Friedrich verteidigt Anti-Extremismus-Erklärung!

24. Januar 2012

Bundesminister am Rundem Tisch gegen Rechtsextremismus! (Foto: dapd)

Bundesminister am Rundem Tisch gegen Rechtsextremismus! (Foto: dapd)

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die Anti-Extremismus-Erklärung verteidigt, die Initiativen gegen Rechtsextremismus für die Bewilligung von Fördergeldern unterschreiben müssen. “Wir können Rechtsextremisten nicht mit Linksextremisten bekämpfen”, sagte er am Dienstag im ZDF-”Morgenmagazin”. Es gehe schließlich auch um Steuergelder.

Bei dem am späten Vormittag geplanten Spitzentreffen mit Familienministerin Kristina Schröder gehe es nicht um die Arbeit der Sicherheitskräfte, betonte er, sondern darum, den gesellschaftlichen Kampf gegen Rechtsextremismus zu stärken. Ein entsprechendes Signal solle ausgesendet werden.

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Gingrich sticht Romney aus

22. Januar 2012

Mitt Romney

In South Carolina muss sich Mitt Romney seinem Kontrahenten Newt Gingrich geschlagen geben. (Foto: dapd)

Der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, hat die Vorwahl in South Carolina mit einem deutlichen Vorsprung vor seinem Konkurrenten Mitt Romney gewonnen.

Mitt Romney wurde bisher die Favoritenrolle zugesprochen, doch diese konnte er in South Carolina nicht verteidigen. Seinen Vorsprung in den Umfragen konnte er im südlichen US-Bundesstaat auch nicht weiter ausbauen.

Das Ringen um die Präsidentschaftskandidatur gegen den amtierenden Präsidenten Barack Obama geht also weiter, denn bisher hat sich noch kein klares Ergebnis herauskristallisiert. Auffallend ist jedoch, dass seit 1980 jeder Kandidat, der sich in South Carolina durchgesetzt hat, die Nominierung für die Präsidentschaftskandidatur erreicht hat.

In 95 Prozent der Wahlbezirke konnte Gingrich 41 Prozent der Stimmen für sich gewinnen, Romney kam auf 27 Prozent. Der derzeit führende Senator Rick Santorum erhielt 17 Prozent der Stimmen, für den Abgeordneten Ron Paul waren es 13 Prozent. Bereits am Donnerstag hatte der texanische Gouverneur Rick Perry seinen Rücktritt bekannt gegeben.

Gingrich zeigte sich über den Sieg hoch erfreut und bedankte sich bei seinen Wählern via Twitter. In seiner Nachricht schrieb er, dass er auch bei der nächsten Vorwahl, die in Florida stattfinden wird, einen K.O.-Schlag austeilen wolle. Seine Unterstützer rief er weiterhin dazu auf, Geld für seinen Wahlkampf zu spenden und verwies dafür auf eine spezielle Website.

Romney hingegen zeigte seine Kampfbereitschaft und sagte seinen Wählern, sie sollen sich gewiss sein, dass er um jede einzelne Stimme in jedem einzelnen Staat kämpfen wolle.

Dass der Wahlkampf nicht unschmutzig abläuft beweist ein Interview mit Gingrich’s Exfrau, die im Fernsehen öffentlich sagte, dass der Politiker sie um eine offene Ehe gebeten habe, um weiterhin mit seiner Geliebten verkehren zu können. Heute ist diese Geliebte Gingrichs zweite Ehefrau.

(rockefeller-news/dapd)

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Auf lange Sicht kein Guttenberg-Comeback

20. Januar 2012

Guttenberg

Karl-Theodor zu Guttenberg richtet sich in einem Brief an seine Parteimitglieder. (Foto: dapd)

Vorerst soll es kein Comeback des in die Kritik geratenen Karl-Theodor zu Guttenberg geben. Der einstige Hoffnungsträger der CSU wird nicht für die Bundestagswahl 2013 kandidieren. Auch die Landtagswahl in Bayern lässt Guttenberg aus.

In einem am Freitag veröffentlichten Brief an die CSU-Mitglieder schreibt er: “Es wäre nicht der richtige Zeitpunkt. Und ich habe auch aus meinen Fehlern zu lernen.” Weiter gibt Guttenberg an, dass er noch mehr Zeit und Abstand brauche, um das Geschehene zu verarbeiten.

