Die Welt gedenkt der Opfer von 9/11

11. September 2011

Ground Zero NY

Ground Zero steht im Zentrum der Gedenkfeiern. (Foto: dapd)

US-Präsident Barack Obama hat zum zehnten Jahrestag der Anschläge vom 11. September Großes vor. Er möchte am Sonntag die Gedenkfeiern am Ground Zero in New York, am Pentagon in Washington und an der Absturzstelle des vierten Flugzeugs im Bundesstaat Pennsylvania besuchen.

Dass der Tag jedoch nicht nur für den amtierenden US-Präsidenten eine wahre Anstrengung bedeutet, steht außer Frage. Zahlreiche Angehörige, die ein Familienmitglied oder einen Freund bei den Abschlägen verloren haben, werden bei den Gedenkfeiern erwartet. Ein Tag, an dem die Terrorakte wieder allgegenwärtig sein werden.

In Shanksville, der Absturzstelle des vierten Flugzeugs weihte der ehemalige US-Präsident George W. Bush nun eine Gedenkstelle für 40 der Opfer ein. Auch am Pentagon in Washington, das ebenso Ziel der Anschläge wurde, legte Bush einen Kranz nieder.

Feuerwehrleute gedachten in Manhattan bei einem Gottesdienst ihrer verstorbenen Kameraden, die bei 9/11 ihr Leben gelassen haben. 343 US-Flaggen wurden als Zeichen der Ehre für die verstorbenen Feuerwehrleute zur Kirche gebracht. Jede Flagge steht für einen gefallenen Feuerwehrmann.

Im Zentrum der heutigen Gedenkfeier steht, wie auch in den letzten Jahren, Ground Zero. Die Namen sämtlicher Opfer werden verlesen, fast 3.000 an der Zahl. Zu den Zeitpunkten, an denen die Flugzeuge in das Word Trade Center trafen, werden Schweigeminuten abgehalten.

Doch nicht nur die USA halten Gedenkfeiern ab. Die ganze Welt trauert. In New Plymouth in Neuseeland kamen am Sonntag Morgen bei einem Gottesdienst zu Ehren der Opfer hunderte Menschen zusammen. Malaysia und Australien halten ebenfalls Gedenkfeiern ab. In Tokio zogen Trauernde zu einem Stück Stahl, dass aus den Trümmern des World Trade Centers besteht und erinnerten sich an die Bankangestellten, die ihr Leben in den Twin Towers verloren.

(rockefeller-news/ks)

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Obamas Aufruf zur Einigkeit

10. September 2011

Barack Obama

Obama warnt die Amerikaner, wachsam zu bleiben. (Foto: dapd)

Zum zehnten Jahrestag der Terroranschläge von 11. September fordert US-Präsident Barack Obama nicht nur die US-Amerikaner, sondern die ganze Welt zu mehr Einigkeit auf.

In einer Internet- und Radioansprache sagte der US-Präsident: “Die ganze Welt kann sehen, dass die Terroristen, die uns an diesem Septembermorgen angegriffen haben, keine Herausforderung für den Charakter unserer Menschen, die Belastbarkeit unserer Nation oder die Dauerhaftigkeit unserer Werte waren.”

Die Spaltungen, die die Terroristen vor 10 Jahren in die Wege leiten wollten, hätten sich nicht durchgesetzt. Die Attentäter, die versucht haben, die Einigkeit des amerikanischen Volkes anzugreifen, hätten keine Chance gehabt. Obama heisst die Amerikaner an, weiter zu ihren Werten wie Freiheit und Vielfalt zu stehen, denn das mache die Nation einzigartig.

Weiter dankte er den Soldaten im Irak und Afghanistan, die für diese Freiheit kämpften. Die Siege, die gegen die Al Quaida davongetragen wurden seien deutlich und zeigen, dass sich Amerika nicht unterkriegen lässt. Mit der Tötung des ehemaligen Anführers des Terrornetzwerks, Osama bin Laden, sei ein großer Schlag gegen den internationalen Terrorismus gelungen.

Obama warnet jedoch, den Gegner jetzt nicht zu unterschätzen. Man müsse weiterhin wachsam sein. Nach zehn harten Jahren müsse nach dem Krieg in Afghanistan und dem Irak nun wieder verstärkt darauf geachtet werden, die USA als Nation zusammen zu schweißen.

