Tipps für Handynutzung im Ausland

01. Juli 2011

Frau telefoniert am Strand (dapd)

Vorsicht beim Telefonieren im Ausland: Roaming kann teuer werden. (dapd)

Für Urlauber gibt es eine Kostenerleichterung. Seit dem 1. Juli gilt innerhalb der EU ein einheitlicher Tarif für Handytelefonate. Ein Anruf mit dem Handy kostet nun im Ausland maximal 41,6 Cent pro Minute. Eingehende Gespräche haben eine Obergrenze von 13 Cent pro Minute. Jede verschickte SMS kostet ebenfalls maximal 13 Cent. So kann es sogar sein, dass eine SMS aus Mallorca nach Berlin einen Kunden weniger kostet als eine Kurznachricht innerhalb Deutschlands.

Darüber hinaus sieht es die europäische Roaming-Verordnung vor, dass Handybesitzer jederzeit zum EU-Tarif oder vom EU-Tarif zu einem alternativen Tarif wechseln können. Der Mobilfunkanbieter muss dabei nach Aussage der Bundesnetzagentur einen solchen Wechsel unentgeltlich innerhalb eines Arbeitstags nach Eingang des entsprechenden Auftrags durchführen.

Ganz allgemein gilt, je kürzer das Telefonat, desto besser. Kosten spart, wer sich aus Deutschland anrufen oder zurückrufen lässt. Da zahlt der Urlauber nur die Weiterleitung von Deutschland in das Reiseland, also maximal 13 Cent pro Minute. Der Anrufer aus Deutschland zahlt seinen regulären Inlandstarif, der je nach Anbieter variiert. Auch Guthabenkarten ausländischer Netzbetreiber machen das Telefonieren billiger, dafür darf das Telefon jedoch nicht über eine SIM-Sperre verfügen.

Um die Handykosten zu senken, ist es außerdem laut Stiftung Warentest ratsam, die Mailbox abzuschalten. Das Aufzeichnen des Anrufs ist nicht nur im Ausland bei vielen Mobilfunkanbietern teurer als im Inland, darüber hinaus kostet es meist mehr, die Mailbox im Ausland abzuhören. Zwar dürfen Anbieter mit dem neuen EU-Tarif die Weiterleitung zur Mailbox innerhalb der EU nicht mehr berechnen. Außerhalb Europas ist dies aber weiterhin kostenpflichtig.

Vorsicht ist nach Angaben von Verbraucherschützern beim mobilen Surfen im Internet geboten. Hier hängt die Gebühr oftmals von der übertragenen Datengröße ab. Ein automatisches Herunterladen von Emails kann die Handyrechnung schnell in die Höhe treiben.

Zwar sind den Anbietern bei den Preisen für die Datenübertragung nicht die Hände gebunden. Jedoch besteht mit der Roaming-Verordnung ein EU-weites monatliches Limit für die Rechnung. Falls der Nutzer keine andere Vereinbarung getroffen haben, darf der Anbieter maximal rund 60 Euro im Monat für Datenverbindungen kassieren. Ist diese Grenze erreicht, muss er die Verbindung automatisch, nach einer ersten Warnung, unterbrechen. Der Nutzer kann dann selbst entscheiden, ob er weitersurfen will.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Notrufsäulen bald nur noch an Autobahnen

29. Juni 2011

Notrufsäule (dapd)

Diese Notrufsäulen wird es bald nur noch an Autobahnen geben. (dapd)

Für die Notrufsäulen an deutschen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen kommt das Aus. Sie werden bis zum Jahresende abgebaut, wie die Björn-Steiger-Stiftung in Stuttgart mitteilte. Zur Begründung hieß es, die Notrufsäulen seien nicht mehr finanzierbar. Außerdem habe die heute selbstverständliche Handynutzung sowie die nun mögliche Ortung von Mobiltelefonen die Säulen zuletzt zunehmend überflüssig gemacht.

Bundesweit gibt es nach Angaben der Stiftung noch rund 2.000 dieser Säulen. “Die Kosten für Wartung und Telefongebühren waren am Ende einfach zu hoch“, sagte Stiftungs-Sprecherin Melanie Storch. Außerdem sei der Vandalismus seit den 90er-Jahren zunehmend zum Problem geworden. Mutwillig zerstörte Anlagen hätten in den vergangenen Jahren bereits nicht mehr ersetzt werden können.

