Genfer Automobil-Salon: Hersteller im Verkaufsrausch

02. März 2011

Martin Winterkorn und ein neues VW Cabrio

Martin Winterkorn präsentiert das neue VW Golf Cabriolet (Foto: Sascha Schuermann/dapd)

Genf. Morgen beginnt in Genf der 81. Internationale Automobil-Salon. Auf der drittgrößten Automesse der Welt werden 700.000 Besucher erwartet. Unbeeindruckt von steigenden Öl- und Benzinpreisen haben sich besonderes die deutschen Hersteller in einen wahren Verkaufsrausch hineingesteigert.

“Die Märkte brummen”, meinte BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer gestern auf dem Genfer Autosalon. BMW setzte zu Jahresbeginn 20 Prozent mehr ab, bei VW sind es 16 Prozent mehr und Daimler erreichte “wahrscheinlich zweistellige” Zuwachsraten. Dies teilten die jeweiligen Chefs aktuell mit. Sogar Opel konnte den Absatz steigern.

Opel Zafira Tourer Concept

Ein Opel Zafira Tourer Concept wird auf der Bühne des 81. Genfer Autosalons präsentiert. (Foto: Sascha Schuermann/dapd)

Der ehemalige Politiker und jetzige  VDA-Präsident Matthias Wissmann nannte den starken Inlandsmarkt “sehr erfreulich”. Der Marktanteil der deutschen Hersteller liege daheim wieder bei 70 Prozent. Obendrein legten auch die USA wieder deutlich zu und der asiatische Markt verfüge weiter über hohe Dynamik. Der westeuropäische Markt erhole sich indes erkennbar von den Krisenzeiten.

2010 habe die deutsche Auto-Industrie ihren Umsatz gegenüber dem Krisenjahr 2009 um mehr als 20 Prozent auf 317 Milliarden Euro gesteigert. “Wir erwarten ein weiteres Plus im laufenden Jahr”, sagte Wissmann weiter. “Wir haben allen Grund, mit Optimismus nach vorn zu schauen.”

Opel-Chef Nick Reilly verwies allerdings darauf, dass ein Ölpreis von 120 bis 130 Dollar pro Fass die Marktlage “bedeutend schwieriger” machen würde, in Abhängigkeit davon, wie lange der Preis dort verweile.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche beklagte die steigenden Ölpreise. Ein Ölpreis bei 150 Dollar je Fass “wäre sehr heftig”, sagte er, fügte jedoch beschwichtigend hinzu, dass derzeit im Geschäft noch “keine Auswirkungen” zu spüren seien.

Ein feuerroter Lamborghini

Ein feuerroter Lamborghini lässt beim 81. Genfer Autosalon so manches Herz höher schlagen. (Foto: Sascha Schuermann/dapd)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)

Written by UrsPid

This article has 1 comment Comment this article »

US-Senat fordert Flugverbotszone über Libyen

02. März 2011

Muammar al Gaddafi

Mummar al Gaddafi hat sich in Tripolis mit seinem Clan verschanzt (Foto: Nasser/dapd)

Washington. Der US-Senat hat am Dienstag in einem einstimmigen Beschluss den UN-Sicherheitsrat zur Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen aufgefordert.

Außerdem verabschiedeten die Senatoren eine Resolution, in der sie die “schwerwiegenden und systematischen Menschenrechtsverletzungen in Libyen” verurteilen.

Der libysche Machthaber Muammar al Gaddafi wird zudem zum Abdanken aufgefordert.

Gleichzeitig verlangen die Senatoren vom libyschen Machthaber einen Verzicht auf weitere Gewalt und die Freilassung aller willkürlich festgenommenen Bürger.

De Resolution, die unverbindlich ist, beinhaltet auch Lob für das libysche Volk dafür, dass es sich gegen “die brutale Diktatur” Gaddafis erhoben und demokratische Reformen eingefordert hat.

Inzwischen wurden weitere Teile des gigantischen Gaddafi-Vermögens eingefroren. Kanada berichtet,  Vermögenswerte von Angehörigen des libyschen Regimes in Höhe von 2,3 Milliarden kanadischer Dollar (umgerechnet 1,75 Milliarden Euro) festgesetzt zu haben.

