Trotz Rückgang des Konsums keine Entwarnung

13. April 2012

Vorstellung des "Jahrbuches Sucht 2012". (Foto: M.Gottschalk/dapd)
Vorstellung des “Jahrbuches Sucht 2012″. (Foto: M.Gottschalk/dapd)

 

Der Konsum von Suchtmitteln ist in den vergangenen Jahren in Deutschland nahezu konstant geblieben. Der Pro-Kopf-Verbrauch reinen Alkohols sank im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um ein Prozent von 9,7 auf 9,6 Liter, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten “Jahrbuch Sucht 2012″ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) hervorgeht. Auch der Tabakkonsum sei weiter zurückgegangen, sagte die Referentin für Grundsatzfragen der DHS, Gabriele Bartsch.

Diese beiden legalen Drogen seien nach wie vor das größte Problem. Vor allem die Gefahr des Alkoholkonsums werde weiterhin “völlig unterschätzt”. Bei den Alkoholvergiftungen sei im Jahr 2010 zwar ein leichter Rückgang verzeichnet worden, innerhalb von elf Jahren habe sich die Fallzahl aber nahezu verdreifacht.
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Straßburg billigt Verbot für Geschwister

13. April 2012

EU-Menschenrechtsgerichtshof urteilt über Strafbarkeit von Inzest. (Foto: C.Lutz/dapd)
EU-Menschenrechtsgerichtshof urteilt über Strafbarkeit von Inzest. (Foto: C.Lutz/dapd)

 

Inzest unter Geschwistern bleibt in Deutschland strafbar. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) entschied am Donnerstag in Straßburg, dass die strafrechtliche Verurteilung eines Mannes aus Leipzig wegen Geschlechtsverkehr mit seiner leiblichen Schwester nicht gegen Menschenrechte verstieß. Die Beschwerde des 35-jährigen Patrick S., der mit seiner Schwester vier Kinder zeugte und deshalb wegen Beischlafs zwischen Verwandten zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, blieb damit ohne Erfolg.

Das von sieben Richtern gefällte EGMR-Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Dresdner Anwalt von Patrick S., Endrik Wilhelm, sagte auf dapd-Anfrage, das Urteil sei “sehr enttäuschend und auch nicht differenziert”. Er werde seinem Mandanten raten, die Sache vor die mit 17 Richtern besetzte Große Kammer des EGMR zu bringen. Scharfe Kritik kam auch von den Grünen, während der Deutsche Ethikrat das Urteil für gerechtfertigt hält.
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Freitag der 13., mehr als ein Viertel der Deutschen misst der 13 eine besondere Bedeutung bei

12. April 2012

Stephan Bachter, von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. (Foto: J.Koch/dapd)
Stephan Bachter, Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften. (Foto: J.Koch/dapd)

 

Im Januar war es zuletzt der Fall und in wenigen Tagen ist es wieder so weit: Der 13. des Monats fällt auf einen Freitag. Im Juli gibt es die Kombination 2012 zum dritten Mal, häufiger ist das pro Jahr im gregorianischen Kalender nicht möglich. Das Datum Freitag, der 13. gilt als Unglückstag. Doch woher kommt dieser Mythos und die Furcht vor dem Datum, die mit “Paraskavedekatriaphobie” sogar einen eigenen Namen hat?

Nach Recherchen des Volkskundlers Stephan Bachter ist die Verbindung zwischen dem Freitag und der 13 eine relativ junge Erscheinung. In einem Buch aus dem Jahr 1950 hat er die erste Erwähnung der Kombination als Tag des Pechs gefunden. Nach seinen Recherchen geht der Aberglaube in erster Linie auf ein Buch eines Finanzmanagers aus Boston zurück. Sein Werk über Börsenspekulationen hieß “Friday the 13th” und war Anfang des 20. Jahrhunderts ein Bestseller.
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Greenpeace warnt vor Belastung der Bürger