Seit 1971 waren durch die Stiftung bundesweit insgesamt mehr als 7.000 Notruftelefone installiert worden. Jährlich musste die Organisation zuletzt nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Euro an Telefongebühren und Wartungskosten aufbringen. Nun ist das Ende der Säulen beschlossen. Im Schnitt wurden die Telefone nach den Angaben vor fünf Jahren 1,6 Mal jährlich genutzt. “Dieser Wert ist inzwischen deutlich gesunken”, sagte Storch. Aktuelle Zahlen würden nicht mehr erhoben.

Nicht betroffen vom beschlossenen Abbau sind die derzeit rund 16.000 Notrufsäulen an den deutschen Autobahnen, für die der Gesamtverband der Deutschen Versicherer (GDV) zuständig ist.

Christoph Hecht, Verkehrsexperte des ADAC, zeigte sich überrascht vom kompletten Aus für die Notrufsäulen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Er sehe darin aber kein Sicherheitsrisiko. “Diese Telefone werden heute kaum noch genutzt”, sagte er. Die langfristige Lösung sei ein System, das Notrufe nach einem Unfall automatisch aus dem Auto in eine Leitstelle übermittelt, inklusive der genauen Ortsangabe. Das Projekt komme derzeit allerdings nur schleppend voran.

Die Björn-Steiger-Stiftung wurde 1969 von den Eltern eines Jungen gegründet, der kurz zuvor nach einem Verkehrsunfall gestorben war. Die Rettungskräfte waren damals erst eine Stunde nach dem Notruf am Unglückort gewesen.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Fliegen wird teurer

28. Juni 2011

Flugzeug in Landeanflug (dapd)

Flugreisen werden teurer. (dapd)

Flugreisen werden nach Einschätzung des Deutschen Flughafenverbandes bald teurer. “Die Ticketpreise bilden die seit Anfang des Jahres bestehende Luftverkehrsabgabe noch nicht vollständig ab”, sagte Christoph Blume, der Präsident des Deutschen Flughafenverbandes ADV. “Mittelfristig werden die Preise steigen müssen”, erklärte Blume, der auch Chef des Flughafens Düsseldorf ist.

Den Airlines sei es bislang nicht gelungen, die gestiegenen Kosten als Preiserhöhungen an die Kunden weiterzugeben. “Deutschland ist das einzige Land mit einer solchen Abgabe, und in der Branche gibt es weltweit einen starken Preiswettbewerb und Kostendruck. Auch der sehr hohe Kerosinpreis hat die Gewinnmargen der Fluggesellschaften ins Rutschen gebracht.”

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Bericht: Bund prüft Bahn nicht ausreichend

27. Juni 2011

Gleisanlagen der Bahn (dapd)

Wie sicher sind Deutschlands Gleise? (dapd)

Der Bundesrechnungshof übt massive Kritik an der Finanzierung des deutschen Schienennetzes. Das Verkehrsministerium sei nicht in der Lage zu überprüfen, ob die Bahn jedes Jahr die Mittel für den Erhalt des Netzes sinnvoll investiere und damit die Qualität des Schienennetzes steige, heißt es in einem Prüfbericht, der dem “Handelsblatt”  vorliegt.

Der Zustandsbericht sei für die “Outputkontrolle bei der Schienenwegefinanzierung bislang nicht geeignet”, schreiben die Prüfer. Bei der Berechnung des Durchschnittsalters der Gleise und Weichen etwa fehlten 7.300 Kilometer Gleise (12,3 Prozent) “und mehr als 31.000 Weichen/Kreuzungen (etwa 43 Prozent)”. “Teils hat die DB AG Zustandsnoten für Bahnanlagen vergeben, die vor Ort nicht vorzufinden waren”.

Die Bahn verhält sich weitestgehend “vertragskonform”, attestieren die Prüfer. Das Ministerium habe hingegen unzureichende Informationspflichten in der Vereinbarung mit der Bahn festgelegt. So hätten sich beide Seiten darauf verständigt, dass “die Bahnsteige an mehr als 3.900 kleineren Bahnhöfen (etwa 69 Prozent aller Bahnhöfe) pauschal als stufenfrei bewertet werden, selbst wenn die Bahnsteige ausschließlich über Treppen erreichbar sind.”