Darüber, wie sich das Vermögen zusammensetzt, machte die kanadische Regierung allerdings keine Angaben.

Verweise:

(dapd; rockefeller-news/up)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.0/10 (2 votes cast)

Written by Ortwin Oberhauser

This article has 5 comments Comment this article »

Fashion Week bei Arte

01. März 2011

Vivienne Westwood Melissa/Pressefotos

Vivienne Westwood Melissa Kampagne/Pressefotos

Heute startet die Fashion Week beim TV-Sender Arte.  Die Dokumentationsserie soll Einblicke hinter die Kulissen des Modezirkus ermöglichen. Die Verbindung zwischen Wirtschaftlichen Interessen und Mode wird ein weiterer Schwerpunkt der Reportage Serie sein.

Den Auftakt  macht am 1.März um 20.15 eine Reportage über die aussergewöhnliche Queen der italienische Modewelt  Donatela Versace.  Die Reporter begleiten die Modegöttin 48 Stunden vor einer  Modeschau.

Um 21.15  geht es dann weiter mit dem Modehaus Fendi  das Karl Lagerfeld seit mehr als 40 Jahren mit der Familie Fendi in Symbiose führt, weiter geht’s um 22.00 mit Einblicken vom recht jungem Label Proenza  Schoule

Am 2 März um 20.15  kommt man in den Genuss einer Reportage über den Enfant terrible der Modewelt Jean Paul Gaultier gefolgt vom Film über die Vorbereitungen für die Überraschungsshow zum 40-jährigen Bestehen des Modehauses Sonia Rykiel um 21.15

Ein besonderes Highlight gibt’s dann am 3 März um 22.15  mit einem Film  über das Leben von Kate Moss, die von der Ikone der Heroin-Chic-Ära in den 90er Jahren zur britischen Stil-Ikone wurde.

Bei so ein Unternehmen darf natürlich eine Grösse auf keinen Fall fehlen, die Rede ist natürlich vom begnadeten Modezaren Karl Lagerfeld. In „Lagerfeld Confidential“ wird Karl Zwei Jahre lang bei öffentlichen Auftritten und privat begleitet. (4. März, 20.15 ).

Um 21.45 wird dann im Film “Do it yourself” Das Leben und Wirken der „Punk Queen“ Vivienne Westwood. Unter die Lupe genommen,

Am 6. März ab 20.15  schließlich stehen die Stilikone Audrey Hepburn und die Kosmetikfabrikantinnen Helena Rubinstein und Elizabeth Arden im Mittelpunkt und bilden somit auch den krönenden Abschluss der Arte Fashion Week.

Für alle Modebegeisterte und solche die es werden wollen ein Muss.

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 7.0/10 (2 votes cast)

Written by Francisco Hafner

This article has no comments yet. Comment this article »

Libyen: Auch Österreich friert Gaddafi-Vermögen ein

01. März 2011

Gaddafi-Sohn Saif al Islam

Gaddafi-Sohn Saif al Islam war ein Freund des Kärtner Rechtspopulisten Jörg Haider. (Foto: Hamza Turkia/dapd))

Wien. Die österreichische Nationalbank hat das Einfrieren von Geldern des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi sowie von Mitgliedern seines Regimes angeordnet.

Wie das Institut am Dienstag mitteilte, lagern im Land rund 1,2 Milliarden Euro auf Konten von Libyern. Welcher Teil davon direkt dem engeren Kreis Gaddafis zugeordnet werden muss, sei aber bisher unklar.

Mit der Maßnahme folgt Österreich einem Beschluss zu umfangreichen Sanktionen gegen das nordafrikanische Land durch die Europäische Union. Österreich hatte bislang enge Verbindungen zum libyschen Regime.

Gaddafis Sohn Saif al Islam hat in Wien studiert und trat zuletzt beim Wiener Opernball öffentlich in Erscheinung.

Zudem war er ein Freund des 2008 verunglückten Rechtspopulisten Jörg Haider, zu dessen Beerdigung er ebenfalls erschienen war.