12. April 2012

Die älteste Atomruine Deutschlands in Rheinsberg. (Foto: K.Gabbert/dapd)
Die älteste Atomruine Deutschlands in Rheinsberg. (Foto: K.Gabbert/dapd)

 

Der Milliarden teure Abriss alter Atomkraftwerke und die Endlagerung von Strahlenmüll könnte einer Studie von Greenpeace zufolge ab 2022 an den Steuerzahlern hängen bleiben. Dann endet eine entsprechende Vereinbarung, wonach alle vier Energiekonzerne beim Rückbau für ihre jeweiligen Kernkraft-Tochterfirmen einstehen müssen, wie die Autorin der Studie, Bettina Meyer, am Mittwoch in Berlin erläuterte. Greenpeace forderte deshalb, die Konzerne sollten die von ihnen zur Seite gelegten Milliarden für die Endlagerung von Atommüll in einem öffentlichen Fonds parken. Das Geld für die Demontage könnte bei den Unternehmen bleiben.

Zunächst wies das Bundeswirtschaftsministerium den Fonds-Vorschlag zurück. Ein Sprecher sah keinen Anlass, die bestehende Regelung zu ändern. Anders sieht es das Umweltministerium. Es bezeichnete dies als “eine Überlegung, die man prüfen kann”. Damit droht eine Konfrontation zwischen Minister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP).
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Der befürchtete Tsunami bleibt aus

12. April 2012

Geoforschungszentrum schliesst grossen Tsunami im Indischen Ozean aus. (Foto: K.Gabbert/dapd)
Geoforschungszentrum schliesst grossen Tsunami im Indischen Ozean aus. (Foto: K.Gabbert/dapd)

Zwei schwere Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra haben am Mittwoch Tsunami-Warnungen ausgelöst und Panik unter den Bewohnern der betroffenen Gebiete verursacht. In der 2004 von einem Tsunami verwüsteten indonesischen Provinz Aceh flohen die Menschen in Autos und auf Motorrädern von der Küste in höher gelegene Gebiete. Wenige Stunden später wurden die Tsunami-Warnungen aufgehoben.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang sagte zwei Stunden nach dem ersten Erdstoß der Stärke 8,6, es gebe keine Berichte über größere Wellen. “Aber wir bleiben wachsam.” Bisher gebe es keine Informationen über Verletzte oder größere Schäden in der Provinz Aceh. “Gott sei Dank.” Gegen 14.30 Uhr (MESZ) hob das Pazifische Tsunami-Warnzentrum der US-Wetterbehörde NOAA auf Hawaii seine Warnungen für den Indischen Ozean auf. In der indonesischen Hafenstadt Meulaboh wurde eine Welle von einem Meter Höhe gemessen.
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Poesie auf der Brötchentüte

11. April 2012

Einigen Autoren gehe es ums Geldverdienen, anderen ums Bekannt- & Gelesen-Werden. (Foto: D.Hecker/dapd)
Einigen Autoren gehe es ums Geldverdienen, anderen ums Bekannt- & Gelesen-Werden. (Foto: D.Hecker/dapd)

 

In manchen Bäckereien reicht die Verkäuferin mit der Brötchentüte auch Literatur zum Nulltarif über die Theke. Die Bremer Agentur Lesefutter bringt Gedichte und Kurzgeschichten auf die Bäckertüte. Auf einer Seite steht Werbung, auf der anderen Lyrik oder Prosa. Millionen solcher Papiertüten wurden inzwischen in Bäckereien, Naturkostläden, Buchhandlungen und Apotheken verteilt.