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Der Wilde Westen sprach Deutsch

24. Juni 2011

Leute lesen Winnetou (dapd)

Im Westen las man Winnetou, im Osten Tokei-ihto. (dapd)

Der Wilde Westen versprach weite Landschaften, jede Menge Abenteuer und ein Leben in Einklang mit der Natur: In Millionenscharen pilgerten Auswanderer in den amerikanischen Westen. Bücher, Filme und Liveshows über Siedler, Cowboys sind bis heute Kassenschlager. Die neue Ausstellung “Der Schatz im Silbersee – Der Mythos des amerikanischen Westens in Deutschland” im Filmmuseum Düsseldorf zeichnet den Weg von der ersten Besiedelung bis zur heute immer noch ungebrochenen Faszination für Western nach.

“Die Mythosbildung beginnt schon in den frühen Bildern und Gemälden”, sagt Museumsdirektor Bernd Desinger. Politische und religiöse Verfolgungen und ein ungerechtes Erbschaftsrecht hätten die ersten Deutschen im 17. Jahrhundert in die Prärie getrieben. Nach Angaben von Desinger hat heute jeder vierte Amerikaner deutsche Vorfahren.

Mit dem Tourzug um die Welt Showman Buffalo Bill machte aus dem Traum vom Wilden Westen Ende des 19. Jahrhunderts ein Geschäft. Für Daheimgebliebene stellte er die “Wild West Show” auf die Beine. “Das war die erste Megatour der Weltgeschichte“, sagt Desinger. Mit 30 Waggons, exotischen Tieren und gecasteten Indianern sei Bill um die Erde gezogen.

Nach den Stummfilmen der 1920er Jahre gelang mit der Karl-May-Verfilmung “Der Schatz im Silbersee” 1962 der endgültige Durchbruch des Westernfilms in Deutschland. Die Geschichten der Freunde Winnetou und Old Shatterhand spülten fortan Millionen Deutsche Mark in die Kinokassen und setzte einen regelrechten Hype in Gang.

Das Bild des “edlen Wilden” ließ sich so gut verkaufen, dass während der Filmproduktion auf Einzelheiten nicht mehr geachtet wurde. Indianerstämme, die früher in der Wüste lebten, erschienen auf der Kinoleinwand an Wasserfällen und Seen. Winnetou und Old Shatterhand ritten durch bergiges Massiv, obwohl im amerikanischen Westen Flachland herrschte. “Die Realität war sehr harsch – härter, als Filme und Gemälde es zeigten”, sagt Desinger. Und was ist mit dem präsentierten Originalkostüm von Apachenhäuptling Winnetou? Das langärmelige Outfit hätte ein richtiger Apache nie getragen, ist sich Gojko Mitic sicher, der parallel zu Pierre Brice als “Winnetou des Ostens” Karriere machte. “Ein Apache hätte sich ja tot geschwitzt.”

Kurator Matthias Knop verweist darauf, dass sich wichtige Motive wie der Planwagen, der Angriff auf einen Treck durch Indianer oder der reitende Cowboy, der von unten gefilmt werde, in nahezu sämtlichen Dokumenten wiederfänden. DDR zeigt anderes Bild: Sie benutzte ihre eigenen Westernproduktionen für unterschwellige Kritik an den Westformaten. Statt Indianer als primitive Wilde darzustellen (USA) und nur oberflächlich ihre systematische Ermordung zu zeigen (Deutschland), stellten die Filme der ostdeutschen DEFA verstärkt das Leid der Indianer in den Blickpunkt. “Man hat versucht, denen zu zeigen, was schief und krumm war”, sagt Mitic. In Wahrheit habe an den Indianern ein Genozid stattgefunden, der einen weißen Fleck in der Geschichte darstelle. In der DDR wurden infolge der DEFA-Filme reihenweise Indianer-Clubs eröffnet, die das tägliche Leben der Indianer erforschten – und den Argwohn der Stasi auf sich zogen.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Air Berlin hebt Preise für Gepäck

22. Juni 2011

Air Berlin-Schalter (dapd)

Air Berlin hebt einige Preise vor der Urlaubssaison an. (dapd)

Fliegen mit der Billig-Airline Air Berlin könnte für einige Reisende teurer werden. Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft hebt ab 1. Juli die Preise für Übergepäck und andere Zusatzleistungen an. Durch die Aufschläge will die Airline ihre Ticketpreise trotz gestiegener Kosten stabil halten, berichtet die “Leipziger Volkszeitung” (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf eine Firmensprecherin.