(dapd; rockefeller-news/up)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.5/10 (6 votes cast)

Written by Rockefeller David

This article has 9 comments Comment this article »

Reaktionen zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg

01. März 2011

Karl-Theodor zu Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg erklärt vor der Presse in Berlin seinen Rücktritt. (Foto: Michael Sohn/dapd)

Berlin. Die CDU bedauert den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erklärte am Dienstag in Berlin, es sei Guttenberg hoch anzurechnen, dass er mit seinem Schritt die Bundeswehr in einer schwierigen Phase des Umbaus vor belastenden Diskussionen bewahre. Gröhe forderte die Opposition auf, die Entscheidung Guttenbergs anzuerkennen und wieder zur Sacharbeit zurückzukehren. Gröhe betonte: “Sein leidenschaftliches Engagement bei der Ausübung seiner politischen Ämter hat ihm zurecht große Beliebtheit und ein hohes Ansehen in der Bevölkerung verschafft.”

Die CSU hat der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg “völlig überraschend” ereilt. Noch am Montag sei Guttenberg entschlossen gewesen, sein Amt weiter wahrzunehmen, sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Dienstag in München. Er habe jedoch Verständnis für die nun getroffene Entscheidung. Seehofer betonte, er werde alles tun, damit Guttenberg der deutschen Politik und der CSU erhalten bleibe. “Er bleibt einer von uns.”

Der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU) zeigt sich entsetzt über den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. “Wir sind echt geschockt”, sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in München. Es tue ihm persönlich “sehr leid”. Zugleich würdigte der CSU-Politiker Guttenbergs Verdienste als Verteidigungsminister. Der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einem Schritt, der Respekt verdiene und der Guttenbergs Persönlichkeit unterstreiche.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bedauert den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). “Ich habe den Rücktritt meines Kollegen und Freundes Karl-Theodor zu Guttenberg mit Respekt und Bedauern zur Kenntnis genommen”, sagte de Maizière am Dienstag auf der Computermesse Cebit in Hannover. Er fügte hinzu: “Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.”

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hofft nach dem Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg perspektivisch auf eine Rückkehr des CSU-Politikers auf die politische Bühne. Sie wünsche sich, dass Guttenberg nach einer gewissen Auszeit wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehe und sich weiter aktiv in gesellschaftliche Debatten einbringe, sagte Lieberknecht am Dienstag in Erfurt. Die Entscheidung des Verteidigungsministers bedaure sie sehr: “Das ist eine Nachricht, die mich wirklich betroffen macht”.

FDP-Chef Guido Westerwelle hat den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als “Entscheidung der Konsequenz” bezeichnet. Der Außenminister und Vizekanzler dankte Guttenberg am Dienstag in Berlin und wünschte ihm und seiner Familie persönlich alles Gute. Dieser Rücktritt habe nicht nur eine politische, sondern auch eine menschliche Dimension, hob Westerwelle hervor.

Die FDP-Wehrexpertin Elke Hoff reagierte überrascht. Sie habe jedoch vollstes Verständnis für diesen Schritt, sagte sie der “Rhein-Zeitung” in der heutigen Ausgabe. Sie habe immer betont, dass Guttenberg selbst entscheiden müsse, wie lange er mit dieser Flut von Vorwürfen umgehen könne. “Ich hoffe sehr, dass er sich auch menschlich von den vergangenen Wochen erholt”, sagte Hoff mit Blick auf den enormen Druck, der in den vergangenen Wochen wegen der Vorwürfe einer in weiten Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit auf Guttenberg lastete. An ein Ende des Politikers Guttenberg glaubt Hoff indes nicht: “Karl-Theodor zu Guttenberg wird eine politische Zukunft haben – allerdings wird dies noch einige Zeit brauchen.”