Karl-Theodor zu Guttenberg war am Anfang des letzten Jahres in die Kritik geraten, da er große Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hat.

Dieser Abstand sei nötig und wird sich auch noch einige Zeit hinziehen. “Auf lange Sicht”, so gibt der ehemalige Verteidigungsminister an, werde er wohl nicht öffentlich in Deutschland auftreten. Die Zusagen, die er bereits getätigt hat, müsse er mit Bedauern zurücknehmen. Es sei für ihn an erste Stelle wichtig, sein Fehlverhalten und Selbstverschulden aufzuarbeiten. Dazu ist es nötig, sich “aus dem Licht der deutschen Öffentlichkeit” zurückzuziehen.

“Nicht jede meiner Reaktionen und Äußerungen im vergangenen Jahr, das ich als extrem empfunden habe, war klug”, schreibt Guttenberg und zeigt damit, dass er selbstkritisch mit seinem Verhalten umgeht. Auch die letzten Wochen seien nicht nach Plan gelaufen und eher etwas “mißglückt”. Auf viele haben seine Auftritte “wie eine Comeback-Inszenierung” gewirkt, was der ehemalige Finanzminister jedoch nicht erreichen wollte.

Daher wolle sich Guttenberg vorerst “neuer Aufgaben annehmen”, wie er weiter in dem Brief schreibt. “Zuweilen werde ich mich zu außenpolitischen Themen äußern. Allerdings nicht als Politiker, sondern als politisch denkender Mensch.”

(rockefeller-news/dapd)

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Vorwahl in Iowa bringt Überraschung

19. Januar 2012

Rick Santorium

Rick Santorium siegt in Iowa. (Foto: dapd)

Nach Abschluss der Auszählungen hat sich bei der Vorwahl zum Präsidenten der USA entgegen aller Erwartungen doch Rick Santorum durchgesetzt.

Wie die Republikaner am Donnerstag verkündeten, bekam Rick Santorium 34 Stimmen mehr als sein Erzrivalen Mitt Romney. Noch nach den ersten Auszählungen waren die Erwartungen anders. Zunächst lag Romney vorne und vorzeitig wurde verkündet, dass dieser mit acht Stimmen Vorsprung gewonnen habe.

Diese Aussage erwies sich jedoch als falsch und Rick Santorium darf sich über seinen ersten Sieg in einer Vorwahl freuen.

Der Vorsitzende der Republikaner, Matt Strawn, wollte das Ergebnis der Auszählung eigentlich am frühen Donnerstag morgen verkünden. Nach mitteleuropäischer Zeit wäre dies um 15 Uhr am Nachmittag gewesen. Doch wie aus Parteikreisen bekannt wurde, war es Strawn noch nicht möglich das Ergebnis zu verkünden, da es Probleme in acht der 1.774 Wahlkreisen gegeben habe.

So kam es, dass einige der Stimmen um die genannte Uhrzeit noch nicht gezählt waren, wodurch es später noch zu einer Verschiebung kam, bei der Rick Santorum nun das Rennen machte.

Derweil wurde bekannt, dass Rick Perry offenbar den Kampf um die Präsidentschaftskandidatur aufgeben will. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP soll ein namentlich nicht genannter Funktionär der Republikaner gesagt haben, dass Perry bei einer Pressekonferenz seinen Verzicht erklären wolle. Seine Anhänger sollen sich von nun an auf seinen innerparteilichen Konkurrenten Newt Gingrich konzentrieren und ihn unterstützen.

Rick Perry hatte in den letzten Umfragen immer geringere Werte erzielt, was ihn wohl zu diesem Schritt treiben wird.

(rockefeller-news/dapd)

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ZiB-Redaktion – Protestieren gegen politische Einflußnahme beim ORF

19. Januar 2012

Die Redakteurinnen und Redakteure des Aktuellen Dienstes in der ORF-Fernsehinformation protestieren für die Unabhängigkeit und für das Ende von partei-politisch motivierten Postenbesetzungen. 55 Mitarbeiter erheben ihre Stimme und fordern die Einhaltung des in der österreichischen Verfassung festgeschriebenen Rechtes auf Unabhängigkeit des ORF.

