21. Oktober 2011
Muammar al-Gaddafi ist tot. Bei der Flucht aus seiner Geburtsstadt Sirte ist der libysche Ex-Diktator angeschossen und schwer am Kopf verletzt worden. Auf der Fahrt ins Krankenhaus ist er diesen Verletzungen erlegen.
Für Libyen selbst wird der Tag in die Geschichtsbücher eingehen. Es ist der Tag der großen Freiheit. Nach über 40 Jahren Schreckensherrschaft hat die Diktatur von Muammar al-Gaddafi endlich ein Ende.
Ministerpräsident Mahmud Dschibril bestätigte in Tripolis, dass Gaddafi in seiner Heimatstadt von Milizionären getötet wurde. Sei neun Monaten toben die Kämpfe in Libyen. Nun können die Rebellen endlich den letzten Sieg verzeichnen.
Einem “libyschen Frühling”, der eine provisorische Übergangsregierung und letzten Endes demokratische Wahlen bringen soll, steht nun nichts mehr im Wege. Auch der NATO-Rat tagt heute in einer Sondersitzung und wird aller Voraussicht nach den Abmarsch der Truppen aus Libyen beschließen.

Der libysche Ex-Machthaber Gaddafi ist tot. Aufnahmen belegen dies. Auch ein Arzt bestätigte den Tod Gaddafis. (Foto: dapd)
Gaddafi wurde ins Krankenhaus nach Misrata gebracht. Dort erklärte ein Arzt nach der Untersuchung des Leichnams, dass Gaddafi am Kopf und am Bauch von Schüssen getroffen worden war. Trotzdem forderte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International eine Autopsie und die Untersuchung der Todesumstände.
Auch zwei Söhne Gaddafis wurden bei den Gefechten getötet. Saif al-Islam und Mutassim sollen ebenfalls, wie ihr Vater, von den Truppen des nationalen Übergangsrates getötet worden sein. Saif al-Islam galt bis zu seinem Tod als der wahrscheinlichste Nachfolger Gaddafis.
Seit Beginn der Aufstände wurde Gaddafi als der Verbrecher gesehen, der er war. Das war jedoch nicht immer so. Viele Staatsoberhäupter setzten ein Lächeln auf und schüttelten dem exzentrischen 69-Jährigen die Hand. Denn Tatsache ist, dass Gaddafi die Kontrolle über das Ölvorkommen und den Ölexport seines Landes hatte.
Noch im Jahr 2009 begegneten sich Muammar al-Gaddafi und US-Präsident Barack Obama beim G-8-Gipfel in L’Aquila auf freundschaftlicher Basis. Erst seit dem Beginn der Aufstände änderte sich das Bild und Gaddafi wurde zum herrischen Diktator.
(rockefeller-news/ks)
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