Nach Ansicht des Parlamentarischen Geschäftsführers der SPD im Bundestag, Thomas Oppermann, war der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) überfällig und unausweichlich. “Minister Guttenberg hat endlich die Konsequenzen gezogen”, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. Für Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) komme dieser Rücktritt allerdings zu spät: “Sie hat sich kräftig blamiert, ihre Glaubwürdigkeit ist beschädigt, sie hat dem Ruf der Politik Schaden zugefügt”, sagte Oppermann.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hat den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als “überfällige Konsequenz” bezeichnet. Sein zögerliches Verhalten nach der Plagiatsaffäre sei eine “Belastung besonders für die Bundeswehr” gewesen, sagte Beck am Dienstag in Mainz. Im Zusammenhang mit der Affäre kritisierte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) scharf: “Die Kanzlerin ist offenbar völlig überrascht worden von der Entwicklung”, fügte Beck hinzu. Mit Blick auf die rheinland-pfälzische CDU, die noch in der vergangenen Woche im Wahlkampf an Guttenberg festgehalten hatte, sagte Beck: “Das ist eine Pleite nach der großen Pleite.” Zur politischen Zukunft von Guttenberg wollte sich Beck allerdings nicht äußern: “Nachtreten ist nicht meine Art”, betonte er. Dabei wolle er es auch belassen.

Die Grünen sehen durch den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschädigt. Die ganze Angelegenheit sei “eine Riesenblamage für die Kanzlerin, die bis zuletzt geglaubt hat, sich durch diese peinliche Affäre lavieren zu können”, erklären die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Renate Künast und Jürgen Trittin, am Dienstag in Berlin. Merkels Zögern und machtpolitisches Taktieren hätten nicht nur dem Ansehen der demokratischen Institutionen schwer geschadet. “Frau Merkel hat damit aktiv den Werteverfall befördert”, urteilten Künast und Trittin. Aus Sicht der Grünen hat Guttenberg mit zweiwöchiger Verspätung die nötige Konsequenz aus seinen Täuschungsmanövern gezogen. Für die Wissenschaft sei der Rücktritt des Ministers ein großer Sieg.

Linkspartei-Chef Klaus Ernst hat den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als überfällig bezeichnet und zugleich Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf kritisiert. “Der Rücktritt ist richtig und unausweichlich, er kommt aber zu spät”, sagte der Parteichef. Die politische Kultur habe schweren Schaden genommen. Das habe Merkel zu verantworten. Auch sie sei irreparabel beschädigt, fügte Ernst hinzu. “Sie hat Wissensdiebstahl zur Bagatelle erklärt. Das muss sie aus der Welt schaffen.”

Linke-Parteichefin Gesine Lötzsch hat den Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als folgerichtig bezeichnet. “Der Rücktritt war die einzige richtige Entscheidung. Alles andere hätte den Wissenschaftsstandort Deutschland weiter beschädigt”, äußerte Lötzsch der “tageszeitung”. Der Druck auf den Minister sei “einfach zu groß geworden”. Durch den offenen Brief Tausender Wissenschaftler an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse auch ihr klar geworden sein, dass sie ihn nicht länger decken könne.

Verweise:

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.4/10 (5 votes cast)

Written by UrsPid

This article has 5 comments Comment this article »

Aus und vorbei: Karl-Theodor zu Guttenberg tritt zurück

01. März 2011

Karl-Theodor zu Guttenberg

Karl-Theodor reichte heute seinen Rücktritt bei Kanzlerin Merkel ein. (Foto: Oliver Lang / dapd)

Berlin. Aus und vorbei für Karl-Theodor zu Guttenberg. Der deutsche Verteidigungsminister stolpert endgültig über die eigene Plagiats-Affäre und tritt von allen Ämtern zurück. “Das ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens”, äußerte der CSU-Politiker vor wenigen Minuten in Berlin.

Seinen Rücktritt habe er in einem “sehr freundschaftlichen Gespräch” bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eingereicht. Merkel kündigte über einen Sprecher für den Nachmittag eine Stellungnahme an

Hintergrund ist die massive Kritik aus der Wissenschaft und aus der Koalition, weil Guttenberg Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben haben soll.

Guttenberg betonte, zuletzt sei es nur noch um seine Person und seine Doktorarbeit gegangen. Damit habe sich die Aufmerksamkeit weg von den in Afghanistan verwundeten und getöteten Bundeswehrsoldaten verlagert. “Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich das nicht mehr verantworten”, sagte er.