“Wir wollen unsere Flüge weiter so günstig wie möglich anbieten. Deshalb wollen wir Zusatzangebote dort belasten, wo sie anfallen”, sagte die Sprecherin dem Blatt. Betroffen sind dem Bericht zufolge Übergepäck und der bisher kostenlose Vorabend-Checkin.

Für jedes Kilo zu viel werden am Schalter künftig 15 Euro berechnet, 5 Euro mehr als bisher. Wer das Zusatzgewicht zwei Tage vor Abflug anmeldet, zahlt für fünf Kilo statt 30 dann 55 Euro. Für die bisher kostenlos angebotene Möglichkeit, das Gepäck bereits am Abend vor dem Flug aufzugeben und dann auch schon die Bordkarte zu erhalten, verlangt Air Berlin künftig fünf Euro.

Kostenlos bleibt der Service aber für Kinder bis zwölf Jahre, für Vielflieger mit Silber- oder Gold-Status und für Inhaber der kostenpflichtigen Air-Berlin-Servicekarte, deren Preis aber von 59 auf 79 Euro steigt.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Erneut Aschewolke über Europa

25. Mai 2011

Aschewolke des Vulkan Grimsvoetn (dapd)

Die Aschewolke über dem isländischen Vulkan Grimsvoetn. dapd)

Ein Vulkanausbruch auf Island hat den Luftverkehr am Hamburger Flughafen komplett zum Erliegen gebracht. Wegen der Aschewolke aus dem Vulkan Grimsvötn wurden ab 6.00 Uhr alle Starts und Landungen gestrichen. Das gab eine Flughafensprecherin bekannt.

Nach dem nächtlichen Flugverbot war der Betrieb am Morgen gar nicht erst aufgenommen worden. Es sei unklar, wie lange das von der Deutschen Flugsicherung (DFS) verhängte Flugverbot gelten solle.

Für Mittwoch sind 433 Starts und Landungen mit rund 43.000 Passagieren geplant. Sie empfiehlt Betroffenen, sich umgehend mit ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen. Es sei mehr Personal im Einsatz, um Passagiere zu informieren.

Zudem habe sich der Flughafen mit Feldbetten, Decken und Wasser eingedeckt. Man rechne nicht mit einer großen Ansammlung von gestrandeten Passagieren, so die Flughafenleitung. Im Gegensatz zu Flughäfen wie etwa Frankfurt würden in der Hansestadt keine Passagiere umsteigen.

Die Einschränkungen gelten laut DFS zunächst für Hamburg und Bremen. Im Laufe des Mittwochvormittags könnten auch die Flughäfen in Berlin betroffen sein. Der Flugplatz Hannover liege genau an der Grenze des betroffenen Luftraums, sodass hier zunächst keine Prognose gegeben werden konnte.

Bislang führte der Ausbruch des Vulkans zu Behinderungen im Flugverkehr in Island, Norwegen, Dänemark, Irland, Schottland und England. Vor einem Jahr hatte der isländische Vulkan Eyjafjallajökull den Flugverkehr europaweit für mehrere Tage lahmgelegt.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Wieder Vulkanausbruch in Island – Erneutes Flugverbot?

23. Mai 2011

Erneut ist in Island ein Vulkan ausgebrochen. Droht jetzt wieder ein Flugverbot?

Vulkan Eyjafjalla legt 2010 europäische Flughäfen lahm

Vulkan Eyjafjalla legt 2010 europäische Flughäfen lahm (Foto: ddp)

Vor genau einem Jahr hat Vulkan Eyjaljalla den Flugverkehr über ganz Europa zum Stillstand gebracht. Der isländische Vulkan, dessen Aschewolke sich Mitte April 2010 über weite Teile Nord- und Mitteleuropas ausbreitete, verursachte die wohl bisher größte Beeinträchtigung des Luftverkehrs, die durch eine Naturgewalt ausgelöst wurde.

