Märtyrertod oder Sieg ist Gaddafis Ziel

24. August 2011

Muammar al Gaddafis Sohn

Muammar al Gaddafis Sohn ist ebenso auf freiem Fuß. (Foto: ddp)

Seine Residenz in Tripolis ist bereits in den Händen der Rebellen. Er musst untertauchen, ist auf der Flucht. Doch Muammar al Gaddafi gibt sich weiterhin kämpferisch und spricht in zwei Radioansprachen zu seinen Anhängern.

Auch in der Nacht zum Mittwoch wird weiter gekämpft. Truppen Gaddafis lieferten sich vor dem zerstörten Palast heftige Auseinandersetzungen mit Aufständischen. Wie der arabische Sender Al-Dschasira berichtete griffen Gadaffis Truppen die Rebellenhochburg Misrata mit Raketen an.

Laut des britischen Senders BBC habe Gaddafi angekündigt, den “Märtyrertod oder Sieg” anzustreben. Seine Residenz in Bab al Asisija in Tripolis ist bereits von den Rebellen eingenommen worden. Es ist jedoch immer noch fraglich, wo sich Gaddafi aufhält.

Weitere Medien berichten, dass er in einer zweiten Audiobotschaft die gesamte Bevölkerung zum Widerstand aufgerufen hat. Weiter behauptet er, er habe seine Residenz den Aufständischen aus taktischen Gründen überlassen. Auch sein Regierungssprecher Mussa Ibrahim sagte, es sei ein geplanter Rückzug gewesen, da das Anwesen keinem “militärischem oder strategischem Zweck“ gedient hat. Es wird davon ausgegangen, dass er sich weiterhin im Tunnelsystem unter der Stadt befindet.

Die Hauptstadt liegt bereits zu 80 Prozent in Rebellenhand, doch die Kämpfe gehen weiter. Bis Gaddafi nicht gefasst ist, hat das Regime weiterhin Bestand. Die Lage ist unübersichtlich, viele versuchen ihr Hab und Gut zu verteidigen, vor allem gegen Gaddafi-Anhänger.

(rockefeller-news/ks)

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Großes Verwirrspiel in Libyen

23. August 2011

Rebellen Libyen

Montag: Rebellen feiern in Libyen. (Foto: ddp)

Das Chaos in Libyen reißt nicht ab. Gestern hatten Rebellen den Großteil der Hauptstadt Tripolis eingenommen, drei Söhne Gaddafis wurden verhaftet und es gab Freudenfeste auf den Straßen. Die Menschen jubelten den Rebellen zu und feierten den Untergang des 42 Jahre währenden Gaddafi Regimes.

Doch heute zeichnet sich ein völlig anderes Bild auf den Straßen von Tripolis ab. Es wird wieder gekämpft.

Die Rebellen stellen sich auf weitere lang andauernde Gefechte rund um dem Palast Gaddafis ein. Auch Gaddafi Sohn Saif al- Islam ist noch frei. In der Nacht sagte er zu Journalisten: “Wir haben den Rebellen das Rückgrat gebrochen. Es war eine Falle.” Auch auf die Frage, ob sein Vater sich noch in Tripolis aufhalte und in Sicherheit sei entgegnet er achselzuckend: “Selbstverständlich.”

Weiter sagt er, dass es noch zahlreiche Anhänger Gaddafis im Land gibt. Dutzende hätten ihn mit Fahnen und Portaits seines Vaters empfangen. “Tripolis ist unter unserer Kontrolle”, versichert er den Journalisten. Er sei gekommen um “die Lügen zu widerlegen”.

EIn weiterer Gaddafi Sohn, Mohammed al- Gaddafi, konnte auf dem Gewahrsam der Rebellen entkommen. Das Bestätigte ein Ranghoher Vertreter der Gaddafi-Gegner. Nach Berichten des arabischen Nachrichtensender Al-Arabiya feuerte auch die NATO auf den Palast Gaddafis. Die Rebellen berichteten, dass schwere Explosionen und Gewehrfeuer zu hören waren.

Wo sich Gaddafi jedoch wirklich aufhält ist immer noch unklar. In Erwägung wird das Tunnelsystem gezogen, dass sich unter dem Gebiet des Palastes befindet.

