30. November 2011

Massenmörder Breivik zeigt bis heute keine Reue. (Foto: dapd)
Laut eines psychiatrischen Gutachtens wurde der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik für unzurechnungsfähig erklärt.
Die Staatsanwaltschaft in Oslo teilte mit, dass Breivik während des gesamten Massakers in einem “psychotischen Zustand” gewesen sei. Der Attentäter zündete zuerst eine Autobombe in Oslo. Anschließend zog er weiter auf die Insel Utöya, wo er insgesamt 77 Menschen, darunter viele Kinder und Jugendliche tötete, die dort gerade Urlaub machten.
“Wegen paranoider Schizophrenie” ist er laut Gutachten nicht strafrechtlich zurechnungsfähig. Falls das Gericht dem Gutachten zustimmt wird Breivik nicht ins Gefängnis kommen, sondern in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.
Das Gutachten wurde von zwei Psychiatern erstellt, die sich insgesamt 36 Stunden mit dem Massenmörder unterhielten. Das Gutachten wurde auch dem Gremium der norwegischen Vereinigung der Gerichtsmediziner vorgelegt. Der Vorsitzende des Gremiums hatte noch im Juli angegeben, dass es unwahrscheinlich sei, dass Breivik für unzurechnungsfähig erklärt würde, da die Anschläge mit einer Präzision geplant wurden, wie es für Unzurechnungsfähige eigentlich nicht möglich ist.
Nun erklärte der Vorsitzende diese Aussage für nichtig, indem er darauf verwies, dass er die Informationen dafür lediglich aus zweiter Hand erhalten habe.
Der Bericht selbst beschreibt Breivik als einen Mann, der sich in einem Wahnzustand befindet. Alle Gedanken und Taten werden von diesem Wahn beherrscht. Staatsanwalt Svein Holden äußert sich dazu: “Der Schluss der forensischen Experten ist, dass Anders Behring Breivik unzurechnungsfähig war.” Es sei die paranoide Schizophrenie gewesen, die ihn zu dem mache, der er heute sei.
Diese Psychose ist nun eine Voraussetzung dafür, dass die Verteidigung laut norwegischem Recht auf unzurechnungsfähig plädieren kann. Durch den Verlust der Realität kann er dann nicht mehr belangt werden.
Breivik selbst gesteht die Tat, allerdings nicht im juristischen Sinn. Seiner Auffassung nach befindet sich Europa in einem Kriegszustand. Seine Aufgabe sah er darin, Norwegen vor muslimischen Einwanderern zu schützen.
Breiviks Anwalt Geir Lippestad sagte dazu, dass sein Mandant keinerlei Reue zeige.
(rockefeller-news/dapd)
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