Für die Produktion dieses Videos wurde kein ORF-Equipment verwendet, sondern ausschließlich private Film-&Schnittausrüstung.

(rockefeller-news/©ZiB-Redaktion/Kulturstudio Blog/youtube)

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Leichtes Aufatmen für Christian Wulff

18. Januar 2012

Wulff

Gegen Christian Wulff und die BW-Bank wird wegen seines kostengünstigen Darlehens nicht weiter ermittelt. (Foto: dapd)

Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat es in diesen Tagen nicht leicht. Sein Image ist mehr als angeschlagen und es wird wohl einige Zeit brauchen, bis sich dieses wieder erholt hat und er zur gewohnten Tagesordnung zurückkehren kann.

Nun kann Wulff jedoch ein bisschen aufatmen, zumindest, wenn es um seinen umstrittenen Kredit bei der BW-Bank geht.

Es wird keine Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft gegen die Bank selbst und ihn geben. Der Vorwurf lautete darauf, dass Wulff von der Bank günstige Konditionen für einen Kredit erhalten habe.

Nicht nur Wulff, sondern auch die Verantwortlichen der Bank können also aufatmen.

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, habe sich kein Anfangsverdacht auf Untreue und Vorteilsnahme ergeben. Daraus ergebe sich der Beschluss, keine weiteren Ermittlungen gegen die BW-Bank und den Bundespräsidenten aufzunehmen.

Bei der Staatsanwaltschaft waren im Vorfeld 19 Anzeigen eingegangen, die im Zusammenhang mit der zinsgünstigen Darlehensvergabe stehen. Auf diese wird die Staatsanwaltschaft jedoch nicht näher eingehen.

Mit dem zinsgünstigen Kredit hatte Wulff das Privatdarlehen des Unternehmerpaares Geerkens abgelöst, dass 500.000 Euro betragen hatte. Bei der Aufnahme des Privatdarlehens war Christian Wulff noch als niedersächsischer Ministerpräsident tätig. Eben dieses Privatdarlehen hatte ihn bereits vor Weihnachten in die Kritik gebracht, da er es verschwiegen hatte.

(rockefeller-news/dapd)

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Written by Ortwin Oberhauser

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Streiks legen Athen lahm

18. Januar 2012

Streik

Große Demonstrationen in der griechischen Hauptstadt Athen. (Foto: dapd)

Wieder herrscht Ausnahmezustand in der Hauptstadt Griechenlands. In Athen sind erneut mehr als 10.000 Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Sparmaßnahmen des in die Schieflage geratenen Staates zu protestieren.

Vor allem die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften am Mittwoch über Lohnkürzungen stehen im Fokus der Protestanten. Die bevorstehenden Maßnahmen lassen nichts Gutes für das Jahr 2012 erwarten.

Auch die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zog es derweil auf die Straße. Der gesamte Bus- und Bahnverkehr wurde lahmgelegt. Auch zahlreiche Behörden bleiben geschlossen. Auch die Journalistenverbände legten für 48 Stunden ihre Arbeit nieder.

Leider gab es bereits auch Verletzte, die den Demonstrationen zuzurechnen sind. Ein Polizist in Zivilkleidung wurde durch Prügel schwer verletzt. Gleich 30 Demonstranten schlossen sich zusammen und überfielen den einzelnen Mann. Sie nahmen ihm seine Waffe weg und drangsalierten ihn mit Schlägen. Ansonsten blieben die Demonstrationen in einem weitgehend friedlichen Rahmen.

Am Dienstag reisten Experten des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der EU nach Athen, um weiter über internationale finanzielle Hilfe zu diskutieren und zu beraten, wie man Griechenland erfolgreich aus der Krise lotsen kann.

Am Mittwoch soll weiter über einen Schuldenschnitt Griechenlands beraten werden. Vor allem die Banken stehen dabei in Verhandlung mit der griechischen Regierung. Der Chef des Internationalen Bankenverbandes (IIF), Charles Dallara, will für diese Verhandlungen nach Athen zurückkehren. Die Entschlossenheit, ein Abkommen zu schließen, dass die freiwillige Umschuldung Griechenlands beinhaltet, sei weiterhin gegeben, hatte Dallara im Vorfeld erklärt.