(rockefeller-news/dapd)

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Written by Ortwin Oberhauser

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Terrorangst in den USA

09. September 2011

Gedenken Ground Zero

Gedenken am Ground Zero. (Foto: dapd)

Zwei Tage vor dem zehnten Jahrestag der Anschlage auf das World Trade Center und das Pentagon zittern die Amerikaner vor neuen Anschlägen.

Die US-Behörden warnten bereits vor einem neuen Anschlag.

Das US-Heimatschutzministerium sprach von einer spezifischen Bedrohung, die am 11. September lauert. Attentäter könnten laut Medienberichten versuchen, Sprengstoffe, die in Autos versteckt sind zu zünden. New York und Washington stehen in Alarmbereitschaft.

Am Wochenende ist große Vorsicht geboten. Dazu rief das Heimatministerium die Amerikaner auch auf.

Auch Präsident Obama hieß den Geheimdienst und die weiteren Sicherheitsdienste an, wachsam zu bleiben. Auch er wurde über die Gefahr informiert und wird auf dem Laufenden gehalten.

Bereits im August seien Terrorverdächtige in die USA eingereist. Der Fernsehsender ABC gab an, dass die Verdächtigen aus Afghanistan kommen und über mindestens einen Zwischenstop in die USA gelangt sind.

Der Sender NBC berichtet derweil, dass die Sicherheitsbehörden über eine Anhebung der Terrorwarnstufe diskutieren.

Der Hinweis, dass am 11. September wieder ein Terroranschlag stattfinden könnte wurde in Akten gefunden, die bei der Tötung Osama bin Ladens sichergestellt wurden.

(rockefeller-news/ks)

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Written by Scholl Kerstin

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Polizei verhindert möglichen Terroranschlag in Berlin

08. September 2011

Polizei Berlin

Die Polizei vor den Räumlichkeiten des slamischen Kulturzentrum. (Foto: dapd)

Der Polizei ist es am Donnerstag gelungen, zwei Terrorverdächtige festzunehmen, die einen Anschlag in Berlin geplant haben sollen.

Bei den festgenommenen Personen handelt es sich um einen 24-jährigen Deutschen libanesischer Herkunft und einen 28-Jährigen aus dem Gazastreifen. Laut Staatsanwaltschaft wird den beiden vorgeworfen, eine “schwere staatsgefährdenden Gewalttat” vorbereitet zu haben.

Die beiden Terrorverdächtigen konnten aufgrund langer Ermittlungen aufgespürt und von einem Sondereinsatzkommando festgenommen werden. Insgesamt zwei Monate soll die gesamte Aktion gedauert haben. Das gab die Berliner Morgenpost Online am Donnerstag bekannt.

Das Islamische Kulturzentrum für religiöse Aufklärung im Stadtteil Wedding soll ein zentraler Treffpunkt der beiden Festgenommen gewesen sein. Auch dieses wurde von einem Großaufgebot der Polizei durchsucht, gegen den Verein selbst wird jedoch nicht ermittelt.

Ein Polizeisprecher gab bekannt, dass die beiden Männer sich Substanzen beschafft haben, die für den Bau einer Bombe geeignet waren.

Die Wohnungen der Festgenommenen in den Stadtteilen Neukölln und Kreuzberg wurden ebenfalls durchsucht. Laut Medienberichten waren rund 230 Polizisten im Einsatz.

Die Polizei wurde durch Firmen aufmerksam gemacht, die die Substanzen, die für eine Bombe geeignet sind, verkauft haben. Den Zuständigen waren die bestellten Mengen verdächtig vorgekommen und hatten daher die Polizei informiert.

Einen Zusammenhang zwischen dem geplanten Terroranschlag und den Anschlägen vom 11. September, die sich am Sonntag zum zehnten Mal jähren, soll es jedoch nicht geben.

(rockefeller-news/ks)

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Mahnmal für die Opfer von 9/11

08. September 2011

Ground Zero

Zwei Lichtkegel sollen am Sonntag Abend an das World Trade Center erinnern. (Foto: dapd)

Am Sonntag jähren sich die Anschläge des 11. Septembers zum zehnten Mal.

Ein Tag, der nie in Vergessenheit geraten wird. Der 11. September 2011 ist nicht nur den Amerikanern in Erinnerung geblieben. Werden Menschen auf der Straße nach dem Stichwort 11. September gefragt, hört man auch in Europa heute noch Aussagen wie “Terror”, “Angst” und “World Trade Center”.

Die USA gedenkt am Sonntag einem der schwärzesten Tage in ihrer Geschichte.

