Ärzte retten 15jährigem mit Kunstherzen das Leben
02. Oktober 2010
Rom. Mit der Implantation eines Kunstherzens retten römische Ärzte einem 15jährigen Jungen das Leben. Dieses Verfahren wurde zum ersten Mal bei einem Jugendlichen angewandt.
Der Junge leidet nach den Angaben des römischen Herzchirurgenteams unter Antonio Amodeo an einer Krankheit, die es ausschließt, dass er auf eine Warteliste für ein Spenderherz kommt. Um ihm das Leben zu retten, hätten sie sich zu dieser Lösung entschieden, erläuterten die Fachärzte am Samstag. Üblicherweise werden Kunstherzen zur Überbrückung während der Wartezeit auf ein Spenderorgan eingepflanzt, dieses Kunstherz soll aber dauerhaft in der Brust des jungen Patienten bleiben.
Eingepflanzt wurde das künstliche Herz in einer zehnstündigen Operation am vergangenen Donnerstag im Kinderkrankenhaus Ospedale Pediatrico Bambino Gesù, das dem Vatikan gehört. Die Ärzte äußerten sich zurückhaltend zum Ausgang des Eingriffs. «Prognose unter Vorbehalt», hieß es.
Das Kunstherz ist vier Zentimeter lang, wurde in die linke Herzkammer eingepasst und ist mit der aufsteigenden Aorta verbunden. Das Gerät ist eine Art hydraulische Pumpe, die elektrisch betrieben wird. Die wurde ganz in den Brustkorb eingefügt, um die Infektionsgefahr zu verringern. Die Stromzufuhr erfolge über einen Stecker hinter dem linken Ohr des Jungen, erläuterten die Ärzte. Damit verbunden ist eine Batterie, die der Patient am Gürtel trägt.















