04. Dezember 2011

Cains Anhänger reagieren geschockt auf seinen Rücktritt. (Foto: dapd)
Der US-Republikaner Herman Cain zieht sich aus dem Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA zurück. Seine Partei muss nun auf ihn als Kandidaten verzichten.
Cain teilte seinen Rücktritt am Samstag vor Anhängern in Atlanta mit.
Die Gründe, warum Cain diese Konsequenz zieht, sind die Anschuldigungen gegen ihn. Ihm wird sowohl sexuelle Belästigung, als auch eine außereheliche Affäre vorgeworfen. Die Belastungen für seine Familie seien in letzter Zeit enorm gewesen und er möchte eben diese mit seinem Rücktritt schützen und ihr den Druck nehmen.
Die Anschuldigungen selbst wies er als “falsch und unbewiesen” zurück.
Während Cain in Atlanta verkündete, dass er seine Kandidatur zurückziehen werde, stand seine Frau Gloria die gesamte Zeit hinter ihm. Weiter gab Cain jedoch an, dass er weiterhin Druck auf Washington ausüben werde. “Ich werde nicht zum Schweigen gebracht werden und ich werde nicht weggehen.”
Zuletzt hatte Cain schwer an Stimmen eingebüßt. Nach Aussetzern bei politischen Debatten, die äußerst wichtig für den Wahlkampf sind, sank sein Ansehen. Auch die Andeutung der Republikaner, dass die Taliban künftig eine Rolle in der Regierung Libyens spielen könnten gefiel den Wählern nicht. Die Zweifel bezüglich Cains außenpolitischer Kompetenzen stiegen drastisch.
Bereits Ende Oktober war herausgekommen, dass die Fast-Food-Kette, deren Leiter Cain war, zwei Frauen Abfindungen bezahlt hat, nachdem sie Cain sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Doch bei diesen zwei Frauen blieb es nicht. Später warfen ihm zwei weitere Frauen sexuelle Belästigung vor.
Vor einigen Tagen meldete sich schließlich eine 46-jährige Frau, die angab eine mehrjährige Affäre mit dem Politiker gehabt zu haben. In den USA sorgte diese Äußerung für große Empörung.
Cain selbst wies alle Vorwürfe zurück. “Nun, ich habe im Leben viele Fehler gemacht. Jeder hat das”, gab er zu. Lediglich für die Fehler, die er im Wahlkampf begangen habe fühle er sich verantwortlich. “Ich bin mit meinem Gott im Reinen. Ich bin mit meiner Frau im Reinen. Und sie ist mit mir im Reinen”, schließt der Politiker seine Rede ab.
(rockefeller-news/dapd)
VN:F [1.9.17_1161]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)