Endlager-Suche mit Tücken – Röttgen erwartet baldigen Konsens

25. April 2012

Keine Stellungnahmen von Grünen und SPD. (Foto: dapd)
Keine Stellungnahmen von Grünen und SPD. (Foto: dapd)

 

Die Suche nach einem Endlager für Atommüll ist und bleibt ein Geduldsspiel. Verhandlungen zwischen Vertretern der Bundesregierung, der Länder und der Parteien endeten am Dienstagabend ohne Ergebnis. Doch Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) verbreitete Optimismus: “Der Konsens ist zu greifen und wir hätten auch zugreifen können.” Es werde nur noch eine nächste, letzte Sitzung geben, kündigte er an. Strittig ist aber weiter, was aus dem möglichen Standort Gorleben wird.

Im November hatten sich Bund und Länder auf einen Neustart bei der Endlagersuche verständigt. Röttgen will die Erkundung in Gorleben zwar noch in diesem Jahr einstellen, das Erkundungsbergwerk aber nicht schließen. Unter anderem soll dort ein Forschungslaborbetrieb möglich sein. Diese und andere strittige Punkte sollten beim ersten Spitzengespräch mit Beteiligung der Parteien besprochen werden. Vereinbart werden soll aber noch nicht ein Standort, sondern lediglich ein Suchgesetz, auf dessen Basis ein endgültiges Lager für hoch radioaktiven Müll gefunden werden kann. Read more »

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Das “Glück Auf” ist Röttgen noch fremd

13. März 2012

Bundesumweltminister Roettgen im Atommuelllager Asse. (Foto: dapd)
Bundesumweltminister Roettgen im Atommuelllager Asse. (Foto: dapd)

 

Im Atommülllager Asse sprechen der Bundesumweltminister Norbert Röttgen und der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, keine gemeinsame Sprache. Während König den Bergmannsgruß der Asse-Mitarbeiter mit “Glück Auf” erwidert, klingt es aus Röttgens Mund trocken: “Guten Tag.” Im Schnelldurchlauf absolviert der CDU-Politiker am Montag seine erste Besichtigung der einsturzgefährdeten Schachtanlage.

Den Zeitplan bringt Röttgen direkt nach seiner Ankunft durcheinander. Anstatt wie geplant mit dem Programm zu beginnen, nimmt sich der Minister eine halbe Stunde Zeit, um im Nieselregen mit Atomkraftgegnern aus der Region zu diskutieren.

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Japan erinnert an Naturkatastrophe vor einem Jahr

12. März 2012

Trauernde in Sicherheitskleidung, halten Andacht und legen Blume für die Verstorbenen nieder. (Foto: dapd)
Trauernde in Sicherheitskleidung, halten Andacht und legen Blume für die Verstorbenen nieder. (Foto: dapd)

 

Um 14.46 Uhr brach die Katastrophe über Japan herein: Das ganze Land hat am Sonntag mit einer Schweigeminute und Gebeten an die Opfer der verheerenden Naturkatastrophe vor einem Jahr erinnert. Am 11. März 2011 erschütterte ein schweres Erdbeben den Nordosten des Landes und löste einen riesigen Tsunami aus. Mehr als 19.000 Menschen kamen ums Leben. Im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi kam es in den folgenden Tagen zum größten nuklearen Unglück seit Tschernobyl.

“Wir werden an der Seite der Menschen aus den Katastrophengebieten stehen und uns die Hände reichen, um die historische Aufgabe des Wiederaufbaus zu meistern”, sagte der japanische Ministerpräsident Yoshihiko Noda bei einer Zeremonie im Nationaltheater von Tokio. Er erinnerte daran, dass das japanische Volk in der Vergangenheit viele Katastrophen und Schwierigkeiten überstanden habe. Die verwüsteten Regionen würden wieder aufgebaut, das Land werde dann “ein besserer Ort” sein.

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Erdbeben gefährden AKW Fukushima weiterhin

10. März 2012

Durch den Tsunami zerstörte Neuwagen des Automobilherstellers Toyota, stehen im Hafen von Sendai. (Foto: dapd)
Durch den Tsunami zerstörte Neuwagen des Automobilherstellers Toyota, stehen im Hafen von Sendai. (Foto: dapd)

 

Wie knapp die Millionenstadt Tokio im März 2011 davor stand, im Chaos zu versinken, erfuhr die Bevölkerung vor kurzem aus der Zeitung. Nach Recherchen der Organisation Rebuild Japan Initiative Foundation (RJIF) sei die Firma Tepco in den Tagen nach der Reaktorkatastrophe kurz davor gewesen, die Anlage in Fukushima-Daiichi ihrem Schicksal zu überlassen – aus Sorge um die Sicherheit der Arbeiter vor Ort.

