Ahmet Öner: Box-Promotor mit viel Temperament

21. März 2011

Ahmet Öner - vielleicht etwas laut und wild, aber auf jeden Fall unterhaltsam. (Foto: youtube)

Ahmet Öner - vielleicht etwas laut und wild, aber auf jeden Fall unterhaltsam. (Foto: youtube)

Wer am Samstagabend den WM-Fight im Schwergewicht zwischen Vitali Klitschko und Odlanier Solis gesehen und die nachfolgende Berichterstattung etwas verfolgt hat, ist sicher nicht an diesem Mann vorbeigekommen: Ahmet Öner, seines Zeichens Box-Promoter und Manager des Kubaners Solis, der am Ende der ersten Runde einen Bänder- und einen Meniskusriss erlitt.

Öner war es nämlich, der bei der anschließenden Pressekonferenz den Promotor der Gegenseite, Bernd Bönte, öffentlich übel beschimpfte. Auslöser des Eklats war eine Äußerung Böntes in der er anzweifelte dass das verdrehte Knie allein schuld an der Niederlage von Solis habe. Vielmehr habe ein klarer Wirkungstreffer von Klitschko den Herausforderer ins Taumeln gebracht, und im Zuge dessen habe dieser sich das Knie verdreht.

Öner sah das naturgemäß ganz anders und machte sich auf der Pressekonferenz lautstark bemerkbar. Dabei ging es nicht gerade gesittet zur Sache, wie man hier sehen kann:

Wer aber ist dieser Ahmet Öner, der von vielen schon als der „Deutsche Don King“ betitelt wird?

Öner wurde am 12. Oktober 1971 in Bocholt (Deutschland) geboren. Schon früh kam er mit dem Gesetz in Konflikt, bereits als 18-jähriger hatte er wegen Drogendelikten eine Jugendstrafe zu verbüssen. Von 1999 bis 2003 bestritt er als Boxer insgesamt 23 Profikämpfe, von denen er 16 gewann, 11 davon durch KO.

Beim Kampf zwischen Sinan Samil Sam und Luan Krasniqi 2004 brachte ihn das Punkturteil gegen seinen Schützling derart in Rage, dass er den Promotor der Gegenseite mit physischer Gewalt angriff. Seither ist Öner für sämtliche Veranstaltungen des Universum-Boxstalls gesperrt. Beim Kampf von Danny Williams gegen Öners Schützling Konstantin Airich im Mai 2008 ging er noch während die sechste Runde lief zum Tisch des Zeitnehmers und läutete eigenmächtig die Rundenglocke, um seinem in Bedrängnis geratenen Boxer die dringen benötigte Luft zu verschaffen. Einen Monat später bereits, bei einer anderen Veranstaltung, machte er erneut auf sich aufmerksam indem er neben verbalen Entgleisungen auch einen Unparteiischen tätlich angriff.

Einen weiteren Monat später versuchte er bei einem Kampf in Ankara erneut, das Kampfgericht zu beeinflussen woraufhin BDB (Bund deutscher Berufsboxer) zu einer schriftlichen Stellungnahme aufforderte. Öner konterte auch hier auf seine ganz spezielle Art, indem er aus dem BDB austrat und seither seine Veranstaltungen unter lettischer Lizenz durchführt.

Und auch sonst versteht Öner es immer wieder, durch denkwürdige Aktionen das Interesse der Medien auf sich zu ziehen:

Im März 2009 schließlich wurde er von der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen 16 verschiendenen Delikten – unter anderem Körperverletzung, Erpressung, Nötigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte – zu einer Geldstrafe von 120.000 Euro und 22 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Schon wenige Wochen später, im August desselben Jahres, wurde er in Hamburg in einem Hinterhof aus unbekannten Gründen angeschossen. Die Kugel traf ihn glücklicherweise nur im Oberschenkel und fügte ihm keine lebensgefährlichen Verletzungen zu, dennoch passt diese Geschichte wie die berühmte Faust aufs Auge in den Lebenslauf des Ahmet Öner hinein.