Die Bilder, wie die Flugzeuge in die Twin-Tower des World Trade Centers rasen und eine Lawine von Ereignissen auslösen bereiten nach wie vor Gänsehaut. Doch viele vergessen, dass auch ein Flugzeug ins Pentagon, das Verteidigungsministerium, flog und viele Menschen tötete. Ein viertes Flugzeug, das auf Befehl hin abgeschossen wurde, als klar war, das es in den Händen der Terroristen war, wurde ebenso zur Todesfalle für zahlreiche Menschen.

Zum zehnten Jahrestag der Anschläge steht jedoch wiederum Ground Zero im Zentrum des Erinnerungsrituals. US-Präsident Barack Obama und sein Vorgänger, der zum Zeitpunkt der Anschläge dieses Amt inne hatte, George W. Bush werden an der Trauerzeremonie in New York teilnehmen. Auch New Yorks amtierender Bürgermeister Michael Bloomberg und sein Vorgänger Rudolph Giuliani werden vor Ort sein.

Sämtliche Namen der Opfer werden ab 8:40 Ortszeit vorgelesen. Es wird auch Schweigeminuten um die Uhrzeiten geben, an denen die Flugzeuge in das Word Trade Center trafen und an denen die Türme einstürzten. Auch für das Flugzeug, das ins Pentagon stürzte und für das in Pennsylvania wird eine Schweigeminute abgehalten.

Zudem soll ein Mahnmal für die Opfer des Terroraktes eingeweiht werden. Es besteht aus zwei Ganitbecken, von deren Seitenwänden Wasser fließt. Die Namen der Opfer sind auf Bronzeplatten eingraviert.

(rockefeller-news/ks)

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Written by Scholl Kerstin

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Terroranschlag in Mexico

26. August 2011

Anschlag Monterrey

Feuerwehrleute versuchen den Brand unter Kontrolle zu bekommen. (Foto: dapd)

Ein Akt des Terrors hat sich am Donnerstag in einem Kasino der mexikanischen Stadt Stadt Monterrey ereignet. Am Abend zählen die Rettungskräfte bereits 53 Tote.

Das Bingo Kasinso Royal wurde zum Ziel eines Terrorangriffs. Eine Gruppe schwer Bewaffneter war in das Kasino eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet, mehrere Handgranaten gezündet und Benzin in Brand gesetzt. Dutzende Menschen wurden in den aufsteigenden Flammen eingeschlossen und mussten sterben. Dies berichtete das örtliche Fernsehen in Monterrey.

Bis spät in den Abend hinein versuchten Rettungskräfte Überlebende zu bergen und das Feuer zu löschen.

Bürgermeister Fernando Larrezabal äußerte sich gegenüber den Medien zu der Bluttat und sagte, dass das Kasino kurz vor dem Anschlag geschlossen wurde, da Genehmigungen für den Spielbetrieb fehlten.

Präsident Felipe Calderón verurteilte den Anschlag scharf. Über Twitter verkündete er, dass die Täter ihre gerechte Strafe erhalten werden. Er wolle alles tun, um die Schuldigen zu schnappen, daher schickte er Einheiten der Streitkräfte los, um die örtlichen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Der Grund der Tat ist immer noch unklar.

Laut Medienberichten war das Kasino erst kürzlich Ziel eines Anschlags, da die Betreiber Schutzgeldzahlungen verweigerten.

Monterrey gilt als das wichtigste Industriezentrum des Landes. Doch gleichzeitig ist sie die am schwersten vom Drogenkrieg betroffene Stadt Mexikos. Immer mehr Unternehmen wollen daher sie Stadt verlassen und ihren Sitz verlegen.

(rockefeller-news/ks)

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Written by Rockefeller David

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Wollte Oslo-Attentäter auch in Deutschland zuschlagen?

25. Juli 2011

Norwegen Trauer (dapd)

Norwegen und die Welt trauern um die Toten der Anschläge von Oslo und Utöya. (dapd)

Der norwegische Attentäter Anders B. soll auch Bundeskanzlerin Angela Merkel als mögliches Ziel gesehen haben. In seinem im Internet veröffentlichten rassistischen Manifest habe der 32-Jährige die CDU-Chefin namentlich erwähnt sowie allgemein die SPD, Linke und Grünen als mögliche Anschlagsziele benannt, berichtet die “Hamburger Morgenpost”. Der Verfassungsschutz bestätigte dem Blatt, dass er in dieser Sache ermittelt. Es gehe um “mögliche Kontakte” des Attentäters zur rechten Szene in Deutschland.