Doch dann sei der damalige Ministerpräsident Naoto Kan wütend in die Tepco-Zentrale gestürmt und habe die Geschäftsleitung dazu gezwungen, die Rettungsarbeiten fortzuführen. Die drei Reaktoren wären sonst außer Kontrolle geraten. Und wenn man Fukushima verliere, “dann wäre es nur logisch, dass wir auch Tokio verlieren”, kommentierte der damalige Regierungssprecher Yukio Edano. Es wäre wegen der freigesetzten Radioaktivität zu einer “teuflischen Kettenreaktion” (Edano) gekommen, die in der Evakuierung Tokios geendet hätte.

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Atomkraftgegner fordern Aufklärung über Fukushima-Unglück

07. März 2012

Japan kämpft um die strahlenbelasteten Gebiete. (Foto: dapd)
Japan kämpft um die strahlenbelasteten Gebiete. (Foto: dapd)

 

Knapp ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima fordert die atomkritische Ärztevereinigung IPPNW vom Kernkraftwerkbetreiber Tepco eine umfassende Aufklärung über die Vorfälle. Es gebe noch viele offene Fragen und Unstimmigkeiten, kritisierte IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz am Dienstag in Berlin. “An den Darstellungen wird rumgetrickst”, fügte er hinzu. Das Kraftwerk habe unglaubliche Sicherheitsdefizite gehabt, zahlreiche Systeme seien bereits durch das Erdbeben ausgeschaltet worden.

Paulitz kritisierte weiter, dass bis heute kein Bildbeweis vorgelegt worden sei, dass der Atommeiler überhaupt durch den Tsunami überschwemmt wurde. Zudem werde die Höhe der Welle von Tepco mit 14 Metern beziffert – sechs Meter höher als im offiziellen Bericht der japanischen Regierung.

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Kan gesteht Fehler bei Atomkatastrophe in Japan ein

06. März 2012

Reportage aus dem Sperrgebiet die nächsten Tage im Fernsehen. (Foto: dapd)
Reportage aus dem Sperrgebiet die nächsten Tage im Fernsehen. (Foto: dapd)

 

Knapp ein Jahr nach dem schweren Erdbeben in Japan hat der ehemalige Ministerpräsident Naoto Kan seinem Land ein kritisches Zeugnis ausgestellt, was die Vorsorge für einen eventuellen Tsunami betrifft. Das Land sei völlig unvorbereitet gewesen, sagte Kan in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur AP.

Außerdem hätte das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi niemals so nahe an der Küste gebaut werden dürfen. Gleichzeitig gestand er Mängel in der Kommunikation zwischen der Regierung unter seiner Führung, dem Kraftwerksbetreiber Tepco und der Atomsicherheitsbehörde im Umgang mit der Krise ein.

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Fukushima Abschaltung dauert 40 Jahre

22. Dezember 2011

Fukushima

Für die Abschaltung des AKW in Fukushima berechnet die japanische Regierung 40 Jahre. (Foto: dapd)

Wie die japanische Regierung nun mitteilte, soll die Demontage des im Frühjahr 2011 zerstörten Atomkraftwerks Fukushima ganze 40 Jahre lang dauern.

Umweltminister Goshi Hosono gab am Mittwoch in Tokio bekannt, dass der Abbau in mehreren Etappen erfolgen soll. Nach dem Unglück am 11. März 2011 sei es nun zunächst wichtig, das Brennmaterial aus der Anlage zu entfernen. Diesen Schritt nannte die Regierung als ersten, der in nächster Zeit erfolgen soll. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll diese Entfernung über die Bühne gehen.

Danach wird mit der Bergung des in den Abklingbecken des im Atomkraftwerk lagernden und ausgedienten Brennmaterials begonnen. Auch dieser Vorgang wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die Kühsysteme und Becken müssen für diesen Prozess neu gebaut werden, was auch wieder einige Zeit dauern wird.

Vor allem die anschließende Bergung des geschmolzenen Atommaterials in den Reaktoren eins bis drei ist extrem aufwändig. In rund zehn Jahren wird mit der Abtragung begonnen, die dann in mehr als 20 Jahren abgeschlossen sein wird.