Zwar waren die Verhandlungen bereits am Freitag ergebnislos abgebrochen worden, doch bereits im Oktober hatten sich Banken und Fonds bereiterklärt, auf ganze 50 Prozent ihres eigenen Geldes zu verzichten, um Griechenland so zu unterstützen.

Es soll nun darüber diskutiert werden, wie viel Zinsen sie für ihre neuen Anleihen erhalten sollen.

(rockefeller-news/dapd)

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ORF III neue Dokuserie TOP SECRET

17. Januar 2012

Spionage Antennen auch auf uns ausgerichtet. (dapd)

Spionage Antennen auch auf uns ausgerichtet. (Foto: dapd)

Der ORF III hat eine Doku Serie die wirklich sehenswert ist, hier werden Hintergründe aus Spionage und Wirtschaft in der Welt aufgedeckt. Die Wirtschaftsspionage macht auch vor dem EU-Parlament keinen Halt. Hier wurden im Jahr 2002 Gespräche zwischen 6 EU-Ländern abgehört, was auch Österreich betraf.

Machen Sie sich ein Bild über die Hintergründe der Spionage in der hHeutigen Welt, Sie würden nicht glauben was hier immer noch umgesetzt wird und wer alles abgehört wurde.

Israel und USA hören die EU ab, was kommt da noch auf uns zu?

Schauen Sie sich die Dokubeträge selbst an und erfahren Sie mehr über diese Vorfälle in “Top Secret”.

Klicken Sie den Link und lesen Sie mehr zu dem Thema bei ORF III

Wenn Sie die Sendung verpasst haben, schauen Sie auf Teleboy!

(rockefeller-news/ORF)

 

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Martin Schulz nimmt kein Blatt vor den Mund!

17. Januar 2012

 

Martin Schulz der neue EU-Parlamentspraesident (Foto: Michael Gottschalk/dapd)

Martin Schulz der neue EU-Parlamentspraesident (Foto: Michael Gottschalk/dapd)

Wenn Martin Schulz vor dem EU-Parlament das Wort ergreift, dann wird es spannend: Mit der ihm eigenen Mischung aus Zorn, Witz und eloquenter Bodenständigkeit drischt der SPD-Politiker vor allem auf die Staats- und Regierungschefs ein. Diese teilten nach ihren Gipfeln “den erstaunten Untertanen mit, worauf sie sich meistens nicht verständigt haben”, sagt er dann zum Beispiel. Was die Chefs als Wirtschaftsregierung bezeichneten, sei “eine Wiedereinsetzung des Wiener Kongresses”.

Doch damit soll jetzt Schluss sein. Am Dienstag wurde der bisherige Fraktionschef der europäischen Sozialdemokraten zum Präsident des EU-Parlaments gewählt, mit 387 Stimmen im ersten Wahlgang, eine überwältigende Mehrheit. Und das Amt ist für den einstigen Buchhändler und Bürgermeister aus Würselen bei Aachen Mission: “Ich will das Vertrauen der Bürger in die EU zurückgewinnen”, sagt der 56-Jährige. “Ich will wieder Begeisterung für Europa wecken.”

Seine Strategie: Das Parlament in Straßburg müsse in die Entscheidungen viel stärker eingebunden werden. Denn so könne es dem hektischen Euro-Krisenmanagement in Brüssel die verloren gegangene Akzeptanz zurückbringen.
“Dann gibt es Streit”

Um seine Mission zu erfüllen, werde er “kein Grüß-August” sein, sagt Schulz. Das ist natürlich auch ein Seitenhieb auf seine Vorgänger, den deutschen CDU-Politiker Hans-Gert Pöttering und den polnischen Konservativen Jerzy Buzek, dem Schulz jetzt nachfolgt. Die beiden freundlichen, grauhaarigen Herren leiteten die EU-Gipfel bislang mit ebenso salbungsvollen wie wirkungslosen Worten ein. Vor dem Verhandlungsstart mussten sie wieder vor die Tür.

Schulz dagegen will bei den Großkopferten mit am Tisch sitzen, wenn sie bis in die Morgenstunden über Schuldenschnitte, Rettungsschirme und Euro-Bonds verhandeln. Die Tür soll ihm Angela Merkel öffnen, mit der er in regem Kontakt steht. Er erwarte, dass Merkel “das Europäische Parlament stärkt und unterstützt”, sagt er. Falls nicht, tja, dann “wird es Streit geben”.