Hamburgs Innensenators Michael Neumann (SPD) sagte der “Bild”-Zeitung , der Verfassungsschutz der Hansestadt prüfe mögliche Verbindungen des Attentäters zur Hamburger Neonazi-Szene. Es gebe Kontakte der Hamburger rechten Szene nach Skandinavien. Allerdings hätten die Behörden derzeit keine Erkenntnisse über unmittelbare Kontakte des Täters zur Hamburger Szene.

Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, schließt Attentate wie in Norwegen in Deutschland nicht aus. Auch in Deutschland gebe es “solche hasserfüllten Gruppen und Personen”, sagte der CDU-Politiker der Onlineausgabe der “Mitteldeutschen Zeitung”. Das rechtsextreme Milieu insgesamt sei nach dem gescheiterten NPD-Verbotsverfahren 2003 sogar “eher problematischer geworden. Das macht uns Sorgen”.

Der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz äußerte sich ähnlich. “Vor so einem Einzeltäter kann man sich nicht schützen, weil er aus dem Nichts auf einmal präsent ist”, sagte er der Zeitung. Leute, die das vordergründige Profil des Attentäters von Oslo hätten, gebe es zudem auch in Deutschland viele. Daraus lasse sich aber keine unmittelbare Gefahr ableiten.

Attentäter Oslo (dapd)

Der rechtsextreme Anders B. hat die Tat bereits zugegeben. (dapd)

Anschläge wie in Oslo lassen sich nach Einschätzung des Terrorexperten Rolf Tophoven in freiheitlichen Gesellschaften kaum vermeiden. “Solch eine Tat wie in Norwegen wäre auch in Deutschland kaum zu verhindern gewesen“, sagte der Leiter des Essener Instituts für Krisenprävention den Dortmunder “Ruhr Nachrichten”. Allerdings habe es in Oslo wohl erhebliche Sicherheitslücken gegeben. “Sonst hätte man solche großen Mengen von Sprengstoff nicht im Regierungsviertel deponieren können”, sagte Tophoven.

Mit Blick auf die Anschläge in Oslo forderte der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl erneut den Einsatz der Vorratsdatenspeicherung als Mittel im Kampf gegen Terrorbedrohungen. “Im Vorfeld muss die Überwachung von Internetverkehr und Telefongesprächen möglich sein. Nur wenn die Ermittler die Kommunikation bei der Planung von Anschlägen verfolgen können, können sie solche Taten vereiteln und Menschen schützen”, sagte Uhl der “Passauer Neuen Presse” (Montagausgabe).

Bei dem Anschlag im Regierungsviertel Oslos kamen am Freitag sieben Menschen ums Leben. Anschließend erschoss der Attentäter auf der Insel Utöya nach Polizeiangaben vom Sonntag 86 Menschen. Damit korrigierten die Behörden die Zahl der Todesopfer auf 93 nach oben.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Written by Sebastian

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Innenminister sagen Salafisten den Kampf an

22. Juni 2011

Salafist Pierre Vogel (dapd)

Der Prediger Pierre Vogel gehört zu den bekanntesten Salafisten in Deutschland. (dapd)

Die Innenminister von Bund und Ländern haben dem sogenannten Salafismus den Kampf angesagt. Zur Abwehr von Gefahren dieser fundamentalistischen Strömung des Islams hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich für Freitag einen Präventionsgipfel einberufen, wie der CSU-Politiker am Mittwoch in Frankfurt am Main mitteilte.

Zum Abschluss der zweitägigen Innenministerkonferenz sagte der hessische Ressortchef Boris Rhein (CDU), der Salafismus sei der Nährboden für islamistischen Terrorismus und die in Deutschland am schnellsten wachsende Bewegung aus diesem Bereich.

Zu den prominentesten Vertretern dieser radikalen islamischen Bewegung gehört in Deutschland der durch Talkshowauftritte und Internetansprachen bundesweit bekannte Prediger Pierre Vogel. Der Rheinländer, der gelegentlich auch unter dem Namen Abu Hamza auftritt, ist ein Konvertit. Vogel propagiert beispielsweise die Einführung des islamischen Rechtssystems Scharia, verurteilte aber stets Terroranschläge in westlichen Ländern.Die Bewegung der Salafiyya (arabisch für: Orientierung an den Altvorderen) galt Anfang des 20. Jahrhunderts als islamische Reformbewegung. Ihre Anhänger orientierten sich an der Zeit des Propheten Mohammed und lehnten Neuerungen der muslimischen Religionsgeschichte ab.