(rockefeller-news/ks)

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Gaddafis letzte Stunde hat geschlagen

22. August 2011

Libyen

Zerstörte Häuser nach einem Luftangriff. (Foto: ddp)

Die Kämpfe toben vor der Residenz des Diktators. Zwei von Gaddafis Söhnen wurden bereits festgenommen. Seine Soldaten haben sich ergeben, viele wurden gefangen genommen. Die Wende in Libyen steht bevor, die Rebellen feiern.

Es ist die Nacht der Nächte für die rebellischen Truppen, die sich gegen Gaddafis Regime seit Monaten auflehnen. In der Nacht zum Montag wurde die Entscheidungsschlacht in Libyen ausgetragen. Den Rebellen ist es gelungen, am Montag Morgen den Grünen Platz im Zentrum der Hauptstadt Tripolis einzunehmen.

Nach 42 Jahren feiert Libyen nun das Ende des Gaddafi Regimes. In der Hauptstadt hält es die Menschen nicht mehr daheim. Viele sind auf der Straße und feiern den Sieg der Aufständischen.

“Wir gratulieren dem libyschen Volk zum Sturz von Muammar al Gaddafi und rufen das libysche Volk auf, auf die Straßen zu gehen und das öffentliche Eigentum zu beschützen. Lang lebe das freie Libyen“, schreibt die New York Times heute Morgen auf ihrer Internetseite.

Die USA unterstützen den Kampf gegen das Terror Regime. Wie die New York Times weiter berichtet, wurde der Luftraum rund um Tripolis von US-Kampfjets überwacht.

Auch vor dem Palast Gaddafis in Bab el Asisija werden derzeit immer noch heftige Gefechte ausgetragen. Rebellen-Sprecher Mohammed Abdel Rahman bestätigte den Einsatz von Panzern.
Wo sich Gaddafi genau aufhält ist jedoch fraglich. Diplomaten behaupten, dass er sich noch in seiner Residenz aufhält. Da der Palast jedoch nahezu zerstört ist, wird vermutet, dass er sich im Tunnelsystem aufhält, das sich unter dem Gelände befindet. Andere Quellen sprechen davon, dass er längst geflüchtet ist.

Die Einnahme des Grünen Platzes ist gleichzusetzen mit dem Sturz des Gaddafi Regimes. Laut Al Dschazira kündigten die Rebellen an, den Platz wieder in “Platz der Märtyrer” umzubenennen.

(rockefeller-news/ks)

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Gaddafi auf der Flucht

21. August 2011

Staatspräsident Gaddafi

Staatspräsident Gaddafi will die Rebellion beenden. (Foto: ddp)

Nachdem Rebellen, nach eigenen Angaben, Teile der libyschen Hauptstadt Tripolis eingenommen haben, soll Staatschef Gaddafi nun auf der Flucht sein und sich an der algerischen Grenze aufhalten.

Der Staatschef soll mit seiner gesamten Familie die Flucht ergriffen haben. Die Familie halte sich in einer Region unweit der algerischen Grenze auf. Von da aus sei es für sie möglich, ganz nach Algerien zu flüchten. Dass Gaddafi dies vorhabe bestätigten die Rebellen jedoch nicht.

In der Nacht zum Sonntag gab es heftige Kämpfe zwischen zwischen Gaddafis Truppen und den Rebellen. Augenzeugen sprachen von Schusswechseln und Luftangriffen seitens der Nato, die sich bis in den Morgen zogen. Zum Mittag hin wurde es jedoch wieder ruhig.

Während der Kämpfe meldete sich Gaddafi mit einer Rede im staatlichen Fernsehen zu Wort und bezeichnete die Rebellen als “Verräter”. Sie seien “Ratten” die das Ziel hätten, Libyen zu zerstören. Auch Gaddafis Sohn Saif al-Islam bestätigte, dass Aufgeben für Gaddafi und seine Familie keine Option sei.

Der Fernsehsender Al-Dschasira sprach am Morgen von 123 Tote, die seitens der Rebellen gezählt wurden. Doch auch auf Seiten der Truppen Gaddafis gab es heftige Verluste. Viele Soldaten wurden von Aufständischen gefangen genommen.

Weiter sagte Gaddafi in seiner öffentlichen Rede, dass es an der Zeit sei, die monatelange Rebellion zu beenden. Seine Anhänger sollten sich zusammenschließen und als Masse gegen die Aufständischen vorgehen. Weiter griff er die europäischen Länder, vor allem Frankreich, an, hinter dem libyschen Öl her zu sein.

