16. Dezember 2011

Schleswig-Holsteins Ministerpraesident Peter Harry Carstensen (CDU, M.), der rheinland-pfälzische Ministerpraesident Kurt Beck (SPD, r.) und Sachsen-Anhalts Ministerpraesident Reiner Haseloff (CDU) setzen sich für das NPD-Verbot ein. (Foto: dapd)
Die Bundesländer haben sich nun zusammengeschlossen und wollen gemeinsam für ein Verbot der NPD kämpfen. Die 16 Ministerpräsidenten stimmten dem Vorhaben am Donnerstag auf einer Konferenz in Berlin einstimmig zu.
Bis zum 29. März bleibt von nun an Zeit, Beweise gegen die NPD zu sammeln, die einen weiteren Verbotsantrag beim Bundesverfassungsgericht unterstützen könnten. “Wir halten diese Partei für verfassungswidrig”, sprach der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) in aller Deutlichkeit aus.
Neun Jahre ist es nun her, dass der erste Verbotsantrag abgelehnt wurde. Die Begründung stützte sich auf die V-Männer des Verfassungsschutzes, die zu zahlreich in der Parteispitze tätig waren.
Damit es nicht ein weiteres Mal zu diesem Urteil kommt, bestätigte er rheinland-pfälzische Regierungschef Kurt Beck (SPD) dass die Länder sich darüber einig seien, dieses Hindernis zu beseitigen. Sein Land habe bereits den Abzug der Spitzel veranlasst.
Den Opfern der terroristischen Organisation sei man vor allem “eine schnelle Entscheidung schuldig”, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich.
Auch die Landtage von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt thematisierten das NPD-Verbot am Donnerstag. Doch der Weg zu einem Parteiverbot ist noch lange. In Magdeburg sagte Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) jedoch, dass die hohen Hürden für ein Parteiverbot überwunden werden können. “Die NPD ist rassistisch, fremdenfeindlich und antidemokratisch”, fügte er hinzu.
Derweil gibt es auch neue Hinweise darauf, dass die NPD eng mit dem Terrornetzwerk “Nationalsozialistischer Untergund (NSU)” verbunden ist. Die Stuttgarter Nachrichten berichten in ihrer Freitagsausgabe, dass der Sänger der rechtsextremen Rockband “Noie Werte”, Steffen Hammer, derjenige war, der die Vorläufer des Bekennervideos mit Musik versah. Heute ist er Rechtsanwalt in einer Kanzlei in Rastatt. Die Anwältin der Kanzlei Nicole Schneiders verteidigte den inzwischen in Haft sitzenden Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Sechs NSU-Morde sollen auf dessen Konto gehen. Wie die “Ostthüringer Zeitung” schrieb, soll Schneiders NPD-Vorstand in Jena gewesen sein.
Verstrickungen, die eindeutig nicht zu übergehen sind.
(rockefeller-news/dapd)
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