Dass er nicht schon früher zurücktrat, begründete der CSU-Politiker damit, dass er zuerst die getöteten Soldaten in Würde habe zu Grabe tragen wollen. Das sei eine Frage des Anstands. Zudem habe er zunächst die Bundeswehrreform vorantreiben wollen. “Es gehört sich, ein weitgehend bestelltes Haus zu hinterlassen”, sagte Guttenberg. “Das Konzept der Reform steht.”

Guttenberg beklagte die “enorme Wucht der medialen Betrachtung” seiner Person, räumte aber ein, dass er selbst dazu beigetragen habe. Sie sei nicht ohne Wirkung auf ihn selbst und seine Familie geblieben. “Wer sich für die Politik entscheidet, darf kein Mitleid erwarten”, sagte er. Doch sei es ihm nicht mehr möglich, die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen. “Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht”, sagte Guttenberg.

Guttenberg stand wegen seiner in Teilen wohl abgeschriebenen Doktorarbeit schon seit geraumer Zeit massiv unter Druck. Trotz heftiger Vorwürfe gerade aus der Wissenschaft hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel strikt an dem in der Öffentlichkeit sehr beliebten CSU-Politiker festgehalten. Mehrfach stärkte sie ihm den Rücken, zuletzt noch am gestrigen Nachmittag. Auch Guttenberg selbst hing an seinem Amt und teilte ebenfalls noch am gestrigen Montag der Öffentlichkeit mit Nachdruck mit, er halte in jedem Fall an seinem Amt fest und freue sich auf die kommenden Herausforderungen.

Die Rücktrittserklärung im Wortlaut:

“Ich habe in einem sehr freundschaftlichen Gespräch die Frau Bundeskanzlerin informiert, dass ich mich von meinen politischen Ämtern zurückziehen werde und um meine Entlassung gebeten. Es ist der schmerzlichste Schritt meines Lebens. Und ich gehe nicht alleine wegen meiner so fehlerhaften Doktorarbeit, wiewohl ich verstehe, dass dies für große Teile der Wissenschaft ein Anlass wäre. Der Grund liegt im Besonderen in der Frage, ob ich den höchsten Ansprüchen, die ich selbst an meine Verantwortung anlege, noch nachkommen kann. Ich trage bis zur Stunde Verantwortung in einem fordernden Amt. Verantwortung, die möglichst ungeteilte Konzentration und fehlerfreie Arbeit verlangt – mit Blick auf die größte Bundeswehrreform in der Geschichte, die ich angestoßen habe, und mit Blick auf eine gestärkte Bundeswehr mit großartigen Truppen im Einsatz, die mir engstens ans Herz gewachsen sind.

Wenn allerdings, wie in den letzten Wochen geschehen, die öffentliche und mediale Betrachtung fast ausschließlich auf die Person Guttenberg und seine Dissertation statt beispielsweise auf den Tod und die Verwundung von 13 Soldaten abzielt, so findet eine dramatische Verschiebung der Aufmerksamkeit zulasten der mir Anvertrauten statt. Unter umgekehrten Vorzeichen gilt Gleiches für den Umstand, dass wochenlang meine Maßnahmen bezüglich der “Gorch Fock” die weltbewegenden Ereignisse in Nordafrika zu überlagern schienen.

Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten. Und deswegen ziehe ich, da das Amt, Bundeswehr, die Wissenschaft und die mich tragenden Parteien Schaden zu nehmen drohen, die Konsequenz, die ich auch von anderen verlangt habe und verlangt hätte. Ich habe wie jeder andere auch zu meinen Schwächen und Fehlern zu stehen. Zu großen und kleinen im politischen Handeln, bis hin zum Schreiben meiner Doktorarbeit. Und mir war immer wichtig, diese vor der Öffentlichkeit nicht zu verbergen. Deswegen habe ich mich aufrichtig bei all jenen entschuldigt, die ich aufgrund meiner Fehler und Versäumnisse verletzt habe. Und ich wiederhole dies auch ausdrücklich heute.