Um den radioaktiven Müll überhaupt abtransportieren zu können, seien wiederum neue Anlagen nötig, die zunächst gebaut werden müssen, sagte Hosono.

Der Minister betonte zudem, dass Sicherheit oberste Priorität habe. Die Arbeiten sollen vor allem ohne “neue Risiken” für die Bevölkerung ablaufen, was einer ausführlichen Planung bedarf.

Erst vor Kurzem hatte die Regierung mitgeteilt, dass die sogenannte Kaltabschaltung nun geglückt sei und daher mit den weiteren Schritten begonnen werden könne.

(rockefeller-news/ks)

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AKW in Fukushima endlich unter Kontrolle?

16. Dezember 2011

Fukushima

Ein zerstörter Reaktor im AKW Fukushima. (Foto: dapd)

Die Meldungen überschlagen sich. Angeblich ist das durch einen Tsunami schwer beschädigte Atomkraftwerk Fukushima endlich unter Kontrolle. Nach neun Monaten ist also die Gefahr gebannt.

Die Regierung in Japan verkündete am Freitag, dass das Ziel erreicht sei, das im März beschädigte Atomkraftwerk in Fukushima unter Kontrolle zu bringen. Umweltschützer sehen das jedoch anders und prangern an, dass diese Aussage lediglich eine Irreführung der Gesellschaft sei.

Der “cold shutdown” (Kaltabschaltung) habe stattgefunden und das Untfergangen, das AKW damit unter Kontrolle zu bekommen, sei geglückt. Die Definition einer Kaltabschaltung besteht darin, dass die Temperatur am Boden der Druckbehälter unter 100 Grad gehalten wird. Diese Definition teilten die japanische Regierung und der AKW-Betreiber Tepco mit.

Reinhard Uhrig, der selbst Atomexperte von Global 2000 ist sagte jedoch: “Hier von Kaltabschaltung zu sprechen grenzt an eine bewusste Lüge.” Die geschmolzenen Brennelemente hätten sich lediglich durch den Boden durchgebrannt und lägen nun unter dem Reaktordruckbehälter selbst. Dort hätten sie als Klumpen auf dem Boden der Umhüllung immer noch eine Temperatur von circa 3000 Grad. Von einem sicheren Zustand könne also noch lange nicht die Rede sein.

Um die Temperatur zu regulieren besprühen die Reparaturtrupps die Reaktorkammern weiter mit Wasser. Der AKW-Betreiber Tepco hat inzwischen ein Zirkulationssystem gebaut, das die Reaktoren inzwischen stabil kühlt. Trotzdem wird das Wasser verseucht und die Entsorgung dessen stellt ein erhebliches Problem dar.

(rockefeller-news/ks)

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Written by Ortwin Oberhauser

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Japan mit Cäsium verseucht

23. November 2011

Fukushima Japan

Rund um das Atomkraftwerk in Fukushima ist das Land schwer verseucht. (Foto: dapd)

Große Teile des Landes Japan sind mit Cäsium verseucht. Ganze acht Prozent der Landfläche sind mit dem radioaktiven Material kontaminiert.

Acht Prozent des Landes, das entspricht rund 30.000 Quadratkilometern. Diese Zahl gab die Zeitung “Asahi Shimbun” bekannt, nachdem sie vom Wissenschaftsministerium veröffentlicht wurde, das die jüngste Ausgabe der Cäsium-Kontaminationskarte herausgab.

Das Problem das daraus resultiert ist, dass besonders Cäsium 137 Langzeitschäden anrichtet, die gravierende Folgen haben. Das Cäsium selbst wurde freigesetzt, nachdem im März das Erdbeben und der darauf folgende Tsunami verheerende Schäden im Atomkraftwerk Fukushima angerichtet hatten.

In mehreren Reaktoren des Kernkraftwerkes kam es aufgrund der Naturkatastrophen zu Kernschmelzen, wodurch das Cäsium an die Luft gelangte. Auch rund um das Atomkraftwerk wird die Lage nicht besser.

In Fukushima selbst und sieben weiteren Präfekturen ist die jährliche Strahlendosis deutlich erhöht und beträgt mindestens ein Millisievert.

Davon sind laut Schätzungen drei Prozent der gesamten Landfläche betroffen.

(rockefeller-news/ks)

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Written by Rockefeller David

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