Seit vergangenem Samstag nun ist Ahmet Öner erneut zum Gesprächsthema geworden, und zwar nicht nur innerhalb des Kreises der Box-Fans; zu expressiv war sein Auftreten, zu blumig die Worte derer er sich bediente und zu offen aggressiv seine Körpersprache. Dass er nicht immer so ausser Rand und Band ist, zeigt dieses auf englisch geführte Interview mit ihm:

Man mag einer derart heißblütigen Persönlichkeit wie Ahmet Öner gegenüber eingestellt sein wie man will, eines ist klar: Wie auch beim höchst umstrittenen amerikanischen Box-Promotor Don King wird einem garantiert nie langweilig, wenn er in der Nähe ist.

(rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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“Stuttgart 21″: Großdemo vor der Landtagswahl

21. März 2011

Demo Stuttgart 21

Kurz vor den Wahlen in Baden-Württemberg gab es noch einmal eine Demo "Stuttgart 21" (Foto: Michael Latz)

Stuttgart. Knapp eine Woche vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben am vergangenen Samstag noch einmal mehrere tausend Gegner des Bahnprojekts “Stuttgart 21″ gegen das Bauvorhaben demonstriert.

Während die Organisatoren von mehr als 60.000 Demonstranten sprachen, zählte die Polizei rund 18.000 Teilnehmer auf dem Schlossplatz in Stuttgart. Unterstützt wurden die “Stuttgart 21″-Protestler von zahlreichen Atomkraftgegnern.

Im Anschluss an die Kundgebung zog ein Großteil der Teilnehmer in einem Demonstrationszug durch die Stuttgarter Innenstadt.

Zu Zwischenfällen kam es während der etwa einstündigen Veranstaltung unter dem Motto “Abschalten. Abwählen. Oben bleiben!” laut Polizeibericht nicht.

Mit einer Schweigeminute zu Beginn der Kundgebung gedachten die Projektgegner der Opfer der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan.

(dapd; rockefeller-news/up)

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“Supermax” Kurt Hauenstein gestorben

21. März 2011

Kurt Hauenstein, Bandleader der legendären "Supermax" ist tot. (Foto: Manfred Werner)

Kurt Hauenstein, Bandleader der legendären "Supermax" ist tot. (Foto: Manfred Werner)

Der international berühmte Musiker Kurt Hauenstein, besser bekannt unter dem Namen seiner Band – Supermax – ist gestern im Alter von nur 62 Jahren gestorben.

Der Sohn des Schriftstellers und Wienerliedertexters Hans Hauenstein kehrte seiner Heimat schon als junger Spund Ende der 60er-Jahre den Rücken zu und zog zuerst nach Frankfurt, um bei diversen Funk-Sessions mitzuwirken. Nachdem er 1976 die Produzenten Peter Hauke kennengelernt wurde bald das erste Supermax-Album „Don’t Stop the Music“ aufgenommen und veröffentlicht.

Bereits im November 1977 erschien die zweite LP „World of Today“, welche sich über 500.000 mal verkaufte und somit Goldstatus erreichte. Darauf war auch der Superhit „Lovemachine“ enthalten, der zum absoluten Disco-Klassiker avancierte.

Kurt Hauenstein war beim Pubikum als Bassist bekannt, innerhalb der Musikszene kannte man ihn jedoch auch als Multi-Instrumentalisten und begnadeten Arrangeur. Vor allem als einen Pionier des Crossover machte er sich einen Namen, war er doch einer der ersten, der Rockelemente mit afrikanischen Klängen vermischte und daraus seinen ganz eigenen Stil entwickelte. Somit schaffte Hauenstein es schon einige Jahre vor Falco, (der sich übrigens auch als Bassist seine ersten Sporen verdient hatte) als österreichischer Musiker auf dem internationalem Parkett nicht nur wahrgenommen, sondern auch anerkannt zu werden.