Die Auflage pro Text liegt zwischen 25.000 und 750.000 Tüten. “Jemand hat mal angemerkt, das sei eine höhere Auflage, als Goethe zu Lebzeiten mit seinen Werken hatte”, sagt Frank Riepe, Geschäftsführer von Lesefutter. Er ist von Haus aus Performance-Künstler und hat Lesefutter – ein Mix aus Agentur und Verlag – 2005 mit dem Bielefelder Autor Jens Gantzel gegründet.
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Santorum macht Romney den Weg frei im Rennen um Präsidentschaftskandidatur

11. April 2012

Konservativer US-Republikaner gibt vorzeitig auf. (Foto: S.Senne/dapd)
Konservativer US-Republikaner gibt vorzeitig auf. (Foto: S.Senne/dapd)

 

Der US-Republikaner Mitt Romney kann sich auf einen Wahlkampf gegen Barack Obama bei der Präsidentschaftswahl im Herbst einstellen. Sein bis zuletzt härtester Rivale Rick Santorum gab im parteiinternen Rennen um die Kandidatur am Dienstag seinen Rückzug bekannt. Gemeinsam mit seiner Frau und seiner Familie trat er in seinem Heimatstaat Pennsylvania vor seine Anhänger und bedankte sich für ihre Unterstützung.

Das Rennen sei für ihn nun vorbei, sagte Santorum. Der Kampf zur Bezwingung von Obama aber gehe weiter. Romney gratulierte seinem Parteifreund in einer kurzen Mitteilung zur bisherigen Kampagne und bezeichnete ihn als einen “tüchtigen und würdigen Wettbewerber”. Wie aus Kreisen der Republikaner verlautete, hatten Romney und Santorum vor der offiziellen Ankündigung des Rückzugs miteinander gesprochen.
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Experten widersprechen in einem zweiten Gutachten ihren Kollegen

11. April 2012

Norwegischer Attentäter Breivik doch zurechnungsfähig. (Foto: H.Junge/dapd)
Norwegischer Attentäter Breivik doch zurechnungsfähig. (Foto: H.Junge/dapd)

 

Vor Prozessauftakt am kommenden Montag ist dem geständigen Attentäter von Norwegen, Anders Behring Breivik, in einem zweiten psychologischen Gutachten doch volle Zurechnungsfähigkeit bescheinigt worden. Die Experten seien zu dem Schluss gekommen, dass Breivik zum Zeitpunkt der Tat nicht psychotisch gewesen sei, erklärte ein Gericht in Oslo am Dienstag.

Es hatte ein zweites Gutachten veranlasst, nachdem in einer umstrittenen ersten Expertise bei dem 33-Jährigen eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden war. Breivik sei sowohl während als auch nach der Tat psychotisch gewesen, hieß es darin. Die Experten des zweiten Gutachtens sehen dies anders.
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Im Preußen-Jahr wandeln Touristen auch östlich der Oder auf den Spuren von Friedrich dem Großen

10. April 2012

Schloss Tamsel lag dem jungen Kronprinzen Friedrich am Herzen. (Foto: T.Heimann/dapd)
Schloss Tamsel lag dem jungen Kronprinzen Friedrich am Herzen. (Foto: T.Heimann/dapd)

 

Der weitläufige Schlossgarten von Tamsel – dem polnischen Dabroszyn – hat ebenso wie das leerstehende und von einem zerschlissenen Maschendrahtzaun umgebene Herrenhaus schon bessere Zeiten gesehen. Etwa im Jahr 1731, als hier der Kronprinz und spätere preußische König Friedrich II. (1712-1786) ein und aus ging. “Tamsel war eines der Güter, das ihm im wahrsten Sinne des Wortes am Herzen lag”, sagt der Frankfurter Reiseführer und Oderlandkenner Walter Hausdorf, der zum 300. Friedrich-Jubiläum in diesem Jahr Touren auf den oftmals verblichenen Spuren des Königs östlich der Oder organisiert.

Der 19-Jährige Kronprinz sei damals “total verschossen” gewesen in die nur wenige Jahre ältere Gattin des Hausherrn, Luise Eleonore von Wreech. Deshalb sei er seinerzeit oft auf das nur wenige Kilometer östlich von Küstrin gelegene Gut gekommen. In Tamsel habe der Kronprinz seine Liebe zur Poesie entdeckt, sagt Hausdorf und lenkt den Blick auf einen vielleicht sechs Meter hohen Obelisken mitten im Park in Sichtweite des Schlosses. An dieser Stelle soll er sich gerne aufgehalten haben.
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