Manche mögen sich fragen, weshalb ich erst heute zurücktrete. Zunächst ein möglicherweise für manche unbefriedigender, aber allzu menschlicher Grund. Wohl niemand wird leicht, geschweige denn leichtfertig, das Amt aufgeben wollen, an dem das ganze Herzblut hängt. Ein Amt, das Verantwortung für viele Menschen und deren Leben beinhaltet. Hinzu kommt der Umstand, dass ich mir für eine Entscheidung dieser Tragweite jenseits der hohen medialen und oppositionellen Taktfrequenz die gebotene Zeit zu nehmen hatte. Zumal Vorgänge in Rede stehen, die Jahre vor meiner Amtsübernahme lagen.

Nachdem dieser Tage viel über Anstand diskutiert wurde, war es für mich gerade eine Frage des Anstandes, zunächst die drei gefallenen Soldaten mit Würde zu Grabe zu tragen und nicht erneut ihr Gedenken durch Debatten über meine Person überlagern zu lassen. Es war auch ein Gebot der Verantwortung gegenüber diesen, ja gegenüber allen Soldaten. Und es gehört sich, ein weitgehend bestelltes Haus zu hinterlassen. Deshalb letzte Woche noch einmal viel Kraft auf den nächsten entscheidenden Reformschritt verwandt wurde, der nun von meinem Nachfolger bestens vorbereitet verabschiedet werden kann. Das Konzept der Reform steht.

Angesicht massiver Vorwürfe bezüglich meiner Glaubwürdigkeit ist mir auch ein aufrichtiges Anliegen, mich an der Klärung der Fragen hinsichtlich meiner Dissertation zu beteiligen: Zum einen gegenüber der Universität Bayreuth, wo ich mit der Bitte um Rücknahme des Doktortitels bereits Konsequenzen gezogen habe. Zum anderen habe ich zugleich Respekt vor all jenen, die die Vorgänge zudem strafrechtlich überprüft sehen wollen. Es würde daher nach meiner Überzeugung im öffentlichen wie in meinem eigenen Interesse liegen, wenn auch die staatsanwaltlichen Ermittlungen etwa bezüglich urheberrechtlicher Fragen nach Aufhebung der parlamentarischen Immunität, sollte dies noch erforderlich sein, zeitnah geführt werden können.

Die enorme Wucht der medialen Betrachtung meiner Person, zu der ich selbst viel beigetragen habe, aber auch die Qualität der Auseinandersetzung bleiben nicht ohne Wirkung auf mich selbst und meine Familie. Es ist bekannt, dass die Mechanismen im politischen und medialen Geschäft zerstörerisch sein können. Wer sich für die Politik entscheidet, darf, wenn dem so ist, kein Mitleid erwarten. Das würde ich auch nicht in Anspruch nehmen. Ich darf auch nicht den Respekt erwarten, mit dem Rücktrittsentscheidungen so häufig entgegen genommen werden. Nun wird es vielleicht heißen, der Guttenberg ist den Kräften der Politik nicht gewachsen. Das mag sein oder nicht sein. Wenn ich es aber nur wäre, indem ich meinen Charakter veränderte, dann müsste ich gerade deswegen handeln.

Ich danke von ganzem Herzen der großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung, den vielen Mitgliedern der Union, meinem Parteivorsitzenden und insbesondere den Soldatinnen und Soldaten, die mir bis heute den Rücken stärkten, als Bundesverteidigungsminister nicht zurückzutreten. Und ich danke besonders der Frau Bundeskanzlerin, für alle erfahrene Unterstützung und ihr großes Vertrauen und Verständnis. Es ist mir aber nicht mehr möglich, den in mich gesetzten Erwartungen mit dem mir notwendigen Maß an Unabhängigkeit in der Verantwortung gerecht zu werden. Insofern gebe ich meinen Gegnern gerne recht, dass ich tatsächlich nicht zum Selbstverteidigungs-, sondern zum Minister der Verteidigung berufen wurde.

Abschließend ein Satz, der für einen Politiker ungewöhnlich klingen mag. Ich war immer bereit, zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht. Vielen Dank.”

