So ticken Frankreichs Wähler
06. April 2012
Vor wenigen Wochen noch konnte sich der französische Sozialist Francois Hollande frühzeitig als mutmaßlicher Sieger der bevorstehenden Wahl feiern lassen. Der Herausforderer von Nicolas Sarkozy hatte knapp acht Punkte Vorsprung vor dem amtierenden Präsidenten, die Sozialisten bestimmten mit ihren Reden und Veranstaltungen die Nachrichten der französischen Fernsehsender. Nun, zwei Wochen vor der entscheidenden Abstimmung, ist ihr Ausgang wieder alles andere als sicher. Der französische Durchschnittswähler mag keine großen Veränderungen. Der eigentlich im Volk unbeliebte Sarkozy holt Woche für Woche wieder auf und Frankreich könnte erneut konservativ regiert werden.
Auch das schockierende Attentat von Toulouse, bei dem drei jüdische Kinder und vier Männer von einem selbsternannten Dschiihad-Kämpfer erschossen wurden, hat die Karten neu gemischt. Sarkozy konnte auf seinem ureigenen, dem konservativen Feld der Sicherheitspolitik, neu punkten. Aber Toulouse ist nicht allein entscheidend für den überraschend offenen Ausgang der Wahl: Auch der “Linksradikale” Jean-Luc Mélenchon kommt inzwischen überraschend auf bis zu 15 Prozent und gräbt so Hollande das Wasser ab.
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