02. Mai 2011

Polizisten halten am Hermannplatz in Berlin einen Demonstranten fest. (dapd)
Die erwarteten Krawalle zum 1. Mai sind in diesem Jahr ausgeblieben. In Hamburg und Berlin kam es zu kleinen Auseinandersetzungen zwischen Linksautonomen und der Polizei. Insgesamt verlief das Wochenende jedoch ruhiger als im Voraus erwartet.
In Berlin waren etwa 6.000 Polizisten aus der Hauptstadt und einigen anderen Bundesländern im Einsatz. Nach dem vorzeitigen Ende der “Revolutionären-1.Mai-Demonstration” bewarfen Randalierer die Polizisten am Neuköllner Hermannplatz mit Steinen und Flaschen. Die eingesetzten Beamten hatte die Situation aber schnell im Griff. Es gab mehrere Festnahmen.
Die Polizei zeigte sich am späten Sonntagabend zufrieden mit dem Verlauf des Tages in Berlin. Es sei aber “nichts Schwerwiegendes” passiert, sagte ein Sprecher.
Berlin: Ex-Terroristin marschiert mit
Schon kurz nach Beginn der Demonstration, an der auch die ehemalige RAF-Terroristin Inge Viett teilnahm, war es zu ersten Gewalttaten gekommen. Mehrere Fahrzeuge der Polizei wurden mit Steinen beworfen. Immer wieder flogen Feuerwerkskörper. Auch wurden Scheiben an Gebäuden beschädigt. Augenzeugen zufolge schmissen Demonstranten Scheiben von mehreren Banken, eines Textildiscounters sowie eines Einkaufscenters und einer Bushaltestelle ein.
Nach dem ersten Aufflackern der Gewalt hatte sich die Situation zunächst wieder etwas beruhigt. Überraschend beendete der Veranstalter die Demonstration jedoch gegen 20.15 Uhr vorzeitig am Neuköllner Rathaus. Ursprünglich sollte der Aufzug bis zum Kreuzberger Südstern führen.
Als Grund führten die Veranstalter “massive Polizeiübergriffe” auf Teilnehmer der Demonstration an. Es sei zu zahlreichen Festnahmen und teils schweren Verletzungen gekommen. Diese Angaben konnten bisher noch nicht bestätigt werden. Nach der Beendigung der Demonstration verschärfte sich die Situation wieder. Die Beamten griffen gemäß ihrer Einsatzstrategie gezielt Gewalttäter heraus und lösten die Veranstaltung auf. Dabei setzten sie auch Pfefferspray ein.
Hamburg: Weniger Ausschreitungen als befürchtet
Auch in Hamburg verlief der 1. Mai weitgehend ruhign. Nach einer Demonstration für den Erhalt des Autonomentreffs “Rote Flora” in der Nacht zum Sonntag kam es auch bei einer “Revolutionären 1. Mai-Demo” am Sonntagabend lediglich zu einzelnen Rangeleien zwischen den Protestlern und der Polizei. Polizeisprecher Mirko Streiber sprach auf dapd-Anfrage von einer “insgesamt eher ruhigen Situation”.
Am Samstag sei es schlimmer gewesen, sagte Streiber. In einer Wochenendbilanz zählte die Polizei bis zum späten Sonntagabend 15 verletzte Polizisten. 73 Demonstranten wurden vorläufig festgenommen, weitere 78 kamen in Gewahrsam.
Dem Aufruf zur “Revolutionären 1. Mai-Demo” der linken Szene am Sonntagabend waren etwa 2.100 Personen gefolgt. Sie hatten sich zu Beginn am Altonaer Bahnhof versammelt und zogen von dort in Richtung Schlump. Vorne weg zog ein sogenannter schwarzer Block aus Mitgliedern der linksautonomen Szene. Die Polizei stoppte den Zug unterwegs mehrmals. Ein Grund seien umherfliegende Böller gewesen, sagte ein Polizeisprecher.
Zuvor und danach kam es laut Polizei zu Rangeleien mit den Demonstranten. Mehrere Autos wurden beschädigt, Müllcontainer in Brand gesetzt. Immer wieder warnten die Einsatzkräfte die Angreifer vor weiteren Attacken und setzten schließlich gegen 23.00 Uhr Wasserwerfer ein. Damit wollte die Polizei eine etwa 150-köpfige Gruppe daran hindern, ins Schanzenviertel zu gelangen.
Daneben fand am Sonntagvormittag in Hamburg die jährlichen Veranstaltungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit statt. An dem Aufzug unter dem Motto “Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat” nahmen nach Polizeiangaben 2.500 Menschen teil. Der Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), Klaus Wiesehügel, warnte auf einer Kundgebung vor einem Missbrauch der neuen EU-Freizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit durch Arbeitgeber.
Am Nachmittag folgte zudem der Euromayday-Aufzug mit dem Titel “Parade die Stadt ist unsere Fabrik”. An dieser beteiligten sich rund 2.300 Menschen. Beide Veranstaltungen nahmen nach Polizeiangaben den erwarteten friedlichen Verlauf.
(rockefeller-news/ss)
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