Verweise:

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 7.8/10 (4 votes cast)

Written by UrsPid

This article has 1 comment Comment this article »

Oscar-Nachlese: “Ladies in red”

01. März 2011

Schauspielerin Sandra Bullock

In Knallrot stolzierte Vorjahressiegerin Sandra Bullock über den ebenfalls roten Teppich (Foto: Carlo Allegri/dapd)

Los Angeles.Die Lichter sind aus. Nun müssen die vielen Fans der Oscar-Verleihung wieder ein Jahr lang warten, bis die Schönheiten dieser Welt über den roten Oscar-Teppich laufen. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine knallige Farbenpracht.

Immerhin ist die Oscar-Nacht nicht nur das spektakulärste Film-Event sondern auch die wichtigste Modenschau der Welt. Internationale Topdesigner reißen sich jährlich darum, ihre neuesten Kreationen vor einem Milliardenpublikum an den Kinostars zu präsentieren. 40 bis 50 Entwürfe werden mancher Diva im Vorfeld zugeschickt, einige von ihnen entscheiden sich erst in letzter Sekunde für das ganz persönliche Traumkleid. Doch dieser Abend ist auch die Zeit der Top-Juweliere. Sie stellen Schmuckstücke für ein Vermögen bereitwillig zur Verfügung. Allein Amy Adams trug laut “People” Juwelen im Wert von 1,35 Millionen Dollar.

Doch zurück zur auffallend knalligen Farbenpracht der stilvollen Roben an diesem Abend. “Ladies in red” – unter diesem Motto stand wohl dieser ausdruckstarke Abend. Roben in leuchtenden Rot- und Lilatönen gehörten zu den Hinguckern auf dem roten Teppich zum Kodak Theatre. Die Schnitte waren figurbetont und eher schlicht, viele Entwürfe wurden durch Steinchen oder Pailletten veredelt, andere durch Federn.

In Knallrot stolzierte Vorjahressiegerin Sandra Bullock über den ebenfalls roten Teppich und machte eine glänzende Figur. Die Schauspielerin trug ein schulterfreies Kleid von Vera Wang mit großer Stoffschleife am Po. Essen sollte sie jetzt lieber nichts mehr, scherzte Bullock kurz vor Beginn der Gala mit Blick auf den sexy Schnitt.

Schauspielerin Jennifer Hudson

In Orange-Rot strahlte Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson (Foto: Foto: Matt Sayles/dapd)

In Orange-Rot strahlte Sängerin und Schauspielerin Jennifer Hudson in die unzähligen Kameras. Das Kleid fiel nicht nur durch seine Farbe, sondern auch durch eine opulente Schleppe auf. Hudson fühlte sich wohl: “Ich habe schon gesagt, dass ich darin am liebsten schlafen würde”, äußerte die 29-Jährige dem Internetportal people.com. Auch den Schmuckdesignern machte sie alle Ehre: Diamanten mit insgesamt 165 Karat zierten ihre Ohren, Hände und Armgelenke.

Ebenfalls tief ausgeschnitten war das korallrote Kleid von Calvin Klein, das Jennifer Lawrence ausgewählt hatte. Sie war für ihre Hauptrolle in “Winter’s Bone” nominiert worden. Oben herum erinnerte das Kleid zwar – etwas gewagt – an einen Badeanzug im Stile einer “Baywatch”-Nixe. Doch insgesamt konnte die 20-jährige Schauspielerin das Kleid recht gut tragen und zog damit ebenso in die wichtigen Listen der “Best Dressed” ein, die traditionell von den US-Modekritikern erstellt werden.

Schließlich trippelte noch Scarlett Johansson über den roten Laufsteg. In ein burgundrotes Dolce & Gabbana-Kleid aus Spitze gehüllt, das vorn hochgeschlossen war, kokettierte sie die Flaniermeile entlang und zeigte viel Haut am Rücken. Ausgewählt hatte die Schauspielerin das Kleid nach Aussagen ihrer Stylistin erst kurz vor der Gala.

Von knalligen Farben überhaupt nicht irritieren ließ sich hingegen Reese Witherspoon. Sie trug klassisches Schwarz mit einem weißen Umschlag am Ausschnitt. Eine Creation von Armani, die damit kontrastreich von den vielen „Ladies in red“ absetzte.

