte die Verleihung an Liu scharf und sprach von einer Ehrung für einen Kriminellen.

Wie schon mehrere Nobelpreisträger vor ihm durfte er seine Auszeichnung nicht persönlich entgegennehmen.

Dass derzeit praktisch gar nichts über Liu Xiaobo in Erfahrung zu bringen sei, nannte Lundestad aber beispiellos.

(dapd; rockefeller-news/up)

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Folgen einer Indiskretion: Schnappauf-Rücktritt und Druck auf Brüderle

26. März 2011

BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf

BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf gab seinen Rücktritt bekannt. (Foto: Michael Gottschalk/dapd)

Berlin. Am morgigen Sonntag finden die beiden wichtigen Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz statt. Entsprechend kopflos scheint es in der Poltik zuzugehen.

Am Donnerstag war das Protokoll eines Gesprächs Brüderles mit Vertretern des Bundesverbands der Deutschen Industrie bekannt geworden, wonach Brüderle dort gesagt haben soll, dass das Atom-Moratorium mit den bevorstehenden Landtagswahlen zusammenhängt. Noch am gleichen Tag erklärte der BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf, es liege ein Protokollfehler vor. Allerdings berichtete die “Süddeutsche Zeitung” am Freitag, Teilnehmer der fraglichen Sitzung hätten Brüderles Äußerung bestätigt.

Es folgte der Rücktritt von Schnappauf und auch Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gerät nun immer mehr unter Druck. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil und Linken-Fraktionsvize Dietmar Bartsch forderten den FDP-Politiker auf, seinerseits Konsequenzen zu ziehen. Den Schritt Schnappaufs werteten die Oppositionspolitiker als Eingeständnis, dass Brüderle beim BDI tatsächlich von einem Wahlkampfmanöver gesprochen hatte.

Heil forderte Brüderle auf, angesichts “einer komplett gescheiterten Energiewirtschaftspolitik und dem unehrlichen Umgang der Bundesregierung mit diesem Thema” Konsequenzen zu ziehen. Heil sprach von einem Bauernopfer.

Ähnlich äußerte sich auch Grünen-Chefin Claudia Roth. “Das Bauernopfer Schnappauf muss gehen, weil Brüderle aussprach, was jeder sowieso schon wusste: Merkels Atom-Moratorium ist ein Wahlkampftrick”, sagte Roth “Handelsblatt Online”.

Gabriel warf der Bundesregierung panische Reaktionen vor – indirekt machte er diese damit mitverantwortlich für die Entscheidung Schnappaufs. Früher sei jemand rausgeflogen, wenn er ein Protokoll gefälscht habe. “Heute fliegt er schon, wenn er richtig mitgeschrieben hat”, spottete Gabriel am Freitag in Berlin. “Früher mussten Politiker Angst davor haben, wenn sie beim Lügen erwischt wurden. Heute, wenn sie bei der Wahrheit ertappt werden”, sagte der SPD-Chef.

Nach Ansicht von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann ist mit Schnappauf allerdings der falsche zurückgetreten. “Ehrlichkeit darf nicht bestraft werden”, sagte er. Der Rücktritt zeige, “wie sehr Brüderles ehrliche Worte die Koalition getroffen haben”.

Schnappauf hatte am Freitag seinen Rücktritt zum 31. März verkündet. Er wolle damit die politische Verantwortung für die Folgen einer Indiskretion übernehmen, an der er allerdings nicht beteiligt gewesen sein. Damit solle möglicher Schaden für das Verhältnis von Wirtschaft und Politik abgewendet haben, teilte Schnappauf weiter mit.

(dapd; rockefeller-new/up)

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Written by UrsPid

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Erdbeben erschüttert Thailand, Laos und Birma

25. März 2011

Die Krisenregion rund um Birma,Thailand,Laos(Foto:Wikimedia.org)

Die Krisenregion rund um Birma,Thailand,Laos(Foto:Wikimedia.org)

Rangun/Bangkok: Die Welle der Naturkatastrophen in Asien reisst nicht ab. Ein schweres Erdbeben der Stärke 6,8 hat am Donnerstag das Dreiländereck zwischen Thailand, Laos und Birma erschüttert. Das Epizentrum des Bebens lag in Birma, knapp 590 Kilometer nordöstlich der Hafenstadt Rangun und rund 90 Kilometer nördlich von Chiang Rai in Nordthailand, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilte.

Das Beben sei sowohl in Rangun als auch im burmesischen Regierungssitz Naypyidaw im Landesinnern zu spüren gewesen, berichteten Anwohner. Auch in Bangkok, etwa 800 Kilometer südlich des Epizentrums, waren die Auswirkungen der Erschütterung noch zu spüren.

Bislang wurden mindestens 74 Tote und 111 Verletzte gezählt, wie das staatliche Radio am Freitag berichtete. 390 Häuser, 14 buddhistische Klöster und neun Regierungsgebäude seien beschädigt worden.

Das Rote Kreuz reagierte unverzüglich und schickte Mitarbeiter und Hilfspakete mit dem Nötigsten in die Region. Leider ist die betroffene Gegend abgelegen und Informationen fliessen nur spärlich; in einige Gebieten konnten die Rettungsteams mit Ihren Geräten noch gar nicht vordringen.

Die Berichterstattung wird zusätzlich erschwert, da Burma zu den ärmsten Ländern Asien gehört. Das herrschende Militärregime verfolgt im Fall von Naturkatastrophen eine äusserst restriktive Informationspolitik.