(rockefeller-news/ks)

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Deutschland erkennt libysche Rebellen an

14. Juni 2011

Dirk Niebel und Guido Westerwelle (dapd)

Dirk Niebel und Guido Westerwelle besuchen überraschend die libysche Rebellen. (dapd)

Bei einem Überraschungsbesuch in Libyen haben Außenminister Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel den Gegnern des Regimes von Diktator Muammar al Gaddafi die volle deutsche Unterstützung zugesichert. Westerwelle erkannte dabei den Übergangsrat als die Vertretung des libyschen Volkes an. Die FDP-Politiker waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes am Montagmittag in der Stadt Bengasi im Osten des nordafrikanischen Landes eingetroffen.

Westerwelle sagte: “Der Nationale Übergangsrat ist der legitime Vertreter des libyschen Volkes.” Bisher war nur vom Übergangsrat als “einer” legitimen Vertretung die Rede gewesen. Zudem eröffnete der Minister offiziell das deutsche Verbindungsbüro in der von den Gegnern Gaddafis gehaltenen Stadt.

Westerwelle und Niebel besuchten als erste deutsche Regierungsvertreter die Rebellenhochburg seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime im Februar. Sie trafen in Bengasi Vertreter des Übergangsrats und loteten erste Möglichkeiten der Zusammenarbeit nach einem Sturz Gaddafis aus. Außerdem kündigten sie weitere Nothilfen in Millionenhöhe an.

“Unser Besuch in Bengasi zeigt: Deutschland ist ein Freund und Partner der demokratischen Kräfte im Land”, sagte Westerwelle. “Wir werden den Nationalen Übergangsrat beim Aufbau eines demokratischen und rechtsstaatlichen Libyens nach besten Kräften unterstützen.” Westerwelle forderte Gaddafi auf, seinen “Krieg gegen das eigene Volk” sofort zu beenden und abzutreten. “Die Menschen in Libyen wollen eine friedliche und freiheitliche Zukunft ohne Gaddafi. Das ist auch unser Ziel. Der Diktator steht auf der falschen Seite der Geschichte”, erklärte er.

Westerwelle hatte zudem medizinische Hilfsgüter für Krankenhäuser in Bengasi, Misrata und in den Nafusa-Bergen im Gepäck. Bisher hat Deutschland hat 7,5 Millionen Euro an humanitärer Soforthilfe geleistet. Das Auswärtige Amt stellte nun eine weitere Million Euro für Medikamente, Infusionspumpen sowie für die Betreuung von Flüchtlingen aus dem Tschad und für den humanitären Flugdienst der Vereinten Nationen bereit. Niebel kündigte an, dass sein Ministerium zusätzlich bis zu sieben Millionen Euro für Maßnahmen der Not- und Übergangshilfe zur Verfügung stelle. “Wir wollen unseren Beitrag zu einer möglichst raschen Stabilisierung der Situation in Libyen leisten”, erklärte er.

Sobald es die Lage erlaubt, will sich Deutschland auch am Wiederaufbau beteiligen, insbesondere an Infrastrukturprojekten. Darüber hinaus sollen die Institutionen des Nationalen Übergangsrats gestärkt werden, die von Null aufgebaut werden mussten. So will Deutschland beispielsweise nach Ende des Kriegs Polizisten für das nordafrikanische Land ausbilden.

Einen Kampfeinsatz deutscher Soldaten in Libyen lehnte Westerwelle hingegen erneut ab – auch nach einem möglichen Sturz Gaddafis. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte sich hingegen kürzlich dafür ausgesprochen, einen Einsatz zu Absicherung des Wiederaufbaus nach Gaddafis Sturz zu prüfen.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Written by Sebastian

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Ukraine entsendet Militärschiff nach Libyen

02. April 2011

Angesichts solcher Bilder der momentanen Stimmung in Libyen ist es verständlich, dass die Ukraine ihre Bürger da herausholt. (Foto:Altaf Qadri/AP/dapd)

Angesichts solcher Bilder der momentanen Stimmung in Libyen ist es verständlich, dass die Ukraine ihre Bürger da herausholt. (Foto:Altaf Qadri/AP/dapd)

Ukraine, Kiew: Aleskandr Dikusarow, Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, hat heute verlautbart, dass die ukrainische Regierung ein Militärschiff nach Libyen entsandte.