Echte Geschmacks-Ausrutscher waren an diesem Abend eher die Seltenheit. Nur wer Ausschau nach Cate Blanchett hielt, konnte  auf den Gedanken kommen, die Stilikone habe an diesem Abend ihre Stilsicherheit verloren. Das helle Givenchy-Kleid mit breiten, steifen Schulterklappen und üppiger Perlenstickerei traf nicht unbedingt jedermanns Geschmack.

(rockefeller-news/up)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 10.0/10 (3 votes cast)

Written by UrsPid

This article has no comments yet. Comment this article »

“Discovery”: Außenbordeinsatz für Astronauten

01. März 2011

Internationale Raumsation ISS

Gestern begann ein Außenbordeinatz für die Astronauten auf der Internationalen Raumsation ISS (Foto: NASA)

Cape Canaveral. Zwei Besatzungsmitglieder der US-Raumfähre “Discovery” haben gestern Abend ihren ersten Außenbordeinsatz begonnen. Die Discovery war am vergangenen Samstag auf der Internationalen Raumstation ISS angekommen.

Die Aufgabe der Astronauten Stephen Bowen und Alvin Drew ist es, ein Verlängerungskabel zu befestigen und eine beschädigte Ammoniak-Pumpe an einen geeigneteren Lagerort zu bringen. Bei einem eher spielerischen Experiment sollten sie außerdem einen Metallkanister öffnen und den Inhalt in die Weiten des Alls werfen.

Bowen kann auf eine langjährige Erfahrung bei Weltraum-Missionen zurückblicken. Er war kurz vor dem Start zur Besatzung der “Discovery” gestoßen, nachdem sich ein ursprünglich vorgesehener Astronaut bei einem Fahrradunfall im Januar verletzt hatte.

Für seinen Kollegen Drew ist es hingegen der erste Außenbordeinsatz – der Schwerstarbeit in der Schwerelosigkeit bedeutet. Er ist nun der 200. Teilnehmer einer Weltraummission.

Die “Discovery” war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral zu ihrer letzten Reise ins All gestartet. Nach dem Ende der Mission wird das Shuttle eingemottet und zu einem Museumsstück.

Verweise:

(dapd; rockefeller-news/up)

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 9.7/10 (3 votes cast)

Written by Rockefeller David

This article has no comments yet. Comment this article »

Iranische Oppositionsführer in Teheran festgenommen

01. März 2011

Iran-Demonstration in Berlin

Vor zehn Tagen demonstrierten Anhänger des NWRI in Berlin. (Foto: Maja Hitij/dapd)

Teheran. Einem Bericht zufolge wurden die iranischen Oppositionsführer Mir Hossein Mussawi und Mahdi Karubi verhaftet und in ein Gefängnis gebracht worden.

Die Oppositionellen hatten Publikationen auf eine zum Reformlager zählenden Webseite veröffentlicht.

Auch die Frauen der Politiker seien in Haft genommen worden, meldete die Webseite kaleme.com.

Von den teheranischen Behörden konnte dafür gestern keine Bestätigung erhalten werden.

Laut Bericht seien die Oppositionspolitiker in das Gefängnis Heschmatjeh in Teheran gebracht worden. Die beiden standen in den vergangenen Wochen bereits unter Hausarrest.

Vor 10 Tagen demonstrierten Teilnehmer und Anhänger des Nationalen Widerstandsrates Iran (NWRI) in Berlin auf einer Demonstration unter dem Motto “Solidarität mit dem Aufstand im Iran” gegen die Gewalttaten des iranischen Regimes und die Unterdrückung der Bürgerproteste im Iran.  Die Demonstranten forderten dabei unter anderem auch die Schliessung der iranischen Botschaft in Berlin.

+++++++++

Aufstände in der arabischen Welt:

VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 8.7/10 (3 votes cast)

Written by UrsPid

This article has no comments yet. Comment this article »

Online Magazin Konzept & Realisation Oberhauser.com Geladen in 2,946 Sekunden. Abfragen ausgeführt 54. Peak-Speichernutzung 62917 KB.