Gibt es wieder ein Flugchaos, kurz vor den Ferien?

Tatsache ist, dass Vulkan Grimsvötn, der zur Zeit im Umkreis von 100 Kilometern einen Ascheregen produziert, bis jetzt lediglich den Flugverkehr über Island lahm gelegt hat. Seit Sonntag ist der internationale Flughafen der Hauptstadt Reykjavik geschlossen. Es ist unwahrscheinlich, dass er heute wieder öffnet.

Doch wohin breitet sich die Aschewolke aus?

Laut Meteorologen bewegt sie sich Richtung Nordschottland. Von dort aus wird sie nach Osten ziehen, wo sie den Norden Deutschlands streifen könnte, aber eher nach Skandinavien treibt. Am Mittwoch könnte sie jedoch, bedingt durch eine Änderung des Wetters, ihre Richtung ändern und nach Westfrankreich sowie Nordspanien gelangen.

Was geschieht bleibt abzuwarten. Experten raten, sich weder in Panik versetzen zu lassen, noch gebuchte Flüge überstürzt umzubuchen. Es bleibt die Hoffnung, dass das Ausmaß weit geringer sein wird, als es im April 2010 der Fall war.

(rockefeller-news/ks)

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Kritik an Dänemarks Grenzpolitik

12. Mai 2011

Grenze zu Dänemark (dapd)

An der Grenze zu Dänemark wird wieder kontrolliert. (dapd)

Die Entscheidung der dänischen Regierung, an den Grenzen des Landes wieder Kontrollen einzuführen, ist auf scharfe Kritik gestoßen.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat die Wiedereinführung der Grenzkontrollen als “problematische Entwicklung” bezeichnet. Damit sei “eine der Errungenschaften der Europäischen Union” infrage gestellt worden, sagte die FDP-Politikerin am Donnerstag im Deutschlandfunk. Das Verhalten Dänemarks sei ein Beispiel dafür, wie fragil Regelungen und Grundüberzeugungen in der EU sein könnten. Es sei daher wichtig, eine Debatte zu führen, welche Bedeutung Reisefreiheit und offene Grenzen hätten – “und dass das nicht aufs Spiel gesetzt werden darf”.

Der führende SPD-Politiker im Europäischen Parlament, Martin Schulz hat die dänische Regierung ebenfalls scharf kritisiert. Der Vorsitzende der sozialistischen Fraktion sagte dem Berliner “Tagesspiegel” (Donnerstagausgabe), dieser Schritt sei reiner Populismus und Scheinpolitik: “Ein mögliches Flüchtlingsproblem in Nordafrika lässt sich mit Sicherheit nicht an der deutsch-dänischen Grenze lösen.”

Schulz führte im Besonderen die Probleme von Pendlern an. Durch regelmäßige Kontrollen an der deutsch-dänischen Grenze werde “der praktische europäische Berufsalltag in ein Chaos gestürzt“.

Der FDP-Innenexperte im Europaparlament, Alexander Alvaro, sagte der Zeitung, mit der Wiedereinführung der Kontrollen stelle sich die Frage, ob Dänemark überhaupt noch Mitglied im Schengen-Raum bleiben könne.

“Wenn sich Dänemarks Regierung von den Rechtspopulisten so unter Druck setzen lässt, dass sie die Axt an eine der europäischen Grundfreiheiten legt, dann stellt sich auch die Gretchenfrage der Mitgliedschaft Kopenhagens im Schengen-Raum“, sagte Alvaro.

Dänemarks Regierung hatte am Mittwoch verkündet, dass an der Grenze zu Deutschland wieder regelmäßige Kontrollen eingeführt werden. Grund sei die “zunehmende grenzüberschreitende Kriminalität”, so Finanzminister Claus Hjort Frederiksen. Kritiker sehen darin ein Zugeständnis an Dänemarks rechtspopulistische Partei DVP. Die Maßnahme, so heißt es, sei vor allem gegen Flüchtlinge gerichtet. Nun muss die Europäische Union darüber entscheiden, ob die Entscheidung Dänemarks die Reisefreiheit des Schengener Abkommens verletzt.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Written by Sebastian

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