1978 folgte eine ausbgiebige Tour durch Europa, bevor mit „Fly with me“ ein Jahr später das dritte Album erschien, das als der absolute Durchbruch gilt.
Nachdem Supermax schon als erste westliche Band in einigen der damaligen Ostblockländer auftreten durfte, setzte die Band sich selbst ein Denkmal indem sie als erste mit schwarzen und weißen Musikern im damaligen, vom Apartheid-Regime geknechteten Südafrika tourte. 21 Konzerte wurden trotz Morddrohungen gespielt. Bei einigen dieser Konzerte kam es zu chaotischen Zuständen, woraufhin Hauenstein in verschiedenen Ländern mit Einreiseverbot belegt wurde. Konträr dazu wurde ihm als erstem Weißen Musiker die Ehre zuteil, beim Sunsplash-Reggae-Festival auf Jamaika aufzutreten.

Gegen Ende der 80er-Jahre wurde es dann zunehmend stiller um den innovativen Musiker und seine „Supermax“-Truppe; 2001 erschien das letzte Album der Band. Hauenstein blieb jedoch die ganze Zeit über als Musiker aktiv, dabei kümmerte er sich aber eher um seine große Liebe zu Ethno- und Fusion-Sounds. Während dieser Phase produzierte er viele weniger bekannte Künstlern, vor allem aus Afrika und Osteuropa.
Hauenstein wurde ob seines großen Engagements gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auch außerhalb der Musikbranche von vielen respektiert und als Vorbild angesehen.

(rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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Oscarpreisträgerin Cate Blanchett liebt Normalität

21. März 2011

Cate Blanchett

Oscarpreisträgerin Cate Blanchett macht nicht viel Aufhebens um ihren Erfolg (Foto dapd)

Berlin. Die Oscar-Preisträgerin Cate Blanchett und ihr Mann Andrew Upton vermeiden Eitelkeiten so gut es geht und bemühen sich um ein normales Leben. “Wir fahren zur Arbeit in die Stadt, bringen unsere Kinder zur Schule, holen sie ab. Wir jetten nicht rein und raus”, äußerte Blanchett gestern gegenüber der “WELT am Sonntag”.  Die Menschen hielten zu ihr eine angenehm respektvolle Distanz. “Vielleicht, weil wir komplett langweilig wirken, was wirklich positiv zu sehen ist.” In der Nachbarschaft seien sie keine Stars.

Familienwerte bedeuten der 41-Jährigen viel. “Angesichts der zunehmenden Naturkatastrophen muss man sich schon fragen, was wirklich wichtig ist.” Sie denke viel darüber nach, wie sie die Zeit verbringen wolle. “Man sollte für sich ein selbst ein funktionierendes Barometer haben, das einem sagt, was Erfolg ausmacht”, sagte die Schauspielerin.

Cate Blanchett wurde durch Filme wie “Elisabeth” und “Herr der Ringe” bekannt. 2005 erhielt sie den “Oscar” als beste Nebendarstellerin in “Aviator”. Sie ist Mutter von drei Söhnen.

(dapd; rockefeller-news/up)

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Written by Rockefeller David

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Havarie auf dem Main

21. März 2011

Zwei Schiffe konnten den festgekeilten Schubleichter schließlich wieder freischleppen. (Foto: Timm Schamberger/dapd)

Sonntag, den 20. März, kam es abends zu einer Havarie auf dem Main bei Schweinfurt: Nach Polizeiangaben geriet ein 190 Meter langer und mit 3.000 Tonnen Mais beladener Schubverband beim Verlassen der Schleuse außer Kontrolle.

Grund dafür war ein Ausfall des bordeigenen Radargerätes. Das erst kürzlich reparierte Gerät versagte just zu dem Zeitpunkt, als der Kapitän aufgrund der allgemeinen Verhältnisse darauf angewiesen war, mit Hilfe des Radars zu navigieren.

Der 49-jährige Kroate gilt als erfahrener Kapitän und versuchte sogleich, das sich verkeilende Schiff wieder freizubekommen; aufgrund des Tiefgangs von 2,30 Metern entstand jedoch ein so gewaltiger Wasserdruck, dass alle Versuche erfolglos blieben. So kam es dazu, dass die ganze Nacht hindurch ein 76 Meter langer Schubleichter im Main quer lag und so den ganzen Fluss versperrte.