(news,ch/rockefeller-news/fh)

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Written by Francisco Hafner

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Kleine Strahlenkunde – Maßeinheiten und ihre Bedeutung

25. März 2011

Fukushima: Seit der Havarie vergeht kein Tag ohne neues Atom-Fachchinesisch in den Medien. (Foto: DigitalGlobe/dapd)

Fukushima: Seit der Havarie im Atomkraftwerk Fukushima vergeht kein Tag ohne neues Atom-Fachchinesisch in den Medien. (Foto: DigitalGlobe/dapd)

Wenn Atomkerne zerfallen, entstehen verschiedene Arten von Teilchenstrahlung und elektromagnetischer Strahlung. Die Menge, der Energieinhalt und die biologische Wirksamkeit ist von Element zu Element, von Strahlungsart zu Strahlungsart unterschiedlich.

Den Experten stehen unterschiedliche Messgrößen und Maßeinheiten zur Verfügung, je nachdem welche Aussage über das radioaktive Material getroffen werden soll. Da man seit dem 11. März aus allen Medien mit diesen Fachbegriffen bombardiert wird, hier nun ein kleiner Überblick:

Becquerel (Bq): Die Aktivität gemessen in Becquerel (Bq) gibt an, wie viele radioaktive Kerne pro Sekunde zerfallen und dabei die sogenannte radioaktive Strahlung erzeugen. Das Becquerel ist recht anschaulich hörbar, wenn man einen Geigerzähler oder ein anderes Messgerät für Radioaktivität verwendet: Ein “Knack” ist ein radioaktiver Zerfall, einmal pro Sekunde bedeutet dies “1 Becquerel”, bei 100 Knacks pro Sekunde sind es “100 Becquerel”.

Gray (Gy): Die Dosis gemessen in Gray (Gy) gibt an, wie viel Energie (in Joule) durch Strahlung pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen wird.

Sievert (Sv): Die Äquivalenzdosis wird in Sievert (Sv) gemessen. Da ein Sievert eine relativ große Einheit ist, sprechen Experten von Millisievert (=ein Tausendstel Sievert, Mikrosievert (=ein Millionstel Sievert) und bei sehr kleinen Dosen von Nanosievert (=ein Milliardstel Sievert)

Dosisleistung: Die Dosisleistung gibt an, wie viel Energie pro Zeit (also Leistung) pro Kilogramm aufgenommen wird. Normalerweise ist diese klein und liegt im Bereich von wenigen tausendstel Sievert (Millisievert) pro Jahr.

Stundenwerte: Aktuelle Messwerte werden auch als Stundenwerte angegeben. In der Berichterstattung um das havarierte Kraftwerk Fukushima I in Japan wurde von Werten mit einigen hundert mSv berichtet, gemeint waren dabei immer mSv/h.

Äquivalenzdosis: Für alle anderen Personen gilt, dass durch technische Anlagen oder künstlich eingebrachte radioaktive Stoffe pro Jahr maximal 1 mSv Äquivalenzdosis aufgenommen werden dürfen. Diese Grenzwerte sind in der EU-Vorschrift 96/29/EURATOM geregelt.

Alpha-, Beta- und Gammastrahlung unterscheiden sich in ihrem Energieinhalt und in ihrer Reichweite. Alphastrahlung beispielsweise kommt in der Luft nur wenige Zentimeter weit, Betastrahlung schafft es auf einige zehn Zentimeter. Die Gammastrahlung hingegen wird erst in fester Materie nennenswert aufgehalten, zur Abschirmung ist zum Beispiel Blei mit einer Dicke von mehreren zehn Zentimetern notwendig.

Der natürliche Strahlungshintergrund liegt in Deutschland je nach Region zwischen 0,6 Millisievert pro Jahr (mSv/a) in der norddeutschen Tiefebene und über 1,2 mSv/a in den Mittelgebirgen.

Erwachsene, die durch ihre Arbeit radioaktiver Strahlung ausgesetzt sind, dürfen in fünf Jahren nicht mehr als 100 mSv aufnehmen, wobei in einem einzelnen Jahr nicht mehr als 50 mSv erreicht werden dürfen. Das entspricht etwa dem 20-fachen der natürlichen Strahlenbelastung.

(Quellen: Welt der Physik, herausgegeben von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) und dem Bundesforschungsministerium; Physikalisch-Technische Bundesanstalt)

(dapd; rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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Das Osterei als Kunstobjekt

25. März 2011

Eine kleine Auswahl der Kunstwerke, die noch bis 6. Mai zu sehen sind. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd)

Eine kleine Auswahl der Kunstwerke, die noch bis 6. Mai zu sehen sind. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd)

Am Samstag, dem 26. März, wird in Drebkau im „Museum Sorbische Webstube“ die Sonderausstellung „Ostereier – Osterbräuche“ eröffnet.

Laut Angaben des Veranstalters ist dies die „größte Ostereier-Ausstellung Südbrandenburgs“ und kann bis einschließlich Freitag, dem 6. Mai besucht werden.

In der Sorbischen Webstube werden bis zu 2.400 bunt verzierte und künstlerisch sehr anspruchsvoll gestaltete Ostereier aus immerhin 56 Ländern gezeigt.

Zu sehen ist neben vielen anderen kleinen Kunstwerken zum Beispiel das berühmte genagelte Osterei aus der Sammlung Lotar Balke (auf unserem Foto: Mittlere Reihe, drittes von links).

(dapd; rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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