Und wenn einer den Streit nicht scheut, dann ist es der bärbeißige, vollbärtige Rheinländer Schulz. Biss hatte er schon als junger Mann, als eine Knieverletzung seine Karriere als Profi-Fußballspieler bei Rhenania Aachen stoppte. Seine Wortgefechte im EU-Parlament, dem er seit 1994 angehört, sind Legende. 2003 gelang es ihm, den damaligen italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi so sehr zu provozieren, dass der ihm eine Filmrolle als Kapo in einem Nazi-KZ andiente.

Im vergangenen Frühjahr legte er sich heftigst mit dem ungarischen Regierungschef Victor Orban an, was seinem Namen als Poltergeist alle Ehre machte. Doch als er aus Rücksicht auf die Konservativen im EP, die er für seine Wahl brauchte, eine Resolution gegen Orban stoppte, zeigte er sein Gesicht als kühler Taktierer. “Erst Oberrevolutionär spielen, und ein paar Tage später Fußabtreter: Das ist widerlich”, ärgerte sich Grünen-Haudegen Daniel Cohn-Bendit damals über den Kollegen. Am Dienstag setzte sich Schulz dafür ein, dass sich Orban vor dem Plenum gegen Kritik an seiner autokratischen Verfassungsreform verteidigen kann. Denn “das EU-Parlament muss der Ort sein, an dem über die Europapolitik gestritten wird”.

Gut gebrüllt Löwe!

Dass Schulz, der auch im SPD-Präsidium sitzt und einen kurzen Draht zu Parteichef Sigmar Gabriel unterhält, auch “Kompromisse kann”, wie er beteuert, das muss er jetzt beweisen. Ein Kämpferherz alleine reicht nicht aus, will er für das Europaparlament nicht nur mehr Lärm machen, sondern auch mehr Einfluss herausschlagen. Wie schwer das ist, zeigt sich gerade in den Verhandlungen um den Fiskalpakt der Eurostaaten, der Schuldenbremsen einführen soll. Als Merkel das Parlament nur als Beobachter akzeptieren wollte, kündigte Schulz an, er werde “zum ersten Mal den Aufstand proben”. Gut gebrüllt Löwe, muss man da wohl sagen, denn inzwischen sind es wieder die Euro-Finanzminister, die die Verhandlungen an sich reißen.

Gleichwohl bietet das neue Amt für Schulz eine enorme Chance. Inmitten der schwersten Krise, die Europa seit dem Zweiten Weltkrieg heimsucht, hat er neben Kommissionschef José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy den dritten Spitzenposten in der EU ergattert. Und gerade in einer Zeit, in der am Institutionengefüge heftig gerüttelt wird.
Sprungbrett statt Abklingbecken

Verkrüppelt die Gemeinschaft zu staatlichen Zweckbündnissen, bei denen nur mitmacht, wer davon kurzfristig profitiert? Wird EU-Politik nur noch in den Hauptstädten gemacht, unter dem Diktat von innenpolitischem Machtkampf und Parteiengezänk? “Dem sage ich den Kampf an”, droht der neue Parlamentspräsident. Er will um eine Stärkung der Union ringen, die wieder stolz auf sich ist. In der Entscheidungen auch wirklich von europäischen Volksvertretern kontrolliert und glaubwürdig legitimiert wird. In der es gelingt, die Menschen von Portugal über Würselen bis nach Danzig und Nikosia wirklich mitzunehmen.

Zweieinhalb Jahre hat Schulz Zeit, auf die Schlüsselfragen Einfluss zu nehmen. An den Antworten muss er sich im Sommer 2014 messen lassen. Durch Chuzpe und Verhandlungsgeschick kann sich der leidenschaftliche Sozialdemokrat auch für weitere Ämter empfehlen. Für deutsche Politiker gilt Brüssel bislang eher als Endlager einer nicht mehr ganz so strahlenden politischen Karriere. Für Schulz könnte der Job aber auch zum Sprungbrett werden. Ein Ministerposten in Berlin? Der Wechsel von der Parlamentsspitze an die Spitze der EU-Kommission? Das Lager derer, die ihm das zutrauen, wird größer.

(rockefeller-news/dapd)

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