Montagmorgen wurde mit der Bergung begonnen. Der erste Versuch, das havarierte Schiff mit Hilfe eines Motorschiffs wieder frei zu schleppen misslang jedoch – das Schleppseil riss, die freiwerdenden Kräfte waren einfach zu viel. Mit einem zweiten Motorschiff gelang es dann schließlich, den Schubleichter wieder aufzurichten und freizuschleppen.

Neben Beamten der Wasserschutzpolizei Schweinfurt waren auch Beamte des Wasser- und Schifffahrtsamtes an der umfangreichen Bergungsaktion beteiligt.

Der Main wird wohl auch den Rest des Tages über noch gesperrt bleiben, denn es ist nicht auszuschließen dass durch die Fahr- und Bergemanöver Untiefen entstanden sind. Es wird zuerst eine Tiefenpeilung durchgeführt um sicherzustellen, dass die Fahrrinne von anderen Schiffen gefahrlos benutzt werden kann.

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Written by Marcello Dallapiccola

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Deneuve findet Handy-Fotos von Stars respektlos

21. März 2011

Catherine Deneuve

Catherine Deneuve mag keine Respektlosigkeiten. (Foto: Jörg Koch/dapd)

Hamburg. Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve vermisst den Respekt gegenüber Hollywood-Schauspielerinnen. “Heute gibt es Fotos von Cameron Diaz, wie sie einen Supermarkt verlässt, aufgenommen von irgendwelchen Leuten mit dem Handy”, äußerte sie gegenüber dem Nachrichtenmagazin “Spiegel” in der aktuellen Ausgabe.

Früher sei die Privatsphäre geschützter gewesen. “Heute gehört Ihnen nicht mal mehr Ihr eigenes Image. Irgendwer filmt Sie irgendwo eine Viertelstunde lang und stellt das dann ins Internet.”

Es seien hauptsächlich die Medien, die das Image eines Stars festlegten. “Alles ist schnell und vergänglich geworden.”

Über ihren Filmpartner Gérard Depardieu in “Das Schmuckstück” sagte sie: “Er hat ein bisschen zugelegt, aber er hat einen umwerfenden Charme.” Depardieu sei ein wunderbarer Schauspieler, der Frauen möge. “Wir hätten uns wahrscheinlich nie getroffen, wenn wir nicht beide beim Film gelandet wären.”

Catherine Deneuve ist ab dem 24. März in “Das Schmuckstück” zu sehen. Sie spielt die Frau eines autoritären Fabrikanten, dessen Posten sie übernimmt.

Catherine Deneuve in das “Das Schmuckstück”:

(dapd/rockefeller-news/up)

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Written by UrsPid

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VDE-Studie: Roboter-Technik erobert die Zukunft

21. März 2011

Roboter AILA

Auf der zurückliegenden CEBIT wurde der andriode Roboter "AILA" vorgestellt. (Foto: Jörg Sarbach/dapd)

Eine Studie des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnologie e.V. (VDE) kommt aktuell zu dem Schluss, dass es in naher Zukunft große Fortschritte im Bereich der Roboter-Technik geben wird.

Besonders die Rehabilitationsrobotik stehe im Fokus. So könnten Roboter schon bald für unterschiedlichste Service-Leistungen in Anspruch genommen werden. Dies könne dann auch dem demografischen Wandel mit einer kontinuierlich alternden Bevölkerung Rechnung tragen, vermittelt die Studie weiter.

Zwar würden 60 Prozent der befragten Senioren Robotik als “unheimlich” empfinden. Immerhin stehen aber 56 Prozent Service-Robotern durchaus positiv gegenüber. Sie würden die  elektronischen Dienstleister einem Altersheim vorziehen.

Am Beliebtesten seien Haushaltsroboter, die das Staubsaugen oder Wischen übernehmen, offenbar die Studie. Auch mit einem “roboterisierten” Rollstuhl könnten sich Betroffene schnell anfreunden.

Auch wenn die Skepsis gegenüber menschenähnlichen Robotern in der hiesigen Bevölkerung noch auf Argwohn stoße und nicht so selbstverständlich angenommen werde, wie etwa in Südkorea oder Japan, so prognostiziert der Verband einen Boom in der Entwicklung solcher Humanoiden.