Heute gilt der Salafismus als die am schnellsten wachsende radikale Strömung des Islam. Salafisten interpretieren den Koran wortwörtlich und betrachten ihn als Richtschnur für alle Lebensbereiche. Anhänger anderer Religionen, Atheisten und – je nach Ausprägung der Ideologie – auch “irregeleitete” Muslime landen dem Salafismus zufolge in der Hölle.

Das Ideal der Salafisten ist ein Gottesstaat, in dem es keine “vom Menschen erfundenen” Gesetze gibt, sondern in dem das islamische Rechtssystem, die Scharia, gilt. Strenge Salafisten lehnen die westliche Lebensweise ab, propagieren die schlichte Geschlechtertrennung und betrachten Homosexualität als schwere Sünde.

Sicherheitsexperten unterscheiden verschiedene Ausprägungen der Ideologie: Der puristische Salafismus beschränkt sich auf die Regelung privater Lebensbereiche. Der politische Salafismus will alle gesellschaftlichen Bereiche regeln. Vertreter des dschihadistischen Salafismus legitimieren auch den “Heiligen Krieg”.

(dapd/rockefeller-news/ss)

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Nach Anschlag: Regierung bleibt bei Afghanistan-Kurs

30. Mai 2011

Bundeswehr-General Kneip (dapd)

War er das Ziel der Attentäter? Bundeswehr-General Kneip (dapd)

Nach dem Selbstmordanschlag auf ein hochrangiges deutsch-afghanisches Sicherheitstreffen in Nordafghanistan hält die Bundesregierung an ihrer Strategie für das Land fest.

Das Attentat “darf und wird uns nicht davon abbringen, unsere Strategie in Afghanistan umzusetzen”, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP). Auch der bei dem Anschlag verletzte Kommandeur der Internationalen Schutztruppe ISAF in der Region, General Markus Kneip, will die Kooperation mit den afghanischen Partnern fortsetzen. Bei der Explosion waren zwei deutsche Soldaten und mehrere Einheimische getötet worden.

Neben Kneip wurden vier weitere Bundeswehrsoldaten verletzt, einer von ihnen schwer. Zu dem Anschlag auf ein Treffen deutscher Militärvertreter mit afghanischen Repräsentanten am Gouverneurssitz der Provinz Tachar bekannten sich die Taliban.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière bezeichnete die Täter als kriminelle Mörder. “Sie dürfen und sie werden nicht das letzte Wort haben”, sagte der CDU-Politiker in Berlin. “Wir werden den Weg der Partnerschaft nicht verlassen.” Aus CIA-Kreisen verlautete, der Angriff habe Kneip gegolten. Dem widersprach jedoch de Maizière laut einem Bericht der Wochenzeitung “Die Zeit”.

Kanzlerin Merkel verurteilte den Selbstmordanschlag als “mörderische Menschenverachtung”. Sie sei “schockiert und traurig” über das Attentat mit Toten und Verwundeten, sagte sie am Samstag in Berlin.

Merkel telefonierte am Sonntagmittag mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai und sprach diesem ihr Mitgefühl angesichts der afghanischen Toten und Verletzten aus. Auch Karsai sprach Merkel seine Anteilnahme aus und sicherte ihr eine umfassende Untersuchung der Umstände des Anschlags zu. Er bestätigte ihr die hohe Wertschätzung des afghanischen Volkes für das deutsche Engagement in seinem Land.

General Kneip verteidigte nach dem Anschlag den Bundeswehreinsatz. Die Soldaten und er hätten den ganz klaren Auftrag, “gemeinsam mit unseren afghanischen Partnern Frieden und Sicherheit in dieses Land zu bringen“, sagte Kneip am Sonntag dem Online-Portal “Bild.de”. Das erwarteten die Menschen nach 30 Jahren Krieg. “Wir werden diese Erwartung erfüllen”, sagte der General weiter. Er und seine Soldaten würden den Auftrag weiter ausführen.

Kneip äußerte sich bestürzt über den Tod der beiden Deutschen, die zu seinem engsten Mitarbeiterkreis gehört hätten. Er habe jeden Tag mit “diesen wunderbaren Menschen” gearbeitet. Bei den Gefallenen handelt es sich nach Bundeswehrangaben um einen 43 Jahre alten Major vom Führungsunterstützungsbataillon 282 in Kastellaun und einen 31 Jahre alten Hauptfeldwebel des Feldjägerbataillons 152 aus Hannover.

(dapd/rockfeller-news/ss)

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Written by Sebastian

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