Strauss-Kahn trifft auf mutmaßliches Opfer
30. September 2011
Am Mittwoch traf der ehemalige Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, erstmals auf die Frau, die ihn in Frankreich wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt hatte. Die Schriftstellerin Tristane Banon und der 62-Jährige mussten sich für eine Gegenüberstellung bei der französischen Polizei einfinden.
Dominique Strauss-Kahn selbst bestreitet den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung. Seine Anhänger vermuten, dass es sich bei der Anzeige um ein intrigantes Spiel halten könnte.
Fraglich ist auch, warum Banon acht Jahre gewartet hat, bevor sie DSK anzeigte. Die versuchte Vergewaltigung soll bereits im Jahr 2003 geschehen sein, als Banon Strauss-Kahn interviewen wollte. Banon zeigte ihn in der Zeit an, als er auch in den USA beschuldigt wurde, einen sexuellen Übergriff auf ein Zimmermädchen ausgeübt zu haben. Gerade als klar wurde, dass DSK von den Vorwürfen freigesprochen werden könnte, ging Banon zur Polizei und zeigte in in Frankreich an. Genau das lässt Zweifel entstehen, denn Anhänger des Ex-IWF-Chef vermuten eine Intrige seiner politischen Gegner, die hinter der Ganzen Sache steckt. Bevor der Franzose in den USA festgenommen worden war, war er einer der aussichtsreichsten Präsidentschaftskandidaten.
Die gesamte Gegenüberstellung bei der Polizei dauerte rund zweieinhalb Stunden. Strauss-Kahn verlässt nach der Anhörung als erster das Gerichtsgebäude. Es scheint, als habe er ein Lächeln auf den Lippen. Erst 20 Minuten später folgt seine Gegnerin. Auch die verschwindet schnell.
Medienberichten zufolge bleiben beide bei ihren Aussagen. Banon behauptet weiter, DSK habe sie 2003 versucht zu vergewaltigen. Er selbst bestreitet die Tat. Um sich der Sache klarer zu werden entschied sich die Justiz für diese Gegenüberstellung. Das Ergebnis ist jedoch, dass weiterhin Aussage gegen Aussage steht.
Es ist nun an der Justiz zu entscheiden, wie weiter mit dem Fall verfahren wird. Die erste Möglichkeit wäre, den Fall zu den Akten zu legen. Entscheidet die Justiz jedoch, dass genug Anhaltspunkte gesammelt wurden, die darauf hindeuten, dass sich die Tat tatsächlich ereignet hat, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Tristane Banon selbst war es, die die Gegenüberstellung durchziehen wollte. Sie wollte, dass DSK ihr in die Augen sieht und sagt, er habe die Tat nicht begangen.
Auch Strauss-Kahn erstattete Anzeige gegen die Schriftstellerin wegen übler Nachrede. Bereits zwei Wochen zuvor sprach Strauss-Kahn in einem TV-Interview davon, dass sich Banon alles nur ausgedacht habe. Ermittlern gegenüber gab er jedoch zu, einen Annäherungsversuch gestartet zu haben, den er jedoch abbrach, als er merkte, dass er nicht auf eine Gegenreaktion dieser Art hoffen konnte. Er betonte, dass keinesfalls Gewalt oder aggresives Handeln eine Rolle gespielt haben.
Auch gestern blieb Strauss-Kahn bei dieser Version. Ob das Verfahren eingestellt wird, oder ob es zu einem Ermittlungsverfahren kommt liegt nun beim Gericht.
(rockefeller-news/ks)