Positive Effekte sieht Präsidiumsmitglied Dr.-Ing. Kurt Bettenhausen auch in den zu erwarteten ökonomischen Wachstumsraten. So werde die Entwicklung im Bereich Servicerobotik auch zu neuen Arbeitsplätzen führen.

Wer sich für die im VDE-Verlag erschienene Studie “Mein Freund der Roboter” interessiert, kann diese direkt beim VDE-Verlag für 29 Euro erhalten.

+++++++++

Robo Thespian kann sogar singen:

(vde, rockefeller-news/up)

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Written by Ortwin Oberhauser

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Sachsen-Anhalt: Fortsetzung von Schwarz-Rot wahrscheinlich

21. März 2011

Jens Bullerjahn (SPD)

Jens Bullerjahn (SPD) am Wahlabend in Magdeburg bei einem ersten Interview (Foto: Sebastian Willnow/dapd)

Magdeburg. Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am gestrigen Sonntag ergeben sich theoretisch mehrere Regierungsoptionen. Praktisch deutet allerdings alles auf eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition hin. Die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Reiner Haseloff kam nach Hochrechnungen auf knapp 33 Prozent und bleibt damit trotz Verlusten stärkste politische Kraft. Der bisherige Wirtschaftsminister warb daher in seiner ersten Reaktion am Sonntagabend auch für eine Neuauflage des Bündnisses mit den Sozialdemokraten.

Zweitstärkste Partei wurde die Linke, die SPD kam nur auf Platz drei. Rein rechnerisch wäre damit eine rot-rote Koalition möglich. SPD-Spitzenmann Jens Bullerjahn schloss am Abend aber erneut aus, dass die SPD als Juniorpartner der Linken deren Spitzenmann Wulf Gallert zum Ministerpräsidenten wählt.Ob die SPD nun die Koalition mit der CDU fortsetzt, ließ Bullerjahn zunächst offen. Er räumte aber ein, dass sich dies offensichtlich “eine große Zahl von Menschen im Land wünscht”.

Die Grünen, die seit 13 Jahren nicht im Magdeburger Landtag saßen, erreichten ein Rekordergebnis von gut 6,5 Prozent und übersprangen klar die Fünf-Prozent-Hürde. Die FDP brach den Prognosen zufolge dramatisch ein und landete mit rund vier Prozent noch hinter der rechtsextremistischen NPD, die wohl ebenfalls knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheiterte.

Die vergangenen fünf Jahre hat in Sachsen-Anhalt eine Koalition von CDU und SPD regiert. Der 75-jährige Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU), im Amt seit Mai 2002, stand aber nicht wieder zur Wahl. Einen neuen Regierungschef wird es daher auf jeden Fall geben.

Hinsichtlich der Wahlbeteiligung gibt es es einen positiven Trend zu vermelden. Immerhin stieg diese von zuletzt desaströs niedrigen 44,4 Prozent auf nunmehr fast 53 Prozent. Dennoch sind Wahlbeteiligungen von beinahe nur der Hälfte aller Wahlberechtigten immer noch als ein katastrophales Ergebnis zu werten.

Ergebnis im Einzelnen und vorläufiges amtliches Endergebnis:

Im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt sind vier Parteien vertreten. Nach Angaben des Landeswahlleiters erhält die CDU 41 Sitze, die Linke 29, die SPD 26 und die Grünen 9 Sitze. Damit sitzen im neuen Landtag 105 Abgeordnete.

(Alle Angaben in Prozent der Zweitstimmen; in Klammern Ergebnis 2006)

CDU – 32,5 (36,2)

Linke – 23,7 (24,1)

SPD – 21,5 (21,4)

FDP – 3,8 (6,7)

Grüne – 7,1 (3,6)

Freie Wähler – 2,8 (X)

KPD – 0,2 (X)

MLPD – 0,2 (0,4)

NPD – 4,6 (X)

ödp – 0,2 (X)

Tierschutzpartei – 1,6 (X)

Piraten – 1,4 (X)

SPV – 0,4 (X)

(dapd rockfeller-news/up)

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Written by UrsPid

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Vitali Klitschko bleibt WBC-Weltmeister

20. März 2011

Es begann so vielversprechend: Solis (li.) schien Klitschko (re.) einen guten Kampf liefern zu wollen. (Foto: dapd/AP, Martin Meissner)

11 Millionen Zuschauer hatten dem Kampf zwischen Vitali Klitschko (39) und seinem Herausforderer, dem 30jährigen Kubaner Odlanier Solis um den WBC-Titel engegengefiebert.

Viele Experten waren sich darüber einig, dass Klitschko nicht zu Unrecht mit großem Respekt von seinem Gegner sprach. Der „Dr. Eisenfaust“ genannte Hüne aus der Ukraine, mit einer Größe von 1,98 m und 113 Kilogramm Muskelmasse am Körper geradezu das Ideal eines Schwergewichtsboxers, hatte Solis als den stärksten Rivalen seit seiner Niederlage gegen Lennox Lewis vor acht Jahren bezeichnet.

2004 hatte Solis bei den Olympischen Spielen in Athen Gold gewonnen, nachdem er vorher schon 2001 in Belfast und 2003 in Bangkok jeweils den Titel des Amateurweltmeisters errungen hatte. Der 1,87 m große Linksausleger hatte in seiner Karriere immer wieder mit Gewichtsproblemen zu kämpfen, zwischenzeitlich brachte er sogar bis zu 136 Kilogramm auf die Waage. Das hinderte ihn allerdings nicht daran, weiterhin erfolgreich zu boxen. So wurde er bei der 2005 in China erneut Weltmeister, nur diesmal eben im Superschwergewicht.

Solis gilt trotz seiner massigen Figur als konditionsstarker und beweglicher Boxer, vor allem aber ist er für seine Fähigkeit, den Gegner knallhart auszuknocken bekannt.

Der Kubaner hatte sich in Spanien in einem Höhentrainingslager speziell auf diesen Kampf vorbereitet und brachte mit 112 Kilogramm das zweitniedrigste Kampfgewicht seiner vierjährigen Profikarriere auf die Waage.

Unglücklicher Herausforderer: Olandier Solis. (Foto: youtube)

Als er gestern Abend in den Ring trat, tat er das mit der makellosen Bilanz von 17 Siegen bei 17 absolvierten Profi-Kämpfen, 12 davon hatte er vorzeitig durch KO errungen.

Und der Kampf begann auch vielversprechend: Die Kontrahenten klopften sich gleich von Beginn an ordentlich auf ihre Schwachstellen hin ab. Gewiss noch etwas verhalten, wie bei der ersten von möglicherweise zwölf Runden verständlich ist, doch man konnte deutlich erkennen dass Solis mit vollem Engagement bei der Sache war.

Kurz vor dem Ende der ersten Runde jedoch erwischte Klitschko seinen Gegner an der Schläfe. Solis taumelte erst und fiel dann nach hinten. Als er wieder aufzustehen versuchte und sich mit Schmerzverzerrtem Gesicht ans Knie griff war sofort klar, dass dieser Mann nicht weiterkämpfen kann, was zu einem sofortigen technischen KO führte.

Ob es nun ein Wirkungsschlag war wie die Klitschko-Ecke behauptet oder nur ein Wischer, wie es die Solis-Ecke behauptet: Fakt ist, dass die Diagnose im Krankenhaus ergab, dass in Solis‘ Knie der äußere Meniskus und ein Kreuzband gerissen sind. Er muss operiert werden und wird für mehrere Monate ausfallen.
Ein gellendes Pfeifkonzert in der Halle und Buh-Rufe waren die Folge, viele Zuschauer äußerten sich enttäuscht über den kurzen Kampf.

Vitali Klitschko hätte sich sicherlich auch gewünscht, seinen Titel auf überzeugendere Art und Weise zu verteidigen; in diesem Bereich des Spitzensports sind die Athleten so spezialisiert auf ihren jeweiligen Sport hochtrainiert, dass sie das eben auf der anderen Seite auch um so verletzungsanfälliger macht.

(rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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