Das Schiff werde die libysche Hauptstadt Tripolis am Montag erreichen; Ziel der Mission sei es, ukrainische Staatsangehörige aus dem Krisengebiet zu evakuieren. Bürger und Geschäftsleute aus Russland und Weißrussland sollen ebenfalls die Möglichkeit bekommen, mit diesem Schiff wieder zurück in die Heimat zu fahren; insgesamt sollen sich bis zu 600 Menschen aus diesen drei Staaten noch in Libyen aufhalten.

Die Ukraine bot anderen Ausländern in Libyen ebenfalls an, dieses Schiff zur Flucht aus dem umsturzgefährdeten Land zu nutzen. Laut Diskusarov soll bereits eine Vereinbarung getroffen worden sein; die libyschen Behörden würden mit dem ukrainischen Außenministerium vor Ort zusammenarbeiten, um für eine sichere Evakuierung der Betroffenen zu sorgen.

(dapd; rockefeller-news/md)

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Written by Marcello Dallapiccola

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Libyen: Merkel verteidigt deutsche Zurückhaltung

13. März 2011

Angela Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel verteidigt die deutsche Zurückhaltung im Fall Libyen. (Foto: Geert Vanden Wijngaert/dapd)

Berlin. Die schweren Erdbeben in Japan mit den schrecklichen Auswirkungen und einer Vielzahl an Todesopfern hat die Probleme in Libyen medial etwas zurückgedrängt. Doch zwischenzeitlich erkämpft sich Gaddafi mit seinen Mannen Zug um Zug die Vorherrschaft zurück. Die libyschen Rebellen hingegen beklagen die Zurückhaltung der Internationalen Gemeinschaft und fühlen sich vom Westen im Stich gelassen.

Dies bietet Bundeskanzlerin Angela Merkel Anlass dazu, die deutsche Strategie der Zurückhaltung beim Einsatz für eine Flugverbotszone über Libyen zu verteidigen. “Eine Flugverbotszone ist eine militärische Aktion, das ist ein militärisches Eingreifen”, sagte Merkel am Samstag auf einer Wahlkampfveranstaltung der rheinland-pfälzischen CDU in Frankenthal. Militärische Mittel könnten aber immer nur die allerletzte Aktion sein, “ich gehöre da zu den Abwartenden”, bekannte die Kanzlerin.

Ein Flugverbot durchzusetzen, bedeute, militärische Einrichtungen zu bombardieren. “Ich bin skeptisch, ob wir das machen sollen”, hob Merkel hervor. Europa solle sich ihrer Meinung nach “auf keinen Fall engagieren”, wenn sich nicht die Länder der nordafrikanischen Region ebenfalls beteiligten. Länder der nordafrikanischen Region, die Flugzeuge und die technischen Fähigkeiten hätten, müssten in dem Fall ebenfalls an einer Durchsetzung der Flugverbotszone mitwirken.

Wir werden da alles tun, um den Menschen zu helfen“, versicherte Merkel. Der libysche Staatschef Muammar al Gaddafi müsse zurücktreten. Europa solle sich um die Entwicklungen in Nordafrika kümmern, weil es “direkt vor unserer Küste liegt.” Merkel zog dabei auch den Vergleich zum Marshall-Plan, den die Amerikaner für Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hatten. Sie erinnerte daran, dass daraus die große transatlantische Partnerschaft entstanden sei.

Zugleich warnte Merkel davor, den Übergangsrat in Libyen als alleinigen Gesprächspartner anzuerkennen. “Das kann ein Gesprächspartner sein, aber nicht der alleinige”, sagte die Kanzlerin. In dem Rat spiele heute ein Exminister Gaddafis eine wichtige Rolle, der sich früher an Menschenrechtsverletzungen beteiligt habe. “Man muss vorsichtig sein”, sagte Merkel.

Inzwischen hat sich die arabische Liga für eine Flugverbotszone ausgesprochen und forderte die UN auf, eine solche nunmehr auch einzurichten. Inwieweit sich die Internationale Gemeinschaft dahingehend nun unverzüglich zum Handeln angesprochen fühlt, bleibt allerdings abzuwarten. Angesichts der derzeitigen massiven Anschläge auf die libyschen Rebellen sowohl vom Boden als auch mittels Luftschläge mag es hierfür möglicherweise fast schon zu spät sein.

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Verweise:

(dapd; rockefeller-news/up)

